Atomrechtlicher Erörterungstermin Kernkraftwerk Neckarwestheim Block I (GKN I)

 

Land Baden-Württemberg
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Öffentliche Bekanntmachung
des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Baden-Württemberg zum atomrechtlichen Erörterungstermin in dem
Verfahren nach § 7 Absatz 3 des Atomgesetzes (AtG) zur 2. Abbaugenehmigung (2. AG) für das
Kernkraftwerk Neckarwestheim Block I (GKN I)
Gemäß § 4 Absatz 1 und § 5 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 der Atomrechtlichen Verfahrensverordnung (AtVN) in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. Februar 1995
(BGBI. I S. 180), zuletzt geändert durch Artikel 2 Absatz 20 des Gesetzes vom 20. Juli
2017 (BGBI. I S. 2808), wird bekannt gemacht:

Die EnBW Kernkraft GmbH mit Sitz in 74847 Obrigheim, Kraftwerkstraße 1, hat mit
Schreiben vom 21. Dezember 2017 die Erteilung der zweiten Genehmigung gemäߧ 7
Absatz 3 AtG zum Abbau des Kernkraftwerks Neckarwestheim Block I (GKN I) beantragt.
Das Vorhaben wurde am 24. August 2018 öffentlich bekannt gemacht, verbunden mit
der Aufforderung, etwaige Einwendungen gegen das Vorhaben innerhalb der Auslegungsfrist des Antrags und der auszulegenden Unterlagen vom 3. September 2018 bis zum 5. November 2018 vorzubringen.
Der Erörterungstermin zu den im oben genannten Verfahren erhobenen Einwendungen
beginnt am Mittwoch, den 6. Februar 2019, um 10:00 Uhr in der
Reblandhalle Neckarwestheim, Reblandstraße 31, 74382 Neckarwestheim.
Einlass ist ab 09:00 Uhr. Falls erforderlich wird die Erörterung am 7. und 8. Februar
2019 fortgesetzt.

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg als Genehmigungsbehörde wird die rechtzeitig erhobenen Einwendungen mit der Antragstellerin und denjenigen, die diese Einwendungen erhoben haben, mündlich erörtern, soweit es für die Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen von Bedeutung sein kann. Der Termin soll denjenigen, die fristgerecht Einwendungen erhoben haben, Gelegenheit geben, ihre Einwendungen zu erläutern. Die Einwendungen werden nach Themengebieten zusammengefasst erörtert.

Der Erörterungstermin ist nach der Atomrechtlichen Verfahrensordnung nicht öffentlich.

Der den Erörterungstermin leitende Vertreter der Genehmigungsbehörde (Verhandlungsleiter) entscheidet jedoch darüber, wer außer der Antragstellerin und denjenigen, die rechtzeitig Einwendungen erhoben haben, an dem Termin teilnehmen kann (§ 12 Absatz 1 AtVN). Es wird eine Einlasskontrolle stattfinden. Die Teilnehmer sollen sich durch ein amtliches Dokument ausweisen können.
Einwendungen werden in dem Termin auch bei Ausbleiben der Antragstellerin oder von
Personen, die Einwendungen erhoben haben, erörtert werden.
Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg beabsichtigt, eine Woche vor dem Erörterungstermin die Tagesordnung auf seiner Hornepage bekannt zu geben.

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Reaktion auf Asse II: Erheblich erhöhte Laugenzuflüsse

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Asse II-Koordinationskreis (A2K) fordert Beschleunigungen:
1.: Schacht 5 jetzt abteufen!
2.: Atommüll-Rückholung von der 725m- und 511m-Sohle beginnen und vorhandene Unterbringungsmöglichkeiten nutzen!
3.: Bergwerk stabilisieren!

Am 12. Januar vermeldete die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen erheblichen Anstieg des Laugenzuflusses auf 14.140 Liter pro Tag in der Schachtanlage Asse II. Damit wurde die Meldeschwelle um mehr als 100% überschritten.

Der Asse II-Koordinationskreis unabhängiger Bürgerinitiativen fordert angesichts dessen eine andere Prioritätensetzung beim Betreiber von Asse II:

Vorrang muss der Bau des neuen Schacht Asse 5 haben, nur so kann eine Beschleunigung erfolgen. Auch muss vordringlich die Verfüllung in den Abbaureihen K2 und K4 oberhalb der Atommüll-Kammern fortgesetzt werden, damit in diesen wichtigen Bereichen eine Stabilisierung erfolgt (siehe http://www.asse-watch.de/#FW_Gebirgsbeobachtung_2018). Das folgt auch aus der Bewertung des Institutes für Gebirgsmechanik Leipzig (IfG).

Die Kontrolle der Laugenflüsse auf der 750m-Sohle, auf der der meiste Atommüll liegt, ist aufrecht zu erhalten. Ziel aller Maßnahmen muss sein, den Atommüll so weit wie möglich trocken zu halten.

Die Erhöhung des Laugenzuflusses macht den Zeitdruck deutlich, unter dem die Bergung des Atommülls aus der Schachtanlage Asse II steht. Die Rückholung des Atommülls auf der 725m- und der 511m-Sohle, wie von der BGE vorgestellt, muss beschleunigt werden. Hierfür sollten zunächst die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten in Deutschland genutzt werden.

Der Atommüll in der Schachtanlage Asse II ist nicht in der Asse entstanden, sondern aus dem ganzen damaligen Bundesgebiet zum Schacht Asse II transportiert worden. Daher muss auch bundesweit nach den bestgeeigneten Lösungen gesucht werden, die schnell zur Verfügung stehen!
Der A2K sieht Anlagen in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten als ungeeignet an.

Die Bürgerinitiativen warnten bereits vor sieben Jahren mit der Aktion „Pumpen statt Fluten“ (siehe http://www.asse-watch.de/#Pumpen_statt_Fluten) vor einem Ansteigen der Laugenzuflussmenge und forderten eine Notfallvorsorge, bei der der Atommüll trocken und gebunden gehalten wird. Atommüll darf nicht fahrlässig oder gar vorsätzlich geflutet werden.

Grafik Längsschnitt durch Asse II: http://www.asse-watch.de/pics/Standortueberwachung_Asse_Jahresbericht_2017-202_300dpi_Ausschnitt_Bearbeitung_AR.jpg

Hintergrund:

Der Anlass

Vom 11. Januar auf den 12. Januar sind laut BGE (1) die Laugenzuflüsse in Asse II um 13% angestiegen, und zwar von 12,51 auf 14,14 Kubikmeter. Damit wurde die Meldeschwelle von 0,8 Kubikmeter Anstieg um mehr als 100% überschritten. Es ist zu befürchten, dass dies auf Veränderungen in der instabilen Südflanke des Salzstockes zurückgeht.

Der Berg drückt auf den Salzstock

Das Institut für Gebirgsmechanik (IfG) Leipzig hatte in seiner „Gebirgsmechanischen Bewertung für das Jahr 2017“ (2) angemahnt, dass die verschiedene Einlagerungskammern, die bisher nur mit Salzgruß gefüllt sind, durch eine Firstspaltverfüllung weitergehend stabilisiert werden müssen, um den Verformungen des Salzstockes entgegenzuwirken, die insbesondere an den Pfeilerstauchungsraten erkennbar sind.

Der A2K sieht es daher als dringlich an, dass diese Firstspaltverfüllungen beschleunigt werden, insbesondere in den großen Kammern der Abbaureihen 2 und 4 oberhalb der Atommüll-Einlagerungskammern. Das IfG hatte dazu wörtlich festgestellt „Wie bereits in der Zustandsanalyse 2016 ausgeführt, wiegt für das IfG in der Abwägung die Stabilisierung z.B. der Abbaureihen 2 und 4 schwerer als das Risiko partieller Suspensionseintritte in Risssysteme.“

Die anliegende Grafik zeigt: In die Kammern der Abbaureihen K2, K3 und K4 auf der 679m-Sohle und der 658m-Sohle (oberhalb der Atommüll-Kammern) wurde von 1985 bis 1987 Salzgrus eingefüllt. Dieser Salzgruß ist mit viel Luft versehen (sogenannter „Porenraum“). Der Salzgruß setzt sich im Laufe der Zeit nach unten ab. Dadurch bilden sich am First der Einlagerungskammer Hohlräume, sog. Firstspalte. Durch eine Verfüllung der Firstspalte mit Sorelbeton könnte ein gewisser Gegendruck zum Bergdruck aufgebaut und die Bergbewegung eingedämmt werden, die für Verformungen außerhalb des Salzstockes und für die Aufweitung von Laugenwegsamkeiten verantwortlich sein dürfte.

Dinglichkeit der Atommüll-Rückholung zeigt sich immer wieder

Die erneute Erhöhung der Zuflussmenge – schon Anfang Oktober 2018 war eine solche gemeldet worden – macht den Zeitdruck deutlich, unter dem die Bergung des Atommülls aus der Schachtanlage Asse II steht. Die BGE arbeitet an Planungen zur beschleunigten Rückholung des Atommülls auf der
725 m-Sohle und auf der 511m-Sohle. Auch diese Planungen sind zu beschleunigen. Bezüglich der Unterbringung der Gebinde aus diesen beiden Einlagerungskammern weist der A2K darauf hin, dass der in der Schachtanlage Asse II eingelagerte Atommüll nicht in der Asse, sondern bundesweit entstanden ist. Daher muss auch bundesweit nach den bestgeeigneten Lösungen gesucht werden, die auch schnell zur Verfügung stehen! Der A2K sieht Anlagen in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten als ungeeignet an.

Es wird zudem immer deutlicher, dass das Abteufen des Bergungsschachtes Asse 5 und dessen Anschluss an das bestehende Bergwerk dringlich ist.
Diese Dringlichkeit würde dadurch verstärkt, wenn eine Bergung aus den Kammern aus der 511- und 725-m-Sohle über den Schacht 2 nicht möglich ist, da bei einem Störfall die Auswirkungen zu groß sein könnten. Wir verweisen darauf, dass bei einem Störfall während der Rückholung von Atommüll durch Schacht Asse 2 als einzigem Schacht der gesamte Betrieb in der Schachtanlage von Stillstand bedroht wäre.

Die Bürgerinitiativen haben bereits vor sieben Jahren mit der Aktion „Pumpen statt Fluten“ vor einem Ansteigen der Zuflussmenge gewarnt und eine Ausweitung der Pumpenkapazitäten gefordert. Die BGE hat zwar erklärt, dass sie auch höhere Zuflüsse bewältigen könne. Dies entbindet die BGE jedoch nicht davon, die „Sicherheitsreserve“ dem erhöhten Zuflussmengen dynamisch anzupassen.

Quellen:
(1) https://www.bge.de/de/asse/meldungen-und-pressemitteilungen/meldung/news/2019/1/287-asse/
(2) https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Asse/Vortraege/2018/20180628_IfG_fuer_Gebirgsbeobachtung_JB_2017.pdf

BI Umweltschutz: Auf der Lauer liegt die Mauer…

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow -Dannenberg e.V.
bi umweltschutz castor antiatom

Pressemitteilung 11.1.2019

Seit dem Terrorangriff auf die Twin Towers in New York in „Nine Eleven“ wird über den notwendigen Schutz von Atomanlagen gegen „Einwirkungen Dritter“ debattiert. 18 Jahre sind inzwischen verstrichen, und erst jetzt werden die Zwischenlager der ersten Generation in Ahaus und Gorleben „nachgerüstet“. Eine zusätzliche Schutzmauer und Kerosinabläufe sollen die Sicherung der Lager für hochradioaktive Abfälle gegen Flugzeugabsturz oder Beschuss gewährleisten.

Auf Nachfrage der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) bestätigte Burghard Rosen,der Sprecher der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), dass die erforderlichen Genehmigungen nach Atom- und Baurecht zur Errichtung der Schutzwand in 2018 erteilt worden seien: Die Baugenehmigung für die Schutzwand am 21.08.2018 und die Baugenehmigung für die Kerosinabläufe am 08.11.2018. Rosen: „Aktuell bereiten wir – als Gesellschaft des Bundes – die Vergabe de rBaumaßnahmen im Rahmen des öffentlichen Vergaberechts vor und gehen davon aus, dass mit den Baumaßnahmen noch in diesem Jahr begonnen wird.“

Die Bürgerinitiative moniert an dieser Stelle, dass für diese verspäteten Sicherungsmaßnahmen offensichtlich keinerlei Öffentlichkeitsbeteiligung eingeplant ist. Vor einem Jahr noch hatte die Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) erklärt: „Ob eine UVP-Pflicht besteht wird in einer UVP-Vorprüfung festgestellt, bei der die Umwelteinwirkungen des Vorhabens bewertet werden. Derzeit findet eine ergebnisoffene UVP-Vorprüfung statt.“
BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Seitdem ist nichts weiter verlautbart worden. Wir halten die Mauer zwar für einen gewissen Sicherheitsgewinn, hegen aber grundsätzliche Zweifel, ob es lohnt, die Lager in Ahaus und Gorleben nachzurüsten, weil sie aus unserer Sichtden heutigen Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügen.“

Zweifel gebe es auch in der Frage, ob die geplanten Sicherungsbauten tatsächlich geeignet sind, die Anlage und die Menschen in der Umgebung des Zwischenlagers bei einem gezieltenFlugzeugabsturz und einem Brand zu schützen. Die Umweltinitiative erinnert auch daran, dass die benachbarte Halle mit den schwach- und mittelaktiven Abfällen überhaupt nicht gegen derartige Unfall- oder Terrorszenarien geschützt ist. Ehmke: „Wir hoffen, dass in der Frage der Öffentlichkeitsbeteiligung noch nicht das letzte Wortgesprochen ist.“  Warum die Castor-Behälter allein keinen ausreichenden Schutz bieten, erklärt das Bundesumweltministerium: „Eine Änderung oderErgänzung der Sicherungsmaßnahmen, insbesondere der baulich-technischen Maßnahmen, kann erforderlich werden, wenn sich die Gefährdungsbewertung durch die Sicherheitsbehörden ändert oder wenn sich neue Erkenntnisse, insbesondere zu den Auswirkungen der unterstellten Szenarien, ergeben. Zu bestimmten Angriffsszenarien im Nahbereich der Transport- und Lagerbehälter, die zu Schutzzielverletzungen führen können, hat sich die Bewertung und Erkenntnislage derart verändert, dass die Sicherungsmaßnahmen optimiert werden müssen. Dazu werden bauliche Maßnahmen und – bis zu deren Umsetzung – temporäre Maßnahmen durchgeführt.

 

Asse II-Koordinationskreis mahnt Aktivität der Bundesministerien an: „Wissensbestände zu Asse II ohne Interessenkollisionen sichern, Datenzugang verbessern!“

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Der Asse II-Koordinationskreis (A2K) will erreichen, dass die Daten von Atommüll-Ablieferern, Behörden und Wissenschaft der Öffentlichkeit leicht und vollständig zugänglich gemacht werden.

Diese Daten wurden von September 2013 bis Ende vergangenen Jahres vom „Institut für Wissensanalyse und Wissensynthese“ (IWW), eine Abteilung des Helmholtz-Zentrums München, in Goslar aufbereitet. Die Finanzierung dieses Instituts wurde zum 31.12.2018 eingestellt.

Bereits Ende November 2018 hat der A2K daher die Bundesministerinnen für Bildung und Forschung (BMBF) sowie für Umwelt und nukleare Sicherheit (BMU) angeschrieben.

Im Schreiben des A2K heißt es u. a.: „Das Desaster um den Schacht Asse II ist während der Verantwortung des Forschungsministeriums des Bundes (BMBF) für die Schachtanlage Asse II angerichtet worden. Der Asse II-Koordinationskreis (A2K) sieht daher eine bleibende Verantwortlichkeit im Bereich des Bundes.

Die Verantwortlichkeit für die Aufarbeitung der Datenbestände und für die Analysesoftware sowie für die Pflege, Vervollständigung und Sicherung aller Datenbestände muss weiterhin im politischen Raum auf der Ebene der Bundesministerien bleiben. Sie darf nicht an eine privatwirtschaftliche Gesellschaft ausgelagert werden.“

Der umfassende und einfache Zugang zu Informationen sei die Grundlage für Meinungsbildung und demokratische Teilhabe, so der A2K.

Insbesondere verbiete sich die Auslagerung an eine Institution, die Endlager betreibt oder beaufsichtigt oder die eine Endlagersuche durchführt. Hier sind zum Beispiel beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) und bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Interessenskonflikte vorprogrammiert.

Der A2K fordert beide Bundesministerinnen darüber hinaus auf, der Verantwortung ihres Amtes für die Schachtanlage Asse II gerecht zu werden, der Asse einen Besuch abzustatten und sich dabei auch zumindest neunzig Minuten Zeit für Gespräche mit den Anwohnern der Schachtanlage im Landkreises Wolfenbüttel zu nehmen, und ebenfalls mindestens neunzig Minuten Zeit für Gespräche mit Beschäftigten der Schachtanlage.

 

ausgestrahlt: AKW Grohnde: Betreiber versucht Laufzeit zu verlängern

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

 

Hamburg, 11. Januar 2019

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Eigene Strom-Produktionsrechte reichen nur noch wenige Monate / Eon-Tochter Preussen-Elektra klagt nun gegen Vattenfall / Atomkraftgegner für schnelles Abschalten

 

Das AKW Grohnde, südlich von Hannover, verfügt nur noch über geringe Strom-Produktionsrechte. Sind diese aufgebraucht, muss der Reaktor laut Atomgesetz abgeschaltet werden. Dies ist in wenigen Monaten der Fall.

Nun versucht der Grohnde-Betreiber, die Eon-Tochter PreussenElektra, weitere sogenannte Reststrommengen von anderen Atomkraftwerken zu übernehmen und so das AKW noch einige Jahre weiter laufen zu lassen.

Eon/PreussenElektra steht auf dem Standpunkt, dass noch vorhandene Stromkontingente aus den bereits abgeschalteten Reaktoren in Brunsbüttel und Krümmel teilweise kostenlos nach Grohnde übertragen werden können, da das Unternehmen Anteile an diesen Kraftwerken besitzt. Deren Betreiber ist jedoch der schwedische Konzern Vattenfall. Dieser will offenbar mit den Reststrommengen noch ein Geschäft machen und sie nicht ohne Bezahlung an die Konkurrenz übertragen.

Deshalb hat die Eon/Preussen-Elektra nach NDR-Informationen nun eine Klage beim Landgericht Hamburg eingereicht. Die Zukunft des AKW Grohnde entscheidet sich also möglicherweise vor Gericht.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Eon sollte das AKW Grohnde endlich abschalten. Mit dem Aufbrauchen der eigenen Strom-Produktionsrechte ist das Kraftwerk am Ende seiner vorgesehenen Betriebszeit angekommen. Diese nun künstlich durch eingeklagte Reststrommengen aus längst abgeschalteten Reaktoren zu verlängern, ist nicht im Sinne des Atomausstiegs. Damit würde lediglich das Risiko eines schweren Unfalls verlängert, der nicht nur die Region zwischen Hannover, Kassel und Bielefeld bedroht, sondern ganz Norddeutschland. Für die Stromversorgung wird Grohnde nicht mehr benötigt.“

ausgestrahlt: Atommüll-Bundesamt informiert einseitig

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg10. Januar 2019

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Bundesweite Veranstaltungen für Kommunen unter Ausschluss der
Öffentlichkeit. Es fehlt an Transparenz, an Mitbestimmung und an
Wissenschaftlichkeit im Suchverfahren für ein Atommüll-Lager

Welche Gemeinde bekommt den strahlenden Abfall aus den Atomkraftwerken?
In dieser und der nächsten Woche organisiert das Bundesamt für
kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) in LeipzigHamburg,
Frankfurt/M und Ulm vier Informationsveranstaltungen für Vertreterinnen
und Vertreter von Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet. Thema ist das
Standortsuchverfahren für ein tiefengeologisches Lager für
hochradioaktiven Atommüll.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt:

„Das Atommüll-Bundesamt gaukelt mit den Veranstaltungen etwas vor, was
es nicht gibt: Es verspricht umfassende Information, obwohl es keine
Transparenz über die geologische Datengrundlage von zukünftigen
Standort-Entscheidungen gibt. Es spricht von Dialog, obwohl die
betroffenen Kommunen laut Standortauswahlgesetz zwar viel sagen können,
aber nicht gehört werden müssen. Zudem steht das ganze Verfahren unter
immensem Zeitdruck, der wenig Raum lässt für die Infragestellung einmal
getroffener Annahmen und so zu eklatanten Fehlentscheidungen führen kann.

Und schließlich wird den potenziell betroffenen Gemeinden suggeriert, es
gäbe ein faires Verfahren nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Doch
bei der Festlegung der im Gesetz beschriebenen Kriterien für die
Standortauswahl waren nicht ausschließlich geologische Erwägungen und
Sicherheits-Überlegungen ausschlaggebend. Sie sind stattdessen Ergebnis
eines politischen Aushandlungsprozesses in der Atommüll-Kommission, in
der jede Landesregierung bemüht war, Gesichtspunkte nach vorne zu
stellen, die das eigene Territorium ausschließen. Das führt dazu, dass
einige Kriterien nur sehr vage formuliert sind und damit der politischen
Manipulation im Auswahlprozess Tür und Tor geöffnet ist.

Die Gefahr ist groß, dass am Ende nicht der beste Standort ausgewählt
wird, sondern diejenige Gemeinde das strahlende Erbe aufgezwungen
bekommt, die sich am schlechtesten wehren konnte.

Die Veranstaltungen für die Kommunen informieren einseitig. Sie sind
nicht öffentlich, so dass die dort vertretenen Städte und Landkreise
keine Argumente von kompetenten Kritikerinnen und Kritiker des
Suchverfahrens hören können. .ausgestrahlt hat sich deshalb dazu
entschieden, kritisches Informationsmaterial zur Standortsuche vor den
Toren der jeweiligen Veranstaltung an die Teilnehmenden zu verteilen.
Darin bieten wir den Kommunen auch unsere Beratung an.“

.ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay wird heute vor Beginn der
Veranstaltung in Hamburg vor Ort sein und steht für Presse-Anfragen zur
Verfügung.

atomstopp: Neujahrsvorsatz? Laufend für ein atomkraftfreies Europa!

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Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 04.01.2019

atomstopp sponsert Läufer_innen für den Linz Marathon am 14.April

Zu Weihnachten wieder ein paar Kekserl zu viel genascht? atomstopp bringt wieder in Schuss – und macht gleichzeitig Schluss mit Atomkraft in Europa. Auch 2019 lädt atomstopp motivierte Läuferinnen und Läufer ein, für den europaweiten Atomausstieg beim Linz Marathon anzutreten.

„Auch der Kampf gegen die Atomkraft ist ein Marathon. Größtes Handikap dabei ist der EURATOM-Vertrag, der die Atomkraft privilegiert und schützt. Wir arbeiten seit Jahren dagegen, jetzt ist auch ein gemeinsames Mobilmachen mit Verbündeten in anderen EU-Staaten auf Schiene: Schon im Dezember 2018 war atomstopp dabei, als in Paris die ‚Petition zur Auflösung von EURATOM‘ gestartet wurde. Aktuell gibt es auch mit Initiativen in Deutschland konkrete Gespräche“, berichten Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp.

„Beim Brexit ist längst nichts endgültig, noch besteht die Chance, endlich eine grundlegende Überarbeitung des EURATOM-Vertrages auf den Verhandlungstisch zu bringen. Und im Mai 2019 wählen wir ein neues EU-Parlament, ebenfalls eine sehr gute Gelegenheit, um die Diskussion anzukurbeln und Forderungen zu stellen!“, ergänzen Schweiger und Egger.

Genau deshalb will atomstopp beim Linz Marathon ein besonders deutliches Zeichen setzen und mit vielen Läuferinnen und Läufern in sonnengelben atomstopp-Laufshirts mit wehenden ‚Raus aus EURATOM‘- Fahnen ins Ziel einlaufen. atomstopp sponsert dafür die Laufshirts und übernimmt die Anmeldegebühr!

„Ob rasant oder gemütlich gelaufen wird, ist beim Marathon für atomstopp unerheblich – wichtig sind Ausdauer und das schwungvolle Signal! Schnell sein heißt es hingegen bei der Anmeldung: Wer für atomstopp beim Linz Marathon dabei sein möchte, meldet sich bis 11.1.2019 unter post@atomstopp.at. Wir freuen uns auf zahlreiche engagierte Sportler_innen, die mit uns einen kraftvollen Auftritt gegen die Atomkraft in Szene setzen!“, so Schweiger und Egger abschließend.