INRAG: 1st. International Nuclear Risk Conference 2015 (NURIS 2015)

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16./17 April, Wien, Universität für Bodenkultur

NURIS 2015 ist die erste internationale Konferenz, die sich aus interdisziplinärer wissenschaftlicher Sicht umfassend und offen mit den Risiken der Kernenergie beschäftigt. Sie wird veranstaltet von einer internationalen Vereinigung unabhängiger Nuklearexperten (International Nuclear Risk Assessment Group: INRAG).

INRAG (gegründet 11.März 2014) gehören u.a. eine Reihe von Professoren, ehemalige Leiter von Nuklearaufsichtsbehörden, unabhängige Sachverständige sowie Wissenschaftler mit interdisziplinärem Hintergrund an. Nach ihrer Grundauffassung bedeutet Sicherheit nichts anderes als die Akzeptanz der verbleibenden Risiken. Jede Sicherheitsdebatte, in der die verbleibenden Risiken nicht diskutiert werden, ist damit substanzlos.

Eine offene wissenschaftlich kritische Debatte über die Risiken der Kernenergie wird von den Verbänden der Atomwirtschaft, den internationalen Organisationen und der Mehrzahl der Atomaufsichtsbehörden jedoch weitgehend vermieden. Stattdessen wird auf internationalen Konferenzen plakativ die nukleare Sicherheit beschworen, ohne dass dabei klar werden könnte, worin sie besteht und welche Grenzen sie hat.

NURIS 2015 soll mit diesem Tabu brechen. In dieser Konferenz steht der wissenschaftliche Diskurs über die Risiken der Kernenergie im Zentrum. Sie wendet sich an Wissenschaftler und Praktiker aber ganz wesentlich auch an die Öffentlichkeit, an Entscheidungsträger in Parlamenten und Behörden und an alle zivilgesellschaftlich aktiven Persönlichkeiten und Gruppen.

NURIS 2015 behandelt in über 40 Vorträgen von qualifizierten Wissenschaftlern und Experten u.a. aus Japan, aus China, aus den USA und aus vielen europäischen Ländern unter anderem folgende Themen:

I. Die Zukunft der Kernenergie (Seminar 1)

• Entwicklungstrends der Kernenergie; gibt es eine Renaissance?

• Wie weit reicht der Nuklearbrennstoff zum weltweiten Betrieb von Kernkraftwerken?

• Welche ökonomischen Grenzen gibt es für die weitere Entwicklung der Kernenergie?

• Kann und gegebenenfalls inwieweit kann Kernenergie das Klima retten?

• Wie teuer sind Kernkraftwerksunfälle?

II. Fukushima (Seminar 2)

• Welchen Strahlenbelastungen ist die Umwelt und Bevölkerung in Fukushima und in Japan ausgesetzt?

• Welche Risiken bestehen noch in den havarierten Blöcken des Kernkraftwerks Fukushima?

• Sind die richtigen Konsequenzen aus dem Unfall gezogen worden?

III. Nukleare Technologie und Risiken von alten und neuen Reaktoren (Seminar 3)

• Halten die Reaktordruckbehälter von alten Reaktoren den Belastungen stand? (Risse in belgischen Reaktoren)

• Welche Risiken gehen von Reaktoren in Österreichs Nachbarländern aus? (Beispiel Schweiz)

• Welche Sicherheit versprechen zukünftige Reaktorkonzepte?

IV. Risk Governance und Transparenz (Seminar 4)

• Wie transparent arbeiten Atomaufsichtsbehörden?

• Welche Maßstäbe gelten für Sicherheitsüberprüfungen?

• Welchen Einfluss haben Nichtnuklearländer auf die internationale Nuklearpolitik insbesondere in der Europäischen Union?

V. Strahlenschutz und radioaktive Abfälle (Seminar 5)

• Wie weit reichen die Möglichkeiten, abgebrannten Kernbrennstoff in unschädlichere Stoffe zu verwandeln?

• Wie sieht es mit der Lagerung und Endlagerung von radioaktiven Abfällen in Österreich und in europäischen Nachbarländern aus?

• Inwieweit kann man die Ausbreitung von radioaktiven Stoffen bei Unfällen rechnerisch vorhersagen?

VI. Proliferationsrisiken (Seminar 6)

• Wie wirksam waren und sind die internationalen Regelungen, um die militärische Verbreitung von Kernwaffen zu verhindern?

• Wo ist die Grenze von ziviler und militärischer Nutzung der Kernenergie?

Die Konferenz wird durch den österreichischen Umweltminister, Andrä Rupprechter, eröffnet.

Keynote-Sprecher sind:

Gregory Jaczko (ehemaliger Chairman der US-NRC, US Atomaufsichtsbehörde)

Satoshi Sato (former General Electric nuclear power plant engineer)

Richard Adams (member of the Economic and Social Committee of the European Union)

Daten zur Konferenz:

Beginn: Donnerstag, 16. April, 10 Uhr; Registrierung und Willkommenskaffee: ab 9:00 h

Ende: Freitag, 17. April, 18:30

Ort: Universität für Bodenkultur

Donnerstag, 10:00 – 13:00: Eröffnung und Keynote-Vorträge; Teilnahme öffentlich – ohne Anmeldegebühr

Donnerstag 13:00h – Freitag 18:30: Themen-Seminare; Teilnahme öffentlich – mit Anmeldegebühr

Anmeldegebühr: 150. – €

Ermäßigt: 90. – €

Studierende: 15. – € (Catering exklusive)

Ermäßigung wird gewährt für Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Anmeldung unter www.nuris.org

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