FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager: Wir ahnen das Schlimmste für unsere Nachkommen

antiakwsonne

Medienerklärung v. 21. April 15

Entsorgung auch von Deutschlands größtem Atommülllager ungewiss

Die Endlagerkommission sagt, dass die Endlagerung ungewiss ist. Dass die Zwischenlager faktisch Endlager sind. Damit werden Verseuchung und Unbewohnbarkeit vieler Regionen Deutschlands wahrscheinlich. Die größte Atommülllagerung Deutschlands findet heute schon im zwischen Augsburg und Ulm gelegenen Gundremmingen statt.

Vor genau 15 Jahren haben RWE, EON, ENBW und Vattenfall mit der damaligen Rot-Grünen Bundesregierung ausgemacht, den Atommüllnotstand durch den Bau dezentraler Zwischenlager zu vertagen. Hoch und heilig wurde versprochen, dass diese Zwischenlager nur höchstens 40 Jahre bestehen würden.

Mit der folgenden Schwarz-gelben Bundesregierung haben dann dieselben vier Atomkonzerne abgekartet, die Laufzeiten und die Atommüllproduktion in Deutschland drastisch zu verlängern. Durch die Katastrophe von Fukushima wurden sie zur teilweisen Umkehr gezwungen. Das Ergebnis des großen Kuhhandels im Frühjahr 2011 war das erfreuliche Abschalten von acht Alt-AKW aber auch eine Verlängerung der Gundremminger Laufzeiten über die von Rot-Grün ausgemachten Jahre hinaus. Und dabei sind die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen besonders gefährlich.

Jetzt steht das im Jahr 2000 verscheuchte Atommülldesaster wieder vor der Tür. Die Atommüllmenge ist seitdem sogar fast verdoppelt worden. Und die oberirdischen Zwischenlager haben vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt bekommen, dass sie keine ausreichenden Sicherheitsnachweise haben.

Die Schuldigen verfluchen

Es kommt, wie wir immer befürchtet haben: Man macht weiter mit der Atommüllproduktion, schafft immer neue gefährliche Zwischenlager und verschiebt die unterirdische Endlagerung auf unsere Enkel und deren Kinder und Enkel. Viele Bürgerinnen und Bürger haben das im Jahr 2000 und vorher nicht durchschaut. Sie ließen sich auch von Versprechungen von höchster Stelle blenden. So sagte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Regierungserklärung am 4. Mai 1983: „Die Entsorgung muss und wird zügig verwirklicht werden.“ Vier Jahre zuvor hatten am 28. September 1979 die Ministerpräsidenten der Bundesländer zusammen mit Bundeskanzler Helmut Schmidt Ähnliches beschlossen: „„Sie (die Regierungschefs) bekräftigen den Grundsatz, daß die sichere Gewährleistung der Entsorgung der Kernkraftwerke eine der unabdingbaren Voraussetzungen für die weitere Nutzung und für den weiteren begrenzten Ausbau der Kernenergie bildet.“

Und dabei findet die Entsorgung im eigentlichen Sinn erst mit der sicheren Endlagerung statt, wie die Bundesregierung im Jahr 1983 schrieb.

Die Vorstände der Atomkonzerne, die immer wieder gelogen haben, die Atommüllfrage sei gelöst, sind schuldig aber schon fast alle tot. Der Atomminister Franz-Josef Strauß, der Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Bundeskanzler Helmut Kohl, der Bundeskanzler Gerhard Schröder und die Bundeskanzlerin Angela Merkel sind persönlich schuldig an diesem Desaster. Man muss es in ihre Nachrufe schreiben! Aber auch viele Minister und einige Bürgermeister und Landräte wie Abgeordnete haben schwere Schuld auf sich geladen.

Wir müssen befürchten

Wenn es so weiter geht wie bisher, werden irgendwann die Castoren in den Zwischenlagern undicht und die Radioaktivität schleicht in die Region. Oder es kommt schon vorher zu Unfällen oder Anschlägen und die Strahlung verseucht Dörfer und Landstriche.

Zwischenlager in Deutschland

Hochradioaktiver tödlich strahlender Atommüll lagert bei uns in 17 Orten: Ahaus, Biblis, Brokdorf, Brunsbüttel, Esenshamm/Unterweser, Gorleben, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Jülich, Krümmel, Lingen/Emsland, Lubmin/Greifswald (Gemeinde Rubenow), Neckarwestheim, Obrigheim (Zwischenlager als Nasslager, Castorlager erst beantragt), Ohu/Isar und Philippsburg.

Wir fordern

Die Atommüllproduktion schnellstmöglich beenden! Ernsthaft nach einem möglichst sicheren Ort für ein unterirdisches Endlager in Deutschland suchen und es verwirklichen! Die Zwischenlager wesentlich stabiler neu bauen! Bei der Energiewende, insbesondere beim Ausbau von PV- und Windkraft wieder die Handbremse lösen und Gas geben!

Raimund Kamm (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

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