NRW-Landesregierung: 177 Urantransporte 2015 von/nach Gronau

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau

Gronau/Bonn, 3. März 2016

Gemeinsame Pressemitteilung
bbu

Urananreicherer Urenco exportiert weiter an Zulieferer für belgische AKW
– neues Uranmüll-Lager in Gronau 2016 in Betrieb?

2015 fuhren 177 Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage Gronau, davon 19 per Bahn und 158 per LKW. Das bedeutet, dass im Schnitt alle zwei Tage von/nach Gronau ein Urantransport rollt. Dies geht aus einer aktuellen Antwort der NRW-Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Piratenfraktion hervor (Landtags-Drucksache 16/11012, s. Anhang dieser PM).

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen kritisieren die anhaltend hohe Anzahl von gefährlichen Urantransporten sowie den fehlenden politischen Willen der NRW-Landesregierung, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Stilllegung der Urananreicherungsanlage umzusetzen. Zudem geht die Landesregierung weiterhin davon aus, dass noch in diesem Jahr das neue Uranmüll-Lager für 60 000 Tonnen Uranoxid in Gronau eröffnet werden soll.

Aus Protest wird am 25. März ein Ostermarsch an der Atomanlage in Gronau stattfinden.

Aus der Antwort der NRW-Landesregierung geht im Einzelnen hervor, dass Frankreich derzeit der größte Abnehmer für angereichertes Uran aus Gronau ist, gefolgt von den USA und Großbritannien. Aber auch Schweden, Südkorea und die Brennelementefabrik in Lingen werden von Gronau aus beliefert. Anti-Atomkraft-Initiativen hatten vor wenigen Wochen aufgedeckt, dass die von Gronau belieferten Uran- und Brennelementefabriken in Columbia/USA und Springfields/UK auch der Versorgung der heftig umstrittenen belgischen Skandal-Reaktoren Tihange 2 und 3 sowie Doel 4 dienen. Die Brennelementefabrik in Lingen liefert zudem Brennelemente für Doel 1 und 2 sowie für die französischen Pannenreaktoren Fessenheim und Cattenom.

„Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat der Urananreicherer Urenco seine gefährliche Geschäftspolitik nicht geändert. Damals belieferte Urenco den Fukushima-Betreiber Tepco, heute gelangt in Gronau angereichertes Uran in belgischen und französischen Pannenreaktoren zum Einsatz – und weder die NRW-Landesregierung noch die Bundesregierung gebieten dem Einhalt. Das ist eine sehr ernüchternde Bilanz zum 5. Fukushima-Jahrestag,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Die Ankündigung zur geplanten Eröffnung des Uranmülllagers in Gronau noch in 2016 ist sehr beunruhigend, weil es keinerlei Entsorgungsmöglichkeit gibt. Die neue Lagerhalle kann deshalb schnell zu einem oberirdischen Endlager werden. Deshalb muss die Landesregierung durch die umgehende Stilllegung der UAA Gronau endlich dafür sorgen, dass kein neuer Atommüll produziert wird,“ so Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

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