BI Umweltschutz: Endlagersuche mit weißen Seiten

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung 3.04.2016

bi umweltschutz castor antiatom

Die Endlagerkommission hat ihren Berichtentwurf vorgelegt, der von der interessierten Öffentlichkeit bis Ende April kommentiert werden kann. Im Sommer sollen die Empfehlungen dem Bundestag vorgelegt werden.

Große Teile des Textkorpus sind erstellt, ein Abriss zum Aufstieg und Fall der Atomenergie in der Bundesrepublik und Leitsätze zur Endlagersuche finden durchaus die Anerkennung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI).

Doch was nützt das, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, wenn die „harten Passagen“ zu den bisherigen Erfahrungen mit den gescheiterten, geplanten und angestrebten Endlagerprojekten fehlen. „Wer die 130 Seiten durchsieht, ist enttäuscht. Denn vor allem fehlt der Part, der darüber entscheidet, wie es mit der Standortsuche weitergeht, kritisiert die BI, nämlich die Darstellung der Abwägungs- und Sicherheitskriterien bei der Suche nach einem Endlager, das aus Sicht der Kommission allein ein tiefengeologisches Lager sein soll.

„Neben den weißen Seiten im Bericht ist inzwischen auch klar, dass weite Teile der Bundesrepublik Deutschland geologisch überhaupt nicht soweit erfasst sind wie die norddeutsche Tiefebene mit ihren Salz- und Tonvorkommen“, gibt Ehmke zu bedenken. „Es gibt also neben den weißen Seiten des Berichts sogar noch viele weiße Flecken auf der Landkarte und ohne Kenntnisse der geologischen Gesamtsituation gibt es keine Gerechtigkeit in einem Auswahlverfahren.“

Wie die Kommentare und Empfehlungen der interessierten Öffentlichkeit sowie die Debattenbeiträge einer Präsenzveranstaltung und die Ergebnisse einer Online-Befragung noch in den Bericht eingearbeitet werden können, ist außerdem völlig schleierhaft. Die BI fragt: „Welchen Sinn macht die Öffentlichkeitsbeteiligung, wenn diese Beiträge angesichts des Zeitdrucks gar nicht berücksichtigt werden können, welchen Sinn macht das Tempo bei der Abfassung des Berichts, wo es doch um sorgfältig zu erwägende Fragen bei der Verwahrung hochgiftiger und hochradioaktiver Stoffe geht?“

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