atomstopp: AKW Mochovce in Krisensituation nicht beherrschbar

Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 06.12.2016

anti-atom
Intervention durch BM Rupprechter auf lakonisches Schulterzucken der slowakischen Regierung gefordert!

„Ein Alarmsignal der Sonderklasse, das sich die slowakische Regierung im Bezug auf Krisenmanagement im AKW Mochovce leistet: Anhand einer Evaluierung, die von einem sturmbedingten Zusammenbruch der Infrastruktur ausgeht, wurde festgestellt, dass die Situation unterm Strich nicht beherrschbar wäre und wohl völlig entgleiten würde!“, sind Gabriele Schweiger und Roland Egger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich in Reaktion auf den kürzlich durchgesickerten Faktenbericht empört.

„Tschechische NGO-Kolleg_innen machten uns darauf aufmerksam, dass am 1. 12. 2016 in der slowakischen Tageszeitung >Dennik N< über untragbare Missstände im Katastrophenmanagement rund um Mochovce berichtet worden war. In der Übersetzung i st sinngemäß die Rede von: nicht vorhandenen Koordinierungsplänen für einen Notfalleinsatz, von einem 7/24 Bereitschaftsdienst der ebenso unterbesetzt wie unterbezahlt ist, von unzureichenden Ersatzstromquellen, von nicht existenten Kommunikationsstrukturen! Dazu fehle noch eine taugliche Strahlenauswertung, von einem gesicherten Frühwarnsystem ganz zu schweigen! Kurzum: An einen Schutz der Bevölkerung, an eine geordnete Evakuierung ist nicht zu denken. Dennoch zucken die Verantwortlichen in der slowakischen Regierung dazu offensichtlich nur lakonisch mit den Schultern – und segnen den haarsträubenden Bericht einfach als Status quo ab!“, so Schweiger und Egger weiter.

Das AKW Mochovce liegt etwa 120km von Bratislava entfernt – und somit auch bedrohlich nahe zur österreichischen Grenze. Es gilt seit Jahren als eines der gefährlichsten Atomkraftwerke weltweit, das Design stammt aus den Neunzehnsiebzigerjahren, einer Zeit also, wo Sicherheitskultur in Atomanlagen kein großes Thema war. Die zwei laufenden Reaktoren verfügen über keine Schutzhülle, ebenso die beiden Reaktoren 3&4, die derzeit auf Grundlage von Jahrzehnte alten Baugenehmigungen errichtet werden.

„Umweltminister Andrä Rupprechter ist dringendst gefordert, bei seinem Amtskollegen Lászlo Solymos zu intervenieren! Es darf keinesfalls hingenommen werden, dass in unserer unmittelbaren Nähe eine Ausprägung von Katastrophenschutz geduldet wird, die diesen Namen nicht verdient! Ein AKW wie Mochovce zu betreiben und auszubauen ist schon Affront genug, dass aber allein jederzeit erwartbare Wetterbedingungen schon zum unbeherrschbaren Horrorszenario für die Bevölkerung führen würden, muss umgehend gestoppt werden.“, so Schweiger und Egger abschließend.

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