atomstopp: Schwere Kritikpunkte am tschechischen Atommüll-Endlagerkonzept

Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 01.08.2017

anti-atom
Stellungnahme zur grenzüberschreitenden strategischen Umweltprüfung eingereicht

Fristgerecht hat atomstopp_oberoesterreich eine Stellungnahme zur ‚Aktualisierung des Konzepts zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen und abgebranntem Nuklearbrennstoff in der Tschechische Republik’ eingereicht. „Im Rahmen dieses grenzüberschreitenden Verfahrens haben wir stellvertretend für die Mitglieder unserer Vereine ‚Mütter gegen Atomgefahr‘ und ‚atomstopp_atomkraftfrei leben!‘ Einspruch erhoben, denn die Ausführungen in der Darstellung sind für uns weitgehend unzulänglich!“, berichten Gabriele Schweiger und Roland Egger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich.

„Die 3 Hauptkritikpunkte in unserer Stellungnahme sind zum einen die fehlende Gesetzeskonformität, denn obwohl die genannten Standorte mehrfach in großer Nä he zu österreichischen Gemeindegebieten liegen, wird diesen Gemeinden, wie nach internationalem Recht eigentlich vorgesehen, keine Mitsprache eingeräumt. Zum anderen bemängeln wir die fragwürdige Einschätzung der Umweltauswirkungen, solche werden im Konzept von vorn weg so gut wie ausgeschlossen. Worauf sich diese These jedoch stützt, ist total unklar! Weltweit gibt es noch kein einziges Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle, also auch keine Erfahrungswerte! Jede Aussage über vernachlässigbare Auswirkungen auf Boden und Gewässer muss deshalb als rein spekulative Mutmaßung entlarvt werden!“, so Schweiger und Egger weiter.

„Weiters ist zu kritisieren, dass ausschließlich die Methode der Tiefenlagerung in Betracht gezogen wird. Das Fehlen jeder Vergleichsvariante ist nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht unseriös, sondern im gegenständlichen Fall auch besonders gefährlich, da zahlreiche Experten vor genau dieser nicht rückholbaren Verbringung von hochradioaktivem Abfall w arnen! Wir finden, das vorgelegte Konzept zum Umgang mit Atommüll in Tschechien muss gründlich überdacht werden – genau das fordern wir mit unserer Stellungnahme ein!“, so Schweiger und Egger abschließend.

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