Gemeinsame Stellungnahme von Bürgerinitiativen der Neckar-Region zur Abfallbilanz Baden-Württemberg 2016

Bürgerinitiativen aus der Neckar-Region*

– Interessengemeinschaft Deponien Froschgraben Schwieberdingen    und Burghof Horrheim

– Bürger-Initiative Gegen MÜll-Geschäfte (BIGMÜG Buchen)

– Bürgerinitiative GegenGift Heilbronn/UnterLand

– Initiative AtomErbe Obrigheim

– Arbeitsgemeinschaft AtomErbe Neckarwestheim

anti-atom

 

Gemeinsame Stellungnahme von Bürgerinitiativen der Neckar-Region zur Abfallbilanz Baden-Württemberg 2016

 

Anlass:

Vorstellung der Abfallbilanz Baden-Württemberg 2016 durch Herrn Minister Untersteller am Montag 31.07.2017

 

 

Bürgerinitiativen der Neckar-Region fordern ein Umdenken: Abfall? Da muss vieles anders werden!

 

30.07.2017

 

Wer etwas über eine Zivilisation erfahren möchte, muss sich deren Umgang mit ihrem Abfall anschauen.

Deshalb begrüßen wir Bürgerinitiativen aus der Neckar-Region die jährliche Abfallbilanz für Baden-Württemberg, die am Montag 31.7.17 für das Jahr 2016 vorgestellt wird. Wir fordern aber Bürger und Politik auf, endlich die dringenden Konsequenzen zu ziehen.

„Der Raubbau der heutigen Generation an der Zukunft unserer Kinder zeigt sich nicht nur im Ressourcenverbrauch, in Ungerechtigkeit und Klimawandel, sondern auch im Abfall-Erbe, das wir hinterlassen“, betont Gottfried May-Stürmer von der Bürgerinitiative GegenGift Heilbronn/UnterLand, „und am Ende der Müll-Kette, nämlich in der Untertage-Deponie Heilbronn/Kochendorf, sind Wassereinbrüche mit Vergiftung der Biosphäre nur eine Frage der Zeit. Was wir heute ‚Entsorgung‘ nennen, wird unseren Nachfahren noch viele Sorgen bereiten.“

„Auch bei den oberirdischen Deponien erleben wir, dass die Anlagen nach und nach für Abfallarten missbraucht werden, für die sie nicht geeignet sind, zum Beispiel Abrissmüll aus den AKWs und den Karlsruher Atomanlagen“, kritisiert Dr.

med. Dierk-Christian Vogt von der Interessengemeinschaft Deponien Froschgraben Schwieberdingen und Burghof Horrheim und ergänzt: „und das in Verbindung mit Schlampereien und Geheimniskrämerei.“

 

„Die Freigabe von radioaktiv belastetem Material muss neu verhandelt werden.

Eine weitere Anreicherung von radioaktiven Stoffen in der Umwelt muss vermieden werden, zumal seit Jahrzehnten eine Berieselung aus den Schornsteinen und Abwasserrohren der Atomkraftwerke stattfindet“, fordert Gertrud Patan von der Initiative AtomErbe Obrigheim und erläutert: „betroffen sind in Baden-Württemberg einerseits Buchen, Schwieberdingen, Vaihingen-Horrheim, Kochendorf, Heilbronn, Wiesloch, Billigheim, Sinsheim und Mannheim als Standorte von Deponien und Müllverbrennungsanlagen, aber besonders auch alle Bürger in ihrem Alltag durch künftig große Mengen an recyceltem AKW-Beton und -Metall.“

 

„Es ist gut, dass die Annahme von strahlendem AKW-Schutt aus Obrigheim auf der Buchener Deponie erst einmal abgelehnt wurde“, unterstützt Arno Scheuermann von der Bürger-Initiative Gegen MÜll-Geschäfte Buchen die aktuellen Entscheidungen des Landrats und des Aufsichtsrats der Abfallgesellschaft, „aber jetzt braucht es dauerhafte und nachhaltige Konzepte. Für den AKW-Abrissmüll heißt das: die Optionen mit geordnetem Verbleib des strahlenden „Freimessmülls“ an den AKW-Standorten müssen endlich ernsthaft angegangen werden. Sicherheit muss vor Sparen gehen.“

 

„Jeder Experte weiß, dass auch niedrige radioaktive Strahlendosen Krebs und andere Krankheiten auslösen können. Trotzdem derart strahlenden Abrissmüll aus den Atomanlagen auf normale Bauschuttdeponien und sogar in das Metall- und Betonrecycling zu geben, obwohl es bessere Möglichkeiten gibt, ist unverantwortlich. Noch dazu wird der Verbleib des meisten Materials noch nicht einmal nachverfolgt“, kritisiert Dr. med. Jörg Schmid von der Arbeitsgemeinschaft AtomErbe Neckarwestheim die derzeitige Politik und

präzisiert: „Die Ärztevereinigung IPPNW hat belegen können, dass die Langzeitlagerung des AKW-Schutts in einem spezialisierten Bunker am AKW-Gelände oder die Langzeitsicherung der leergeräumten AKW-Gebäude machbare Alternativen sind, und zwar aus heutiger Sicht die einzigen verantwortbaren Wege für diesen Müll.“

 

Wir Bürgerinitiativen sind uns einig: Im Umgang mit dem Abfall muss es eine Kehrtwende geben, und das betrifft ganz besonders den giftigen und den strahlenden Abfall.

 

 

 

Interessengemeinschaft Deponien Froschgraben Schwieberdingen und Burghof Horrheim

www.Froschgraben-freigemessen.de

 

Bürger-Initiative Gegen MÜll-Geschäfte

www.BIGMUeG.de

 

Bürgerinitiative GegenGift Heilbronn/UnterLand

http://gegengift.blogsport.eu

 

Initiative AtomErbe Obrigheim

www.AtomErbe-Obrigheim.de

 

Arbeitsgemeinschaft AtomErbe Neckarwestheim

www.AtomErbe-Neckarwestheim.de

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