Bundesumweltministerium: Stilllegung oder Exportstopp für Urananreicherung Gronau?

Foto OMA Gronau 30.03.2018 Demozug Röntgenstraße

Die Proteste gegen die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau reissen nicht ab: Ostermarsch 2018 zur UAA Gronau (Karfreitag, 30.03.2018)

 

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Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster

 

Gronau/Münster/Schüttorf, 9. April 2018

 

Stilllegung oder Exportstopp für Urananreicherung Gronau?

Bundesumweltministerium prüft beide Varianten / Atomkraftgegner fordern auch Stilllegung der Lingener Brennelementefabrik

Die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze prüft die mögliche Untersagung von Lieferungen von angereichertem Uran aus Gronau für Atomanlagen im Ausland, „deren Sicherheit aus deutscher Sicht zweifelhaft ist“. Außerdem prüft sie darüber hinaus auch die Möglichkeit einer generellen Stilllegung der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW). (Quelle: Aktuelle Stunde des WDR, Karfreitag). Die Münsterländer Anti-Atomkraft-Initiativen sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) gehen davon aus, dass diese Ankündigung auch für die benachbarte Brennelementefabrik Lingen (Niedersachsen) gilt.

Schon lange kritisieren Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände wie der BBU, dass es für die Uranfabriken in Gronau und Lingen bisher keine Laufzeitbegrenzung gibt. Im vergangenen Herbst hatten zwei Gutachten im Auftrag des Bundesumweltministeriums bestätigt, dass sowohl die Urananreicherungsanlage Gronau wie auch die Brennelementefabrik in Lingen im Rahmen des deutschen Atomausstiegs rechtssicher stillgelegt werden können. Laut aktuellem Koalitionsvertrag soll zunächst der Export von angereichertem Uran und Brennelementen eingeschränkt werden. Hier hatte ein Gutachten für die atomkritische Ärzte-Organisation IPPNW ebenfalls entsprechende Handlungsmöglichkeiten der Bundesregierung aufgezeigt.

 

Neue Umweltministerin muss schnell Ausstiegsbeschlüsse für die Uranfabriken präsentieren

„Es freut uns, dass die neue Bundesumweltministerin dieses ernste und drängende atomare Problem nun offensichtlich rasch angehen will. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die hiesigen Atomkraftwerke aus Sicherheitsgründen zu Recht stillgelegt werden, die Risikoreaktoren im benachbarten Ausland jedoch aus Gronau und Lingen mit Uranbrennstoff weiterbeliefert werden. Wir fordern, dass die neue Ministerin hier schnell klare Ausstiegsbeschlüsse präsentiert, die den Atomausstieg auch für die Uranfabriken in Gronau und Lingen umsetzen,“ so Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und Mitglied im Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau.

Schon im August 2016 hatte Svenja Schulze, damals noch als NRW-Landtagsabgeordnete, eine rechtssichere Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau gefordert.

 

(Quelle: http://www.spd-muenster.de/news/detail/news/spd-muenster-fuer-ende-der-urananreicherung-in-gronau/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=de3c2c1cb223049c95f6b848847b4a75)

 

 

Zum Hintergrund: Der auch in der Bundesrepublik Deutschland tätige internationale Urananreicherer Urenco beliefert von Gronau aus rund 10 % des Weltmarktes mit angereichertem Uran zur Brennelementeproduktion.

Kunden sind u. a. die belgischen AKW-Betreiber, aber auch z. B. die Ukraine. In Lingen produziert der französische Atomkonzern EDF/Framatome direkt für die belgischen AKW, aber auch z. B. für Frankreich, die Niederlande, die Schweiz, Schweden und Finnland.

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände fordern bereits seit langem ein Aus für Uranexporte sowie die Stilllegung dieser beiden Atomfabriken. Im Atomausstiegsgesetz wurden sie 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima aber „vergessen“ und dürfen deshalb derzeit noch unbefristet weiterlaufen. Im Rahmen der bundesweiten Ostermärsche führte Karfreitag auch ein Ostermarsch zur Gronauer Urananreicherungsanlage und unterstrich die Stillegungsforderungen. In Lingen finden am 26. April sowie am 9. Juni weitere Protestaktionen statt.

 

Weitere Informationen:

www.sofa-ms.de <http://www.sofa-ms.de>, www.urantransport.de <http://www.urantransport.de>, www.bbu-online.de <http://www.bbu-online.de>

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