BI Umweltschutz: Gorleben – finanzielles (Atommüll-) Fass ohne Boden

BürgerinitiativeUmweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Wendland Gorleben antiatom

Pressemitteilung 17.05.2018
Gorleben – finanzielles (Atommüll-) Fass ohne Boden

 

Sonderliches förderte eine parlamentarische Anfrage der Grünen zu Tage: die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK), eine  Postkastenfirma, deren Aktenbestände von der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) verwaltet werden, verdient sich an Gorleben unbefristet (!) dick und dämlich.

 

Die DWK hatte mit aggressiven Grundstücksaufkäufen Ende der 70er Jahre ein Gelände von 650 Hektar Wald erworben, auf diesem Gelände sollte ursprünglich das „Nukleare Entsorgungszentrum“ (NEZ) errichtet werden. Daraus wurde bekanntlich nichts, der Widerstand gegen diese Pläne war so heftig, dass der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) den legendären Satz sagte, der Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage sei „politisch nicht durchsetzbar“, erinnert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberge.V. (BI).

 

Vorangetrieben wurden aber die Pläne, in Gorleben oberirdisch die atomaren Zwischenlager zu errichten – die Castorhalle,in der zurzeit 113 Behälter stehen und ein Fasslager. Eine Pilotkonditionierungsanlage, die ihren Betrieb vermutlich nie aufnehmen wird,komplettiert einen Teil des Atomstandorts Gorleben. Nicht weit davon entfernt wurde unter Tage seit 1986 ein Bergwerk im Salzstock Gorleben- Rambow aufgefahren,unter dem Deckmantel „Erkundung“ wurde mit der Errichtung eines Atommüllendlagers begonnen.

 

Für die Salzrechte wurden der DWK im Jahr 2015 vom Bund als Einmalzahlung 277 697,20 Euro überwiesen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf die parlamentarische Anfrage. Für die 37 Hektar, auf denen die Atomanlagen und das Bergwerk stehen, kassiert die DWK jährlich 43.041,68 Euro – unbefristet, zumindest solange, wie Gorleben als mögliches Endlager vorgehalten wird.
BI- Sprecher Wolfgang Ehmke: „Gorleben ist für die Steuerzahler ein Fass ohne Boden. Die Arbeiten unter Tage werden bis zum Rückbau eines Erkundungsbereiches ohnehin jährlich mit 40 Mio. Euro veranschlagt, der dann folgende Offenhaltungsbetrieb schlägt immer noch mit 30 Mio. Euro zu Buche. Und das alles, weil die Politik nicht bereit war, konsequent unter Gorleben einen Schlussstrich zu ziehen.“

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