Kategorie: Castor

Newsletter der AG Schacht KONRAD e. V. Mai 2018

  1. Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser (Mobile Atomaufsicht)
  2. Protest-Treck im Herbst geplant: ASSE leerräumen – KONRAD aufgeben!
  3. Mit dem Zug von Braunschweig zur Demo in Lingen am 9. Juni
  4. Aufgabe Atommüll: Staat, übernehmen Sie!
  5. Ist Umweltministerin Schulze die Asse egal?
  6. Termine

 

ag schacht konrad antiatom

 

 

  1. Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser (Mobile Atomaufsicht)

 

Es ist geradezu vermessen anzunehmen, Schacht Konrad sei sicher. Unter anderem deshalb findet vom 14.-18.05.2018 das 1. Konradseminar 2018 der IG-Metall Salzgitter-Peine im Gewerkschaftshaus statt. Weil Kontrolle bekanntlich besser als Vertrauen ist, planen wir als Seminarabschluss am Freitag den 18.05.2018 ab 17.00 Uhr den Betreibern von Schacht Konrad auf die Finger zu schauen.

Wir treffen uns oben am Schacht 1 und werden dort einige Kontrollmessungen durchführen. Begleitet werden die Messungen von Redebeiträgen der SeminarteilnehmerInnen.

Alle interessierten Menschen aus der Region sind herzlich Willkommen.

 

Flyer (PDF) <http://ag-schacht-konrad.de/images/stories/Gruppen/Kanaldoerfer/Mobile_Atomaufsicht/20.Mobile-Atomaufsicht-Plakat-A4.pdf>

 

 

  1. Protest-Treck im Herbst geplant: ASSE leerräumen – KONRAD aufgeben!

 

Am Samstag, den 20. Oktober, soll es mit einem bunten Treck vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter-Lebenstedt zur Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine gehen. Mit vielen Menschen, Initiativen und Organisationen wollen wir gemeinsam aufbrechen, um die BGE als Betreiber der Anlagen ASSE II und Schacht KONRAD aufzufordern, ihre Kapazitäten auf den Schachtneubau an der ASSE zu konzentrieren und das sinnlose Projekt KONRAD endlich aufzugeben.

 

weiterlesen… <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2135&Itemid=1>

 

 

  1. Mit dem Zug von Braunschweig zur Demo in Lingen am 9. Juni

 

Atomrisiko jetzt beenden! AKW abschalten – 30 Jahre sind 30 Jahre zu viel!

Wir unterstützen mit unserer Teilnahme das Motto der Demo vom AKW Lingen II zur Brennelementefertigung in Lingen am Samstag, den 9. Juni. Das Atomkraftwerk Emsland wird am 20. Juni 30 Jahre alt! Dieser Atommeiler hat eine Betriebsgenehmigung bis Ende 2022. Das Risiko einer so langen Laufzeit können und dürfen wir nicht zulassen, weder in Lingen noch an anderen Standorten! Es gibt keine „sichere Atomkraft“, und je älter ein Reaktor wird, desto gefährlicher ist er. Allein durch Materialermüdung und Verschleiß steigt die Anzahl der Störfälle dramatisch an, auch im AKW Emsland. Und auch der aktuelle Störfall im AKW Doel in Belgien nahe der deutschen Grenze bei Aachen…

 

weiterlesen… <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2134&Itemid=1>

 

  1. Aufgabe Atommüll: Staat, übernehmen Sie!

 

Bericht über den Fachworkshop „Wem gehört der Atommüll?“

Mit dem neuen Standortauswahlgesetz wurde auch eine Neuordnung der Verantwortung im Umgang mit dem Atommüll und ein neues Finanzierungskonzept vom Bundestag beschlossen. Zu diesem Thema veranstaltete das Fachportal Atommüllreport am Freitag, dem 20.4. in Hannover den Fachworkshop „Wem gehört der Atommüll“, an dem 40 Vertreter von Firmen, Behörden, Wissenschaft, Initiativen und Umweltverbänden teilnahmen.

 

weiterlesen beim Atommüllreport… <https://www.atommuellreport.de/themen/atommuell/einzelansicht/aufgabe-atommuell-staat-uebernehmen-sie.html>

 

  1. Ist Umweltministerin Schulze die Asse egal?

 

Nach einer sechsmonatigen Pause, in der sich vieles um die Umstrukturierung von Ämtern und Gremien drehte, kam am 27. April erstmalig in diesem Jahr der „A2B groß“ zu seiner eigentlich quartalsmäßigen Sitzung in Wolfenbüttel zusammen. Auffallend leer blieben die Sitze des BMUB, weder Staatssekretäre noch Ministerialdirektoren oder -räte hatten den Weg aus der Hauptstadt in die Asse-Region gefunden. Landrätin Steinbrügge antwortet auf Nachfrage aus dem Publikum, dass dem Landkreisamt auch keine Gründe für das Fernbleiben bekannt seien.

 

weiterlesen… <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2136&Itemid=1>

 

 

  1. Termine

 

 

*             26.03.-09.08.2018 atomwaffenfrei – Aktionspräsenz in Büchel <http://www.atomwaffenfrei.de>

*             Mo., 07.05.18, 18.00 Uhr, Wolfenbüttel: ASSE-Mahnwache, Lange Herzogstr. 63 in Wolfenbüttel, Wolfenbütteler AtomAustiegsGruppe WAAG <https://waagwf.wordpress.com/2018/05/02/mahnwache-zu-asse-ii-und-mehr-am-montag-den-7-5-2018/>

*             Mo., 07.05.18, 18.00 Uhr, Göttingen: Mahnwache für die Stilllegung sämtlicher Atomanlagen weltweit, mit Redebeiträgen, aktuellen Infos und Aktionen. Ort: Göttingen, Gänseliesel, VA: Anti-Atom-Initiative Göttingen <http://anti-atom-initiative-goettingen.de>

*             Di., 08.05.18, 18.00 Uhr, Fachgruppe ASSE <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1808&Itemid=325> , DGH Burschenhof, Kantorweg 1, Sickte, Interessierte sind herzlich willkommen!

*             Di., 08.05.18, 19.00 Uhr, Braunschweig: Öffentliches Treffen der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) <https://www.biss-braunschweig.de> , Gemeinschaftshaus Wenden, Veltenhöfer Str. 3 (über der Post) Interessierte sind herzlich willkommen!

*             Di., 08.05.18, 19.00 Uhr, ASSE-2-Koordinationskreis, Treffen in Remlingen

*             Mi., 09.05.18, 09.30 Uhr, Prozess gegen AtomkraftgegnerInnen wegen einer Kletteraktion gegen einen Uranzug im Hamburger Hafen, Ort: Amtsgericht Hamburg-Harburg, Saal A3.06. www.nirgendwo.info <http://www.nirgendwo.info>

*             Do., 10.05.18, 10.00 Uhr, Aachen: Aktion rund um die Karlspreisverleihung <https://www.anti-akw-ac.de/events/99/aktion-rund-um-die-karlspreisverleihung-an-den-groessten-einzelaktionaer-von-tihange-emanuel-macron/>  an den größten Einzelaktionär von Tihange: Emmanuel Macron, Treffen am Welthaus Aachen (An der Schanz 1)

*             10.-21.05.18 Kulturelle Landpartie (KLP) www.kulturelle-landpartie.de <http://www.kulturelle-landpartie.de>

*             10.-21.05.18 Mützingenta www.muetzingenta.de <http://www.muetzingenta.de>

*             So., 13.05.18, 14.00 Uhr, BISS-Sonntagsspaziergang <https://www.biss-braunschweig.de> , Treffen vor dem Firmengelände von Eckert & Ziegler Gieselweg 1, 38110 Braunschweig

*             Di., 14.05.18, 18.00 Uhr, Fachgruppe Konrad <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1141&Itemid=242> , KONRAD-Haus, Interessierte sind herzlich willkommen!

*             Mi., 16.05.18, 19.00 Uhr, Umweltstammtisch, VA: Greenpeace Braunschweig, Ort: Nexus, Frankfurter Str. 235b, 38122 Braunschweig, facebook <https://www.facebook.com/events/2030020510554915/>

*             Mi., 16.05.18, 19.00 Uhr, Mitgliederversammlung des Vereins Rechtshilfefonds Atomerbe Grohnde e.V. <http://www.grohnde-kampagne.de/grohnde-klage/der-rechtshilfeverein/>  mit Bericht zum Stand der Grohnde-Klage und Neuwahl des Vorstandes, Hameln

*             Fr., 18.05.18, 14.00-01.00 Uhr, Kulturelle Widerstands-Partie <http://www.bi-luechow-dannenberg.de/?page_id=19983> , Beluga-Dreieck, Gorleben, BI Lüchow-Dannenberg

*             Fr., 18.05.18, 17.00 Uhr, Mobile Atomaufsicht mit IG-Metall <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2130&Itemid=1> , Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser, Treffen am Schacht 1, Aktion und Redebeitrage. Interessierte sind herzlich willkommen! Flyer <http://ag-schacht-konrad.de/images/stories/Gruppen/Kanaldoerfer/Mobile_Atomaufsicht/20.Mobile-Atomaufsicht-Plakat-A4.pdf>

*             Sa., 26.05.18, 13.00-17.00 Uhr, Fahrrad-Tour zum Schacht KONRAD mit Rebecca Harms, VA: KV Grüne BS <http://gruene-braunschweig.de/event/radtour-mit-rebecca-harms/>

*             Sa., 26.05.18, 11.00-15.00 Uhr, Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten <http://www.grohnde-kampagne.de>  lädt zu offenem Treffen, Kulturzentrum Alte Polizei, Obernstr. 29, 31655 Stadthagen, Themen: Vorstellung des Anti-Atombündnis Schaumburg – Stand der Endlagersuche / Bericht vom NBG – Präsentation der Grohnde- Klage – Stilllegungsantrag zum AKW Grohnde

*             So., 27.05.18, 11.00 Uhr, Fahrradtour: Mit Rad und Tat zum Atomausstieg, Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) <https://www.biss-braunschweig.de/>

*             Fr., 08.06.18, 14.00 Uhr, ASSE II-Begleitgruppe (öffentliche Sitzung mit Behördenvertretern), TWW, Am Exer, WF

*             Sa., 09.06.18, 09.00-14.00 Uhr, Wolfenbütteler Umweltmarkt (WUM) <http://www.der-wum.de>

*             Sa., 09.06.18, 13.00 Uhr, Save the date: Demo in Lingen vom AKW Lingen II zur Brennelementefertigung, www.lingen-demo.de <https://www.lingen-demo.de> , Facebook <https://www.facebook.com/events/147907749227394/>

*

*             Ausblick:

*             07.-11.08.18 Sommerakademie (richtet sich an Studierende und junge Akademikerinnen und Akademiker aller Fachrichtungen) in Karlsruhe, Veranstalter: Atommüllreport <https://www.atommuellreport.de/projekte-termine/sommerakademie.html>

*             04.-27.06.2018 Wanderausstellung „30 Jahre AG Schacht KONRAD – 30 Jahre erfolgreicher Widerstand“ <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1898&Itemid=341>  im Wilhelmgymnasium Braunschweig

*             04.-22.06.2018 Wanderausstellung „30 Jahre AG Schacht KONRAD – 30 Jahre erfolgreicher Widerstand“ <http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1898&Itemid=341>  im Nordflügel Rathaus Wolfenbüttel

 

mehr Termine <http://termine.ag-schacht-konrad.de/>

 

 

Schöne Grüße

Michaela Sohn und Thomas Erbe

für das newsletter-Team der AG Schacht KONRAD e.V.

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BI Umweltschutz: „Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie!“

BürgerinitiativeUmweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 19.02.2018

bi umweltschutz castor antiatom

Zwischen 1978 und 1980 hielt der damaligeWendland-Neuling Helmut Koch seine Kamera auf die Landschaft, die Folklore undden beginnenden Widerstand. Vor 41 Jahren ins Wendland gekommen, um Bäume gegenGorleben zu pflanzen, knatterte er bald mit seinem Mofa hinter Treckern zumLüchower Bahnhof her, nachdem ihn die Bauern nächtens aus dem Bett getrommelthatten.
Es wurde die erste mehrtägige Blockade.Blockiert wurde die Celler Brunnenbau, die mit den Baugrunduntersuchungen fürdie Errichtung eines nuklearen Entsorgungszentrums beauftragt war.

 

Koch hatte seine S-8-Kamera dabei. Und nichtnur dort… Hinter Trebel, an der B 493 auf der Brandheide, pflanzte die Gruppe“Platz” der Bürgerinitiative Bäume, in Schmarsau wurde Hochzeit gefeiert, zur Freudeder Kinder brach der “Katastrophenwinter” herein. Zu sehen sind in der knappenStunde auch eine Demo in Lüchow, die Geschichte einer Fahne, derNiedersachsentag in Lüchow, die 1004-Besetzung und -Räumung, alles inunscharfen, vierzig Jahre alten Bildern.

Nach einigen Aufführungen 1980 verstaubte der Film, bis er Ende 2017digitalisiert und neu geschnitten wurde. Er zeigt eine andere Perspektive derAnfänge des Widerstandes als die bekannten Dokumentationen und Spielfilme zumThema. Zur Kulturellen Landpartie (KLP) im Mai soll er im Lüchower Kinozusammen mit vielen anderen Widerstandsfilmen laufen. Da aber viele Wendländer zurKLP hoch beschäftigt sind, findet die digitale Premiere am 41. Jahrestag derStandortbenennung Gorlebens, am 22. Februar, um 20.15 und um 21.30 Uhr imLüchower Kino statt. Die BI Umweltschutz und das Gorleben-Archiv sind mit vonder Partie und zeigen sich mit einemgemeinsamen Info-Stand.

Aufgrund der begrenzten Plätze wird dringend um Reservierung (wendland-Kino.de)gebeten. Eintritt per Hutkasse.

BI Umweltschutz: Ausschlusskriterien bei Endlagersuche

 

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Wendland Gorleben antiatom

Pressemitteilung 31.01.2018

Das Untergrundamt der Freien Republik Wendland, 3131 Gorleben-Solleben, Postfach 1004, hat sich mit einer Expertise an die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gewandt.

Bekanntlich hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bundesweit sechzig Behörden angeschrieben, um geowissenschaftliche Daten zusammen zu tragen, die helfen sollen, in einem ersten Schritt Regionen von der Endlagersuche auszunehmen. Die Rede ist dabei in erster Linie von Seismik und Vulkanismus.

Die BGE beklagte laut Presseberichten, dass bisher nicht einmal alle Länderbehörden „geliefert“ haben und das auch in dem Maße, dass eine Sichtung länger dauern dürfte als geplant. „Leider haben Sie das Untergrundamt Gorleben-Solleben nicht angeschrieben, denn die Behörde der Freien Republik Wendland hat einiges zusammengetragen, um Amtshilfe leisten und Ihre Entscheidungen erleichtern zu können,“ bekam die BGE jetzt zu lesen.

Das Untergrundamt merkt dazu kritisch an, dass die Ausschlusskriterien völlig unzureichend sind, die Verengung auf Vulkanismus und Seismik sind ein Ergebnis politischer Verhandlungen, eines Parteienkompromisses der Endlagerkommission, die Vorschläge für die Novelle des Standortauswahlgesetzes (StandAG) erarbeitet hatte.

In der ersten Phase, in der es um die harten Kriterien geht, blieben Gebiete, die von künftigen Eiszeiten bedroht sind, und das sind weite Teile Norddeutschlands, offensichtlich im Rennen. Die Forderung des Untergrundamts, das im Mai 1980 die Tiefbohrstelle 1004 als Kulturdenkmal auswies und dessen Postkästen heutzutage sowohl im Gorleben-Archiv wie auch bei der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) zu finden sind, lautet: glaziale Ereignisse sind gleichwertig wie Seismik und Vulkanismus zu behandeln.

Neue Erkenntnisse

Erst vor kurzem hat eine Forschungsgruppe in Hamburg unter der Leitung von Professor Christian Hübscher vor einem Endlager gewarnt, das von künftigen Eiszeiten berührt wird. In einem Gastbeitrag für das Hamburger Abendblatt (1) hat der Geophysiker erläuterte, wie die Eisberge einen ungeheuer starken Druckaufbau schaffen, der den Untergrund durchwalkt.

Mit der Warnung vor einem Endlager in derartigen Gebieten stehe Hübscher nicht allein. Bereits Professor Klaus Duphorn, in den 80er Jahren der führende Quartärgeologe, hatte die Auswirkungen von Gletschern am Beispiel des Salzstocks Gorleben, die berühmte „Gorlebener Rinne“ im Fokus, mit dem Effekt, dass über dem Salzstock auf rund 7,5 Quadratkilometern eine wasserabweisende Barriere aus Ton wegrasiert ist. Permafrostrisse, womöglich bis in 400 Meter Tiefe, räumte sogar die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ein, wie sein Kollege, der Diplomgeologe Ulrich Schneider, nach Auswertung der umfangreichen Dokumente der BGR belegte – das sind potentielle Wasserwege, die radioaktive Partikel an die Oberfläche befördern (2) Die BGR ging in einer Publikation (3) noch 2006 davon aus, dass eine Eiszeit zwar das Deckgebirge wegrasieren kann, der Einlagerungsbereich in 600 bis 800 Meter Tiefe bliebe davon unberührt. Das Öko-Institut Darmstadt widersprach in einer vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie: Ein Salzstock dürfe beispielsweise auch nach einer Eisüberfahrung während einer Kaltzeit nicht frei an der Erdoberfläche ausstreichen. Der einschlusswirksame Gebirgsbereich muss über den gesamten Nachweiszeitraum von einem Deckgebirge oder dem übrigen Wirtsgestein überlagert und geschützt bleiben. Dieses k.o.-Kriterium wurde vom Salzstock Gorleben in der Elsterkaltzeit erfüllt. In einer der nächsten Eiszeiten ist dies wiederum durchaus möglich. (4)

Hinzu kommt in diesem Zusammenhang ein ganz anderes Phänomen: Kann es in der norddeutschen Tiefebene Erdbeben geben? Sinkt die Tiefebene soweit ab, dass sie von Meerwasser überspült wird? Und was heißt das für ein mögliches atomares Endlager in Norddeutschland? Auch hier hat das Untergrund einen wichtigen Hinweis zu liefern:

Ein Bericht von Spiegel-online (5) aus dem Jahr 2015 gibt demnach die Antwort: Nach der Auswertung von Navigationsdaten des globalen Navigationssatellitensystems Navstar GPS zeigt Holger Steffen vom schwedischen Landesvermessungsamt erstmals den genauen Verlauf der geologischen Linie, die die Grenze zwischen aufsteigenden und absteigenden Regionen markiert. Skandinavien taucht auf, das Meer zieht sich zurück, während weite Teile Schleswig-Holsteins und Niedersachsens sinken, Ostfriesland und Hamburg etwa um einen halben Millimeter im Jahr.Für die Küste wird die Wippe zum Problem: Zusätzlich zum Anstieg des Meeresspiegels kommt die Landsenkung – das Meer rückt also schneller vor als anderswo. Dazu kommt, dass es aufgrund der unterirdischen Spannungen, die aus der Eiszeit resultieren, zu Beben kommen kann.

Birgit Hunke (Gorleben- Archiv) und Wolfgang Ehmke (BI Umweltschutz) resümieren: „Was diese Befunde für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle bedeuten, wenn es um den Einschluss des gefährlichen Mülls für geologische Zeiträume geht, ist bei den bisherigen Betrachtungen möglicher Endlagerregionen nicht betrachtet worden. Wir sind gespannt, ob die BGE sich mit derartigen Erkenntnissen befasst, wenn die Regionen wissenschaftsbasiert kartiert werden.“

(1) https://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article211203955/Was-die-naechste-Eiszeit-mit-unserem-Atommuell-zu-tun-hat.html
(2) BGR: Eiszeitliche Rinnensysteme und ihre Bedeutung für die Langzeitsicherheit möglicher Endlagerstandorte mit hochradioaktiven Abfällen in Norddeutschland.2009 https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Endlagerung/Downloads/Schriften/4_Langzeitsicherheit/Eiszeitl_Rinnen_Keller.pdf;jsessionid=D85B6B9FF34046F545F8637C25094406.2_cid292?__blob=publicationFile&v=2
(3) Ulrich Schneider. Expertise zum Salzstock Gorleben. Der aktuelle Kenntnisstand im Licht der aktuellen Ereignisse bei der Asse II. 2009
(4) http://endlagerdialog.de/2011/12/die-nachsten-eiszeiten-uber-dem-salzstock-gorleben/
(5) Bericht von Spiegel-online

BI Umweltschutz: Annalena Baerbock soll mal vorbeikommen

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.

 

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Wendland Gorleben antiatom

Pressemitteilung 29.01.2018

 

 

Mit einem offenen Brief reagiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) auf Äußerungen der frisch gewählten Vorsitzenden der Grünen Annalena Baerbock.

Nun sind sie gewählt: als neues Spitzenduo der Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck. Rein biografisch steht Annalena Baerbock für einen klaren Generationswechsel. Die Klima- und Europapolitikerin mit Wahlkreis in Brandenburg ist schon mit einem rot-grünen Weltbild groß worden, ihre Eltern haben sie schon zu Demos mitgenommen. Heute reibt die Juristin es den Älteren in der Partei gern unter die Nase, dass Heldengeschichten aus Gorleben nicht mehr ausreichen würden, um eine grüne Identität zu begründen.

Die BI sagt dazu: Es geht nicht um Heldengeschichten, auch wenn Frau Baerbock das immer wieder betont. Und das tut weh, wenn man nachliest, was sie zu Gorleben weiß. Im Interview mit dem Deutschlandfunk sagt sie:

Schmidt-Mattern: Da haben Sie jetzt schon ein bisschen aus Ihrer Jugend erzählt. Sie sind aufgewachsen in der Nähe von Hannover in einem kleinen Dorf. Das ist in den 80er Jahren eine hochpolitische Gegend gewesen. Wurden Sie da schon irgendwie grün geprägt oder wie kamen Sie eigentlich zu den Grünen?

Baerbock: Also, sicher schon auch familiäres Umfeld. So rückblickend denkt man ja auch immer: ‚Mensch, was hat man als Kind gemacht?‘ Also, irgendwie in der Grundschule habe ich thematisiert, dass wir keinen Fasching feiern durften wegen dem ersten Irakkrieg. Das kommt ja nicht bei so einem Kind alleine in den Kopf. Meine Eltern haben mich auch zu mehreren Demos mitgenommen. Ja, und dann sind wir so …

Schmidt-Mattern: Welche Demos? Gegen Gorleben wahrscheinlich?

Baerbock: Ja, schon als ich zwei war. Abrüstungsdemos also.

 

Sehr geehrte Frau Baerbock,

in Gorleben ging es nicht um Abrüstung, sondern um die Nutzung der Atomkraft, die sich in der BRD noch nicht wirklich, europaweit noch gar nicht erledigt hat. Immer noch laufen Atomkraftwerke und produzieren Müll, immer noch gibt es den Euratom-Vertrag, immer noch beliefert beispielsweise die Brennelementefabrik aus Lingen Atomkraftwerke weltweit mit Brennstäben.

Und in Gorleben geht es immer noch um den Atommüll, der Standort ist „gesetzt“ bei der Endlagersuche, m.a.W. die gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Atommülllagerung hat sich lange nicht erledigt, das ist ein generationenübergreifendes Projekt.

Wir hoffen, dass Sie nicht länger abwertend über „Gorleben“ und das anhaltende Engagement von Menschen reden, die sich für eine demokratische Atommüllpolitik einsetzen. Gern begrüßen wir Sie im Wendland, wo Sie Ihre Kenntnisse auffrischen können.

BI Umweltschutz: Wer hat das Sagen in Gorleben?

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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antiatom castor
Pressemitteilung 16.01.2018

Die Nuklearindustrie führt in Gorleben immer noch eine gewichtige Rolle. Seit dem 1.8.2017 hat zwar die bundeseigne Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) formell die Geschäfte übernommen, denn die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll ist nach einer Novelle des Atomgesetzes fortan Sache des Bundes.

Einmal abgesehen davon, dass die Mitarbeiter*innen der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) von der bundeseigenen Firma zu 100 Prozent übernommen wurde, wird fortan suggeriert, dass es nun eine klare staatliche Verantwortung in Sachen nuklearer Entsorgung gebe. Lars Köbler, der technische Geschäftsführer, verblüffte auf einer Ratssitzung in Gorleben mit dem Satz: „Jetzt gibt es höhere Ansprüche an die Sicherheit“.

Irritiert ist die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), dass der Bund offensichtlich nur teilweise Regie führt. Auf der Homepage der zuständigen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für die Zwischenlager, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BFE): „Betrieben wird es von der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH. Weitere Genehmigungsinhaberin ist die Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG).“ http://www.bfe.bund.de/DE/ne/zwischenlager/zentral/gorleben/gorleben_node.html

Die staatliche Regie bei der Zwischenlagerung von Atommüll und bei der Endlagersuche ist zweifelhaft, solange die Nuklearindustrie in Gorleben noch was zu sagen hat, unterstreicht die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Die Initiative drängt darauf, dass diese Vermischung aus staatlicher Verantwortung auf der einen Seite und möglicher Einflussnahme durch die Nuklearindustrie auf der anderen Seite klar beendet wird, denn der BLG, einer Tochter der GNS, gehört offensichtlich immer noch das 15 Hektar große Betriebsgelände.

Mit einer Anfrage bei der Aufsichtsbehörde, dem BfE, soll geklärt werden, wem der Gebäudebestand gehört und warum die BLG noch Genehmigungsinhaberin ist. Eine weitere Frage ist, ob der Bund an die BLG und die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) Pachtgeld für das Zwischenlagergelände und das Areal des Endlagerbergwerks zahlt – und wenn ja, in welcher Höhe -, nachdem sich die Atomstromproduzenten mit 23 Mrd. Euro von der nuklearen Entsorgung freigekauft haben.

Das mag überraschen, denn auch die DWK, die ursprünglich in Gorleben und später in Dragahn eine Wiederaufarbeitungsanlage errichten und damit politisch gescheitert war, gibt es noch. Am 16. Juli 1980 gründete die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen mbH (DWK), Hannover, die BLG als Tochterunternehmen mit Sitz in Gorleben.

Ein weiterer Punkt, „der uns auf die Palme bringt“, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, ist die BFE-Beschreibung dessen, was die Pilot-Konditionierungsanlage in Gorleben, die zum Gebäudebestand gehört, leistet, angeblich nämlich die endlagergerechte Konditionierung hochradioaktiver Abfälle. Ehmke: „Dem BFE scheint entgangen zu sein, dass der Betrieb der PKA bis zur Benennung eines Endlagerstandortes durch den Bund ist durch eine Nebenbestimmung der erteilten Genehmigung auf die Reparatur schadhafter Transport- und Lagerbehälter beschränkt ist. Wenn das frühestens 2031 geschieht und wenn der Endlagerstandort dann tatsächlich Gorleben heißt, ist sie 2050 mit dem Beginn der Endlagerung völlig veraltet und kann eine Konditionierung der 1.900 Castoren ohnehin nicht leisten.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

BI Umweltschutz: Große Koalition, kleine Pläne

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.

 

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Wendland Gorleben antiatom

 

Pressemitteilung 12.01.2018

 

 

Das, was die Unionsparteien und die SPD zum Bereich Klimaschutz, Energie und Umwelt ausgehandelt haben, ist aus Sicht der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) „minimalistisch“.

 

Klimaforscher des Potsdam-Instituts warnen vor künftigen Überschwemmungen, wenn es kein Umsteuern in der Energie- und Klimapolitik gibt. Die Parteien der Groko hingegen räumen ein, dass die international gesteckten Ziele zum Klimaschutz bis 2030 nicht eingehalten werden können.

“Stattdessen gibt es einen vagen, nicht terminierten Zeitplan zum Kohleausstieg“, kritisiert die BI.“ BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Die Luftverschmutzung durch die Braunkohleverstromung bleibt, und damit das Hauptproblem.“ Ein schneller Atomausstieg wird offensichtlich nicht einmal angedacht, auch nicht die Kündigung des EURATOM-Vertrages, der immer noch die Förderung der Atomkraft zum Hauptziel hat.

 

Die Groko-Parteien will die „Endlagersuche zielstrebig fortsetzen“. Die Notwendigkeit, die Sicherheit von Zwischenlagern, die zu Dauerlagern mutieren, zu thematisieren und Sicherheitsüberprüfungen oder andere Lagerkonzepte zu realisieren, scheinen die Unterhändler nicht angesprochen zu haben. Ehmke: „Ebenfalls überhaupt keine Erwähnung findet die Tatsache, dass mit der Brennelementfertigung und der Urananreicherung zwei Atomanlagen in Deutschland völlig vom Atomausstieg ausgenommen sind – und damit weiter Atommüll anfällt, allen Rechenmodellen zum Trotz.“

 

BI Umweltschutz: Neue Gorleben Rundschau: VIELES NEU

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.

Rosenstr. 20

29439 Lüchow

http://www.bi-luechow-dannenberg.de

antiatom castor

 

Pressemitteilung 8.01.2018

 

Die erste Gorleben Rundschau 2018 mit dem Schwerpunktthema „Dauerzwischenlager“ ist da. „Niemand geht davon aus, dass bis 2050 in Deutschland ein Endlager in Betrieb ist, daraus resultieren neue Probleme und Gefahren bei der Zwischenlagerung“, betont BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Schon am kommenden Samstag werde das Nationale Begleitgremium, das die Endlagersuche moderieren soll, sich unter BI-Beteiligung bei einer Tagung in Karlsruhe mit diesem Thema befassen.

Die „etwas andere Bürgerinitiative“, das Trio Oliver Neß, Frank Otto und Andreas Blechschmidt, haben mit „Lesen ohne Atomstrom“ die Hamburger Lesetage, das Greenwashing des Vattenfall-Konzerns, verdrängt. Initialzündung sagen der Fernsehjournalist, der Medienunternehmer und Sohn des Versandhausgründers Otto und der Sprecher der Roten Flora in Hamburg, seien die Castortransporte ins Wendland gewesen. Heute sind die „Lesetage ohne Atomstrom“ ein fester Bestandteil des Hamburger Kulturlebens. Sie sagen im Interview, wenn alle Atomkraftwerke stillgelegt, der Hamburger Hafen nicht mehr Drehschreibe für Atomtransporte und wenn „Gorleben unwiderruflich stillgelegt ist, dann hören wir sofort auf dem Lesen ohne Atomstrom.“

Armin Simon blickt noch einmal zurück auf den Weltklimagipfel in Bonn und Axel Kahrs eröffnet mit einer Würdigung von Nicolas Born, der am 31.12. 80 Jahre alt geworden wäre, eine neue Rubrik: ein „kleines Feuilleton“.

Die GR kostet nichts, sie liegt in vielen Läden, Cafés und Restaurants aus, kann direkt im BI-Büro abgeholt oder dort bestellt werden: 05841-4684.

 

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06 http://www.bi-luechow-dannenberg.de/wp-content/uploads/2017/12/GR_2018_01_Web.pdf