Schlagwort: Atomwaffen

NukeNews #27 – Anti-Atom-Infodienst

************************************************************

*           NukeNews #27 – Anti-Atom-Infodienst            *

************************************************************

atom-nirgendwo_55

———————————————————————-

  1. Vorwort

———————————————————————-

Willkommen bei der letzten Ausgabe der NukeNews 2017! Dieses Mal freuen wir uns, Informationen unserer Freundinnen und Freunde in Indien, den Vereinigten Staaten, der Tschechischen Republik, Schweden, Kanada und Polen über ihre Kämpfe gegen Atomkraft und die neuesten Entwicklungen der Atompolitik in ihren Regionen mit euch teilen zu können.

 

Wir wünschen euch ein gutes, erfolgreiches neues Jahr 2018!

 

 

———————————————————————-

Inhaltsverzeichnis der aktuellen NukeNews #27

———————————————————————-

  1. Vorwort
  2. Internationale Kooperation für eine Welt ohne Atomkraft!
  3. Aktuelle Informationen über Atomkraftwerke in Kalifornien 3. Tschechische Republik: Willkommen im Atomstaat 4.  Mitglieder der Plattform gegen das Endlager enttäuscht über die

Entscheidung des Ministers RAWRA zu unterstützen 5.  Indien, Klimawandel und Atomkraft: Leugnen, Täuschen und

Verschleiern

  1. Atomares Indien: Stolzer Marsch auf dem Holzweg 7. Erklärung der Solidarität mit dem Kampf gegen Atomkraft in Chutka 8.  Auf dem Weg zur Festlegung eines Endlagers für hochradioaktiven

Atommüll in Schweden

  1. Radioaktiver Kolonialismus – Uranpleite in Nordsaskatchewan 10. Aktuelles zur Atompolitik in Polen 11. Veranstaltungen der nächsten Monate 12. Was sind die NukeNews?

 

 

———————————————————————-

  1. Internationale Kooperation für eine Welt ohne Atomkraft!

———————————————————————-

Zeigt eure Solidarität mit unserer internationalen Kooperation zum Schutz unserer Gesellschaft, unserer Menschenrechte und der Mutter Erde vor der nuklearen Zerstörung, indem ihr heute einen Beitrag leistet… Wir sind eine Gruppe von Organisator*innen und Aktivist*innen, die als Planungskomitee an der Koordination eines internationalen Aktionscamps gegen Atomkraft im Sommer 2018 in Europa arbeiten. Die Mitglieder unseres Planungskomitees kommen aus Indien, Japan, Russland, Deutschland, der Türkei, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Wir arbeiten gemeinsam daran, uns wieder zusammenzufinden, und laden Andere ein, mehr über die Kämpfe der Anderen zu erfahren, Strategien zu diskutieren und zukünftige Kampagnen zu planen.

 

Mehr erfahrt ihr hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/International_Collaboration_for_a_Nuclear_Free_World!

 

 

———————————————————————-

  1. Aktuelle Informationen über Atomkraftwerke in Kalifornien

———————————————————————-

Die Californian Public Utilities Commission, die Regulierungsbehörde des Staates Kalifornien, wird am 14. Dezember ihre Entscheidung zur Schließung der zwei Diablo-Canyon-Reaktoren fällen. Der Beschluss, den der Richter vorschlug, nachdem er die ein Jahr dauernde Überprüfung des Plans beaufsichtigt hatte, sieht vor, den Plan der Pacific Gas & Electric Co., eine große Menge erneuerbarer Energie zu kaufen, auf spätere Anhörungen zu verschieben. Er stimmte aber der Schließung der Anlage zu, und diese Schließung könne auch früher stattfinden, wenn entsprechende Informationen bekannt würden. Aktivist*innen sind mit dem geplanten Schließungsdatum 2024 unzufrieden und machen sich Sorgen wegen der Erdbebengefahr.

 

Mehr erfahrt ihr hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Update_on_atomic_power_plants_in_California

 

 

———————————————————————-

  1. Tschechische Republik: Willkommen im Atomstaat

———————————————————————-

Die Tschechische Republik entwickelt sich stetig zum Atomstaat.

Während viele Länder sich entschlossen haben ihre Atomprogramme zu reduzieren, plant die Tschechische Republik neue Reaktoren zu bauen – obwohl niemand weiß, wie und von wem sie finanziert werden sollen – und die Laufzeit der alten zu verlängern. Darüber hinaus versucht die Atomlobby, darunter auch das Staatsamt für Atomsicherheit, die Beteiligung der Öffentlichkeit an allen Atomprojekten wie der Tiefenlagerung von radioaktiven Abfällen, dem Bau neuer Reaktoren und der Laufzeitverlängerung für alte Reaktoren (PLEX – Plant Lifetime

Extension) so stark wie möglich zu verringern.

 

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Czech_Republic:_Welcome_in_the_nuclear_state!

 

 

———————————————————————-

  1. Mitglieder der Plattform gegen das Endlager enttäuscht über die

Entscheidung des Ministers RAWRA zu unterstützen

———————————————————————-

„Ebenso wenig, wie man Leichen wieder zum Leben erwecken kann, kann man abgelaufene Genehmigungen verlängern“, kommentierte Rechtsanwalt Doucha Umweltminister Brabecs im November ergangene Entscheidung, die abgelaufene Gültigkeitsfrist von Explorationsgenehmigungen zur geologischen Erforschung potenzieller Endlagerstandorte in Tschechien erneut zu thematisieren. Nachdem der Minister sich im März deutlich gegen den Antrag der Behörde für Endlager für radioaktive Abfälle (Radioactive Waste Repository Authority, RAWRA) auf eine Verlängerung der Gültigkeit nach dem Ablaufdatum äußerte, hat jetzt eine 180-Grad- Wende stattgefunden. Mitglieder der Plattform gegen das Endlager (Platform Against Repository) sind enttäuscht von den neuen Entwicklungen.

 

Mehr Informationen gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/The_Minister%27s_decision_to_support_RAWRA_has_disappointed_the_members_of_the_Platform_Against_Repository

 

 

———————————————————————-

  1. Indien, Klimawandel und Atomkraft: Leugnen, Täuschen und

Verschleiern

———————————————————————-

Narendra Modi, der indische Premierminister, hat bisher in Bezug auf den Klimawandel ein im besten Fall widersprüchliches Verhalten an den Tag gelegt. Jetzt plant das Land einen massiven Ausbau der Atomenergie, die er als Lösung darstellt. Die Tatsache, dass er offenbar Energieunternehmen beschwichtigen will sowie die gewalttätige Unterdrückung von Atomkraftgegner*innen geben Anlass zu ernster Besorgnis.

 

Die ganze Geschichte gibt es hier:

https://theecologist.org/2017/sep/15/india-climate-change-and-nuclear-power-denials-delusions-and-deceptions-modi

 

 

———————————————————————-

  1. Atomares Indien: Stolzer Marsch auf dem Holzweg

———————————————————————-

Die atomaren Ambitionen Indiens sind nicht nur hinsichtlich der erstrebten Kapazitäten gewaltig. Das Land entwickelt verschiedene, sich auf alle Bereiche erstreckende nukleare Einsatzmöglichkeiten – von neuen Bergwerken über Brennstofffabriken, Urananreicherungsanlagen, Wiederaufbereitungsanlagen bis zu neuen Reaktordesigns wie Europäische Druckwasserreaktoren (EPR), AP1000,

VVER1200 und die einheimischen PHWR-700. Obwohl Indiens Amt für Atomenergie weiterhin das Atommüllproblem und folglich den Bedarf einer Lagereinrichtung leugnet, sucht es auch nach einem geologischen Tiefenendlager.

 

Lies den gesamten Artikel:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Nuclear_India:_Proudly_Marching_on_the_Wrong_Side_of_History

 

 

———————————————————————-

  1. Erklärung der Solidarität mit dem Kampf gegen Atomkraft in Chutka

———————————————————————-

Die widerständigen, mutigen Bewohner von Chutka, Indien, die unermüdlich gegen ein Atomprojekt in ihrer Nähe kämpfen, das sie wie schon die Bargi-Talsperre an der Narmada vertreiben und in Gefahr bringen würde, organisierten am 12. Dezember 2017 einen großen Protest. Er stellte den Höhepunkt der zweimonatigen basisdemokratischen Kampagne dar, mit der sie am 2. Oktober begonnen hatten. Mehr Details zu dieser Kampagne gibt es im verlinkten Artikel.

 

Ihr könnt gern die Solidaritätserklärung zu diesem Artikel weiterverbreiten und andere bitten, in einer E-Mail an „editor AT dianuke PUNKT org“ ihre Unterstützung zum Ausdruck zu bringen. Ihr könnt auf der verlinkten Website auch eine Online-Petition unterschreiben.

 

Mehr erfahrt ihr hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Solidarity_statement_with_the_anti-nuclear_struggle_in_Chutka

 

 

———————————————————————-

  1. Auf dem Weg zur Festlegung eines Endlagers für hochradioaktiven

Atommüll in Schweden

———————————————————————-

Vor Kurzem wurde in Schweden das bislang größte Umweltverfahren

verhandelt: Fünf Wochen lang hörte eine Jury des Umweltgerichts sich an, welche Lösung (die KBS-3-Methode) die Atomindustrie vorschlägt, um schwer belasteten Atommüll so zu lagern, dass für 100.000 Jahre lang keinerlei Kontakt mit Menschen und Tieren stattfände. Eine unmögliche Aufgabenstellung! Alle schwedischen Umweltschutzorganisationen nahmen am Prozess teil und wurden demokratisch angehört. Die Jury wird der Regierung am 20. Dezember 2017 ihre Ansicht mitteilen. Danach kommt es voraussichtlich nach der Wahl im September 2018 zu einer Entscheidung.

Wir halten euch über das Verfahren auf dem Laufenden.

 

 

———————————————————————-

  1. Radioaktiver Kolonialismus – Uranpleite in Nordsaskatchewan

———————————————————————-

Das kanadische Uranunternehmen Cameco, größter Arbeitgeber für die indigene Bevölkerung, hat die Schließung der Werke McArthur River Mine und Key Lake Mill ab Januar 2018 angekündigt. 845 Personen werden entlassen. Industrie und Regierung haben eine wirtschaftliche Abhängigkeit gefördert, die Mitglieder der First Nations und der Metis unter Druck setzte, für diese Minen zu arbeiten. Die postsekundäre Schulbildung war stark auf Bergbautechnik ausgerichtet. Das bringt diese Gemeinschaften jetzt in Schwierigkeiten: Sie können nicht auf eine andere nachhaltige Wirtschaft zurückgreifen.

 

 

———————————————————————-

  1. Aktuelles zur Atompolitik in Polen

———————————————————————-

Das Energieministerium hätte der polnischen Regierung eigentlich längst das überarbeitete Grundsatzprogramm zur Atomenergie von 2014 übermitteln sollen. Dies wurde vertagt und nun wird dies zum Jahreswechsel, wahrscheinlicher aber nicht früher als Januar, erwartet.

 

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Updates_on_nuclear_policy_in_Poland

 

 

———————————————————————-

  1. Veranstaltungen der nächsten Monate

———————————————————————-

Ihr seid eingeladen uns eure lokalen und internationalen Veranstaltungshinweise für die umfangreiche Terminseite beim Nuclear Heritage Network und für diesen Auszug in den NukeNews zu senden!

http://upcoming.nuclear-heritage.net

 

 

bald möglich:      nächster Castortransport vom AKW Obrigheim ins AKW

Neckarwestheim & Proteste (D)

ab 2018:           Atommülltransporte nach Ahaus & Proteste (D)

10.01.18:          Regionalkonferenz „Braunschweiger Land“ (D)

26.03.18-12.08.18: „20 Wochen gegen 20 Bomben“ – Aktionswochen 2018 am

Atomwaffenstützpunkt Büchel (D)

11.07.18-12.07.18: Protest beim NATO-Gipfel in Brüssel (B)

06.08.18-12.08.18: Treffen des Nuclear Heritage Network in

Südfrankreich

 

 

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Castor_Resistance_in_Germany_2017

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Nuclear_Waste_Transport_to_Ahaus

http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=769&Itemid=189

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/%22Twenty_weeks_for_twenty_bombs%22_-_2018_action_weeks_in_B%C3%BCchel

http://www.cnduk.org/get-involved/events/item/3561-save-the-date-protest-at-nato-summit-in-brussels

 

 

———————————————————————-

  1. Was sind die NukeNews?

———————————————————————-

Die NukeNews sind ein mehrsprachiges Newslettersystem des Nuclear Heritage Network. Sie spiegeln die Aktivitäten, Themen und Kämpfe der Anti-Atom-Aktivist*innen wider, die durch diese internationale Community miteinander vernetzt sind. Die Nachrichten werden von Aktivist*innen zusätzlich zu ihren normalen Anti-Atom-Aktivitäten geschrieben und übersetzt. Der Newsletter will sowohl Aktivist*innen als auch die interessierte Öffentlichkeit informieren und auf dem Laufenden halten.

 

Deine Beiträge zu den NukeNews sind willkommen! Sende sie per E-Mail an „newsletter AT nuclear-heritage DOT net“. Der Text sollte sehr kurz und in Englisch verfasst sein. Bitte mach es nicht länger als einen Absatz. Wir brauchen eine präzise Überschrift für deinen Artikel; du kannst auch einen Link zu weiteren Informationen anfügen. Die Deadline für die 28. Ausgabe der NukeNews ist der 16. Februar 2018.

 

Erfahre mehr und mache die NukeNews bekannter:

http://NukeNews.Nuclear-Heritage.NET

_______________________________________________

ger-nukenews Newsletter

Advertisements

Nach erneuter Panne: Weiterbetrieb des AKW Lingen 2 nicht hinnehmbar

BBU-Pressemiteilung

23.10.2017

bbu

 

 

(Bonn / Berlin / Hannover, 23.10.2017) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat seine Forderung nach der sofortigen Stilllegung des Atomkraftwerkes Emsland (AKW Lingen 2) bekräftigt. Anlass dafür ist eine Mitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums von heute (Montag, 23. Oktober 2017). Das Ministerium gab bekannt, dass es im AKW Lingen 2 „in der vergangenen Woche durch eine defekte Sicherung in einem Spannungsregler zu einem Ausfall von Teilen der Brandmeldeanlage gekommen (ist). Als Folge waren mehrere Brandmelder nicht verfügbar.“ Aus Sicht des BBU, dem u. a. auch der Elternverein Restrisiko Emsland und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen angehören, ist der Weiterbetrieb des AKW in Lingen nicht hinnehmbar. „Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Pannen und Störfällen in dem AKW nahe der niederländischen Grenze. Das darf so nicht weiter gehen“, betont BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz

 

In Lingen gab und gibt es immer wieder Demonstrationen gegen das AKW Lingen 2 und die benachbarte Brennelementefabrik. Noch im September forderten rund 500 Personen in der Innenstadt von Lingen u. a. die sofortige Stilllegung dieser Atomanlagen und das Verbot der damit verbundenen Atomtransporte. Und an diesem Wochenende sprachen sich Anti-Atomkraft-Initiativen bei einem Vernetzungstreffen in Münster gegen den Export von Brennelementen aus Lingen für ein AKW in Finnland am Standort Olkiluoto aus. Zudem unterzeichnen immer mehr Initiativen und Organisationen die Lingen-Resolution, mit der die sofortige Stilllegung des AKW Lingen 2 und der Brennelementefabrik in Lingen gefordert wird.

 

Mit Blick auf die aktuellen Regierungsbildungen in Hannover und in Berlin fordert der BBU, dass das Thema Atomausstieg verstärkt auf die politische Tagesordnung gesetzt werden muss.

 

Pressemitteilung des NMU zum jüngsten Vorkommnis im AKW Lingen 2:

https://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldepflichtiges-ereignis-im-akw-emsland-158897.html

 

Pressemitteilung gegen Brennelementeexporte von Lingen nach Finnland:

http://urantransport.de/2017/10/atomtransport-ins-finnische-akw-olkiluoto

 

Lingen-Resolution:

http://www.bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%202017.pdf

 

Weitere Informationen über Gefahren beim AKW Lingen 2:

 

http://www.bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202017/02.01.17.pdf

 

http://www.bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202016/13.01.16.pdf

NukeNews #25 – Anti-Atom-Infodienst

************************************************************

*           NukeNews #25 – Anti-Atom-Infodienst            *

************************************************************

cropped-atom-nirgendwo_55.jpg

———————————————————————-

  1. Vorwort

———————————————————————-

Diesmal gibt es nur eine kurze Ausgabe der Nuke News – die Anti-Atom-Aktivitäten des Sommers sind in vollem Gang! In dieser Ausgabe findet ihr Neuigkeiten, Berichte und Ankündigungen kommender Aktionen.

Einen schönen Anti-Atom-Sommer!

 

———————————————————————-

Inhaltsverzeichnis der aktuellen NukeNews #25

———————————————————————-

  1. Gute Neuigkeiten aus Südafrika
  2. Herausforderungen für die Anti-Atom-Bewegung in Schweden
  3. Öffentliche Anhörung zum staatlichen Programm zur Entsorgung radioaktiver Abfälle
  4. Tschechische Regierung hat eine neue Rohstoffpolitik genehmigt – sie bereitet den Weg für den Uranabbau.
  5. Die zwei Gesichter der deutschen Umweltministerin Barbara Hendricks
  6. Internationales Sommercamp gegen Atomkraft beginnt bald
  7. Castor: Protest gegen ersten Castortransport per Schiff
  8. UK: Windscale im Oktober
  9. UK: Protest gegen den „DRS Open Day“
  10. Sankt Petersburg: Schwimmendes AKW
  11. Kettenreaktion Tihange – Kurzer Bericht
  12. Veranstaltungen der nächsten Monate
  13. Was sind die NukeNews?

———————————————————————-

  1. Gute Neuigkeiten aus Südafrika

———————————————————————-

Definitiv gute Neuigkeiten gibt es aus Südafrika, wo ein Hohes Gericht urteilte, die zwischenstaatliche Vereinbarung mit dem russischen Unternehmen Rosatom sei verfassungswidrig. Damit ist noch nicht alles vorbei, denn der Staat kann durchaus ein weiteres Abkommen unterzeichnen, wenn er das will. Trotzdem ist es ein schwerer Schlag für Rosatom. Schon früher (letztes Jahr) hatte Vietnam angekündigt, es werde keine russischen Reaktoren bauen. Wir stellen fest, dass Abkommen sogar dann gekündigt werden, wenn Russland sie mit Geld unterstützt.

Mehr erfahrt ihr hier:

http://echo.msk.ru/blog/ecodefense/1970580-echo/

 

———————————————————————-

  1. Herausforderungen für die Anti-Atom-Bewegung in Schweden

———————————————————————-

Zurzeit steht die Anti-Atom-Bewegung in Schweden zusätzlich zu den zahlreichen verschiedenen Aspekten des ständigen Kampfes vor zwei größeren Herausforderungen:

 

1) die sogenannte „Hauptanhörung“ im Umweltgericht (auf Schwedisch „Miljödomstolen“) zum Antrag der schwedischen Atomindustrie auf den Bau eines Lagers für abgebrannte Brennelemente (den KBS-3-Antrag), die momentan für fünf Wochen im September und Oktober 2017 geplant ist, und

2) das nicht verbindliche Referendum in der Gemeinde Östhammar am Sonntag, dem 4. März 2018, über die mögliche Unterbringung eines Lagers für abgebrannte Brennelemente in Forsmark, wo die schwedische Atomindustrie laut ihrem Antrag ihre KBS-3-Anlage bauen will.

 

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Challenges_the_anti-nuclear_movement_is_facing_in_Sweden

 

———————————————————————-

  1. Öffentliche Anhörung zum staatlichen Programm zur Entsorgung radioaktiver Abfälle

———————————————————————-

Tschechiens strategische Prüfung der Aktualisierung des staatlichen Programms zur Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente ist in ihre letzte Phase eingetreten.

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Public_hearing_on_the_National_Radioactive_Waste_Management_Programme

 

———————————————————————-

  1. Tschechische Regierung hat eine neue Rohstoffpolitik genehmigt – sie bereitet den Weg für den Uranabbau

———————————————————————-

Obwohl nach einer öffentlichen Anhörung im Februar 2017 die Teile, die sich auf den Antrag auf Uranabbau in Brzkov bezogen, von der neuen tschechischen Rohstoffpolitik ausgenommen wurden, sind AnwohnerInnen in Brzkov und an anderen Uranstandorten besorgt über zukünftigen Uranabbau.

Den ganzen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Czech_government_has_approved_a_new_Raw_Material_Policy_%E2%80%93_it_opens_the_way_for_uranium_mining

 

———————————————————————-

  1. Die zwei Gesichter der deutschen Umweltministerin Barbara Hendricks

———————————————————————-

Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erwähnte in den letzten zwei Jahren mehrmals, dass die belgischen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 gefährlich sind. In den Medien beschwerte sie sich über viele kleine Risse in den Reaktorbehältern, zahlreiche kritische Vorfälle und eine laxe nukleare Kontrolle in Belgien.

Hendricks forderte die belgische Regierung außerdem auf, Tihange 2 zu schließen.

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/The_two_faces_of_German_Minister_of_Environment_Barbara_Hendricks

 

———————————————————————-

  1. Internationales Sommercamp gegen Atomkraft beginnt bald

———————————————————————-

Am 17. Juli beginnt das bereits angekündigte Sommercamp in Döbeln.

Etwa 60 Teilnehmer*innen aus 18 Ländern haben sich angemeldet. Es wird verschiedene interessante Präsentationen, Vorträge, Workshops und einige Ausflüge geben. Wer noch spontan teilnehmen möchte, meldet sich bitte per E-Mail an „summercamp AT nuclear-heritage PUNKT net“ oder über das Camp-Handy:+49 1578 9165215.

Weitere Details:

http://camp2017.nuclear-heritage.net

 

———————————————————————-

  1. Castor: Protest gegen ersten Castortransport per Schiff

———————————————————————-

Am 28. Juni fand der erste Castortransport per Schiff auf dem Neckar vom AKW Obrigheim zum AKW Neckarwestheim statt. Aktivist*innen organisierten Mahnwachen, Demonstrationen und Protestaktionen, beispielsweise stoppte eine Abseilaktion von einer Brücke über den Neckar den Transport eine Zeitlang. Es war das erste Mal, dass gefüllte Castorbehälter auf einem Schiff transportiert wurden.

Insgesamt sollen 342 hochradioaktive abgebrannte Brennelemente zu einem Zwischenlager im AKW Neckarwestheim gebracht werden. Sie werden auf 15 Castorbehälter aufgeteilt, von denen bei einem Transport jeweils drei verschifft werden. Der zweite Transport könnte während des Internationalen Anti-Atom-Sommercamps in Döbeln stattfinden.

Organisator*innen der Initiative „Bündnis Neckar castorfrei“ erwarten ihn spätestens in der Woche, die mit dem 24. Juli beginnt (nach dem Camp), es könnte aber auch früher sein.

 

Hintergrundinformationen (auf Englisch):

https://www.neckar-castorfrei.de/home/english

Bericht über Proteste gegen den ersten Neckar-Castor:

https://neckar-castorfrei.de/informiert-sein/news-berichte/209-rueckblick

 

———————————————————————-

  1. UK: Windscale im Oktober

———————————————————————-

Der Brand in Windscale ereignete sich am 10. Oktober 1957. Zum 60.

Jahrestag des Brandes organisiert die Close Capenhurst Campaign in Zusammenarbeit mit Radiation Free Lakeland und anderen Gruppen im Arbeitsbündnis „Working Alliance“ eine Reihe Veranstaltungen.

Mehr erfahrt ihr hier:

http://camp2017.nuclear-heritage.net

 

———————————————————————-

  1. UK: Protest gegen den „DRS Open Day“

———————————————————————-

Die Eisenbahngesellschaft DRS (Direct Rail Services) veranstaltet am Samstag, 22. Juli 2017, in ihrem Depot in Kingmoor, Carlisle, ihren jährlichen Tag der offenen Tür. An diesem Tag protestieren wir wieder von 10:30 bis 14:30 Uhr mit einer Flugblattaktion. Die Veranstaltung wird von der Close Capenhurst Campaign in Zusammenarbeit mit Radiation Free Lakeland im Rahmen des Netzwerks Working Alliance organisiert. Um die gesamte Organisation kümmern sich einige wenige Aktivist*innen.

Siehe:

http://close-capenhurst.org.uk/?p=745

 

———————————————————————-

  1. Sankt Petersburg: Schwimmendes AKW

———————————————————————-

Rosatom wird im Zentrum von St. Petersburg, im „Baltischen Werk“ zwei Kilometer von der Isaakskathedrale, einen Atomreaktor starten – um das schwimmende Atomkraftwerk „Akademik Lomonossow“ zu „testen“, das für Tschukotka gebaut wird. Die Einwohner*innen St. Petersburgs wurden nicht informiert. Aktivist*innen, Anarchist*innen und Mitglieder der Umweltbewegung organisierten Aktionen, um den Bürger*innen Informationen zu vermitteln. Zugleich äußerte die norwegische Regierung Bedenken über den Transport eines schwimmenden Atomreaktors von St. Petersburg nach Murmansk.

Weitere Informationen:

https://www.facebook.com/%D0%9D%D0%95%D0%A2-%D0%B7%D0%B0%D0%BF%D1%83%D1%81%D0%BA%D1%83-%D1%80%D0%B5%D0%B0%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2-%D0%BF%D0%BB%D0%B0%D0%B2%D1%83%D1%87%D0%B5%D0%B9-%D0%90%D0%AD%D0%A1-%D0%B2-%D0%9F%D0%B5%D1%82%D0%B5%D1%80%D0%B1%D1%83%D1%80%D0%B3%D0%B5-655651194625314/

 

———————————————————————-

  1. Kettenreaktion Tihange – Kurzer Bericht

———————————————————————-

Am 25. Juni fand die tri-nationale 90 km lange Menschenkette von Tihange über Lüttich und Maastricht nach Aachen statt. Mit dieser Aktion forderten etwa 50.000 Menschen Hand in Hand mit den Initiator*innen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland die sofortige Abschaltung der Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3.

Mehr erfahrt ihr hier:

https://www.chain-reaction-tihange.eu/de/

 

———————————————————————-

  1. Veranstaltungen der nächsten Monate

———————————————————————-

Ihr seid eingeladen, uns eure lokalen und internationalen Veranstaltungshinweise für die umfangreiche Terminseite beim Nuclear Heritage Network und für diesen Auszug in den NukeNews zu senden!

http://upcoming.nuclear-heritage.net

 

13.07.17-23.07.17: Anti-Atom-Fahrradtour von Bure (F) über Chooz (F) und Tihange (B) nach Maastricht (NL)

17.07.17-23.07.17: Internationales Anti-Atom-Sommercamp 2017 in Döbeln (D)

22.07.17:   „DRS Open Day Protest“ (Protest beim Tag der offenen Tür der Eisenbahngesellschaft Direct Rail Services) in Carlisle (UK)

ab 24.07.17:    2. Neckar-Castortransport (D)

28.07.17-29.07.17: e-Ventschau: Benefiz-Open-Air für Opfer von Fukushima und Tschernobyl in Ventschau (D)

31.07.17-06.08.17: war-starts-here-Camp beim Gefechts-Übungs-Zentrum Altmark (GÜZ), Potzehne in der Colbitz-Letzlinger Heide (D)

07.08.17-16.08.17: Internationalistisches Sommercamp gegen Atomkraft und Free Flow Festival in Gedelitz (D)

11.08.17-13.08.17: Festival Les Burlesques in Bure (F)

02.11.17-04.11.17: Weltsozialforum gegen Atomkraft 2017 in Paris (F)

06.11.17-17.11.17: Weltklimagipfel und Proteste in Bonn (D)

 

 

https://lehalagedudebat.wordpress.com/2017/01/27/halage-2017-13-au-23-juilet/

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Anti-nuclear_summer_camp_2017

http://close-capenhurst.org.uk/?p=745

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Castor_Resistance_in_Germany_2017

http://e-ventschau.de

http://www.war-starts-here.camp

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Internationalistic_Anti_Nuclear_Summer_Camp_and_Free_Flow_Festival

http://burestop.free.fr/spip/spip.php?article790

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Antinuclear_World_Social_Forum_2017

 

 

———————————————————————-

  1. Was sind die NukeNews?

———————————————————————-

Die NukeNews sind ein mehrsprachiges Newslettersystem des Nuclear Heritage Network. Sie spiegeln die Aktivitäten, Themen und Kämpfe der Anti-Atom-Aktivist*innen wider, die durch diese internationale Community miteinander vernetzt sind. Die Nachrichten werden von Aktivist*innen zusätzlich zu ihren normalen Anti-Atom-Aktivitäten geschrieben und übersetzt. Der Newsletter will sowohl Aktivist*innen als auch die interessierte Öffentlichkeit informieren und auf dem Laufenden halten.

Deine Beiträge zu den NukeNews sind willkommen! Sende sie per E-Mail an „newsletter AT nuclear-heritage DOT net“. Der Text sollte sehr kurz und in Englisch verfasst sein. Bitte mach es nicht länger als einen Absatz. Wir brauchen eine präzise Überschrift für deinen Artikel; du kannst auch einen Link zu weiteren Informationen anfügen.

Die Deadline für die 26. Ausgabe der NukeNews ist der 10. September 2017.

Erfahre mehr und mache die NukeNews bekannter:

http://NukeNews.Nuclear-Heritage.NET

_______________________________________________

ger-nukenews Newsletter

 

Netzwerk & Kampagne:

http://NUCLEAR-HERITAGE.NET

NaturFreunde: AKW Doel und Tihange sofort abschalten!      


NaturFreunde rufen zur Teilnahme an der Menschenkette „Kettenreaktion Tihange“ auf

 25915717561_bdec12bd45_z

Berlin, 31. Mai 2017 – Zur Planung der 90 Kilometer langen Anti-Atom-Menschenkette zwischen Tihange, Lüttich, Maastricht und Aachen am 25. Juni 2017 erklären Leo Gehlen, Landesvorsitzender der NaturFreunde Nordrhein-Westfalen, und Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstandes der NaturFreunde Deutschlands:

 

Die belgische Regierung betreibt eine unverantwortliche Energiepolitik. Noch immer werden in den AKWs Doel und Tihange in sieben Reaktorblöcken über 50 Prozent der Bruttostromerzeugung Belgiens durch Atomkraft produziert. Betreiber der Atomkraftwerke ist Electrabel S.A., eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Engie SA (ehemals GDF Suez).

 

Dazu Leo Gehlen, Landesvorsitzender der NaturFreunde Nordrhein-Westfalen: „Bereits 2003 hatte die belgische Regierung beschlossen, aus der unverantwortlichen Atomenergienutzung auszusteigen. Seitdem ist jedoch nichts passiert. Vielmehr wurde durch die Regierung in Belgien beschlossen, die Nutzung der atomaren Schrottreaktoren bis zum Jahr 2025 zu verlängern. Dies ist mit einer verantwortungsvollen Energiepolitik nicht zu vereinbaren. Die Schrottreaktoren in Tihange und Doel müssen sofort vom Netz genommen werden. Die Internationale Atomenergie-Organisation hat die Atomkraftwerke in Belgien als die unzuverlässigsten Reaktoren der Welt eingestuft. Belgien muss endlich eine Energiewende einleiten und sich von der Abhängigkeit von Atomreaktoren befreien. Obwohl es auch in Belgien kein sicheres Atommülllagerkonzept gibt, wird täglich neuer Atommüll produziert.

 

Die NaturFreunde rufen deshalb alle ihre Mitglieder und Sympathisanten auf, sich an der Menschenkette am 25. Juni zu beteiligen und die Forderung nach der sofortigen Abschaltung der Schrottreaktoren zu unterstützen. Von der Bundesregierung erwarten die NaturFreunde, dass die Lieferung von angereichertem Uran aus der Atomfabrik in Gronau und Brennelementen aus der Atomfabrik in Lingen nach Belgien sofort verboten wird.“

 

Engie SA ist auch in Deutschland aktiv und erwirtschaftet einen Umsatz von 2,17 Milliarden Euro im Jahr. Über die Vertriebsgesellschaft Energie SaarLorLux in Saarbrücken, an der Engie SA mehrheitlich beteiligt ist, werden über 160.000 Privat- und Gewerbekunden mit Strom, Gas und Wärme versorgt. Engie SA ist auch in Gera und Wuppertal an den Stadtwerken beteiligt. In Berlin ist Engie SA an der Berliner GASAG mit 31,6 Prozent beteiligt.

 

Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, kritisiert: „Der Weiterbetrieb dieser Uraltreaktoren ist unverantwortlich. Ständig gibt es Störfälle in den Atomkraftwerken, die deshalb immer häufiger abgeschaltet werden müssen. In den Reaktoren wurden tausende von Rissen festgestellt. Durch ihre Atompolitik gefährdet die belgische Regierung die Gesundheit und das Leben von vielen Millionen Menschen. Das AKW Doel liegt mitten in einer dicht besiedelten Region. Im Radius von 75 Kilometern um das AKW leben etwa 9 Millionen Menschen.

 

Tihange ist nur 70 Kilometer von Aachen entfernt. Wir NaturFreunde fordern die Engie SA auf, sich aus der Atomstromproduktion zurückzuziehen. Alle Stromverbraucher*innen haben es selbst in der Hand, ob sie von einem Stromproduzenten Strom beziehen wollen, der durch seine Atompolitik die Gesundheit von Millionen Menschen gefährdet.“

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern:

>          die sofortige Abschaltung der Atomreaktoren in Doel und Tihange;

>          den Ausstieg der Engie SA aus der Atomstromproduktion;

>          die Bundesregierung auf, gegen den Betrieb der AKW zu klagen;

>          die Auflösung des EURATOM-Vertrags für einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie;

>          die sofortige Beendigung der Lieferung von angereichertem Uran aus der Atomfabrik in Gronau und Brennelementen aus der Atomfabrik in Lingen nach Belgien.

 

NaturFreunde rufen zur Teinahme an der Menschenkette „Kettenreaktion Tihange“ auf

Am Sonntag, dem 25. Juni 2017, findet die Menschenkette zur sofortigen Abschaltung der Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 statt. Die NaturFreunde Deutschlands rufen zur Teilnahme an der Menschenkette auf. Gemeinsam mit vielen zehntausenden Protestierenden wollen die NaturFreunde ein Zeichen gegen den Weiterbetrieb der Atomreaktoren setzen und gegen die Gefährdung von Millionen Menschen in Europa protestieren.

 

Die Menschenketten-Aktion startet gleichzeitig um 14 Uhr auf der Strecke zwischen Tihange, Lüttich, Maastricht und Aachen. Die Aktion wird maximal 2 Stunden dauern. In dieser Zeit wird es zum Kettenschluss kommen.

BI Umweltschutz: Gorlebentag ante portas

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.

http://www.bi-luechow-dannenberg.de

bi umweltschutz castor antiatom

 

Pressemitteilung 28.05.2017

 

Tausende haben in den letzten zwei Jahren die Widerstandspartie der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) besucht. Direkt an den Atomanlagen in Gorleben wird im Rahmen der Kulturellen Landpartie gefeiert, informiert und demonstriert.

„Die Endlagersuche wurde neu gestartet, aber Gorleben bleibt als möglicher Standort gesetzt. Die geologischen Suchkriterien wurden wieder einmal auf den Salzstock Gorleben so zugeschnitten, dass er immer noch als nukleares Endlager in Frage kommt, das haben wir satt“, unterstreicht die BI.

„Der Protest gegen Atomkraft war und ist auch immer ein Protest gegen das konventionelle Energiesystem gewesen“, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. „Mit unserer diesjährigen Kulturellen Widerstandspartie wollen wir dem noch mehr Rechnung tragen und haben Engagierte des Landkreises eingeladen, ihre Aktivitäten und Vorstellungen zu einem klima- und ressourcengerechten Leben in Lüchow-Dannenberg vorzustellen.“

Diese Einladung haben die WachstumsWende Wendland in Kooperation mit der Klimaschutzleitstelle des Landkreises zum Anlass genommen, eine Veranstaltung zum Thema Suffizienz zu organisieren, auf der Engagierte und Initiativen zeigen können, wie es ihnen gelingt, Genügsamkeit und Maßhalten in ihren Alltag zu integrieren.

Unter der Überschrift „Das GUTE LEBEN“ haben sich so verschiedene Initiativen wie Landwende, Reparatur-Café Dannenberg, Kulturland eG, Energieberatung Niedersachsen, uma institut, Partnerbetriebe der Biosphäre sowie engagierte Einzelpersonen zum Gemeinschaftsstand ‚Klimaschutz-Rundling‘ zusammengetan. An ihren Ständen wollen die Initiativen mit Interessierten ins Gespräch darüber kommen, wie ein anderes und ihrer Meinung nach besseres Leben im Landkreis und anderswo aussehen kann. Dabei heißt „besser“ nicht nur klima- und ressourcenschonender, sondern auch genussvoller, gesünder, gemeinschaftlicher, und sparsamer. Unter anderem wird es möglich sein, ein mobiles Tiny House zu besichtigen, welches kürzlich innerhalb einer Jahresabschlussarbeit der Freien Schule Hitzacker erstellt wurde.

Parallel dazu finden halbstündige Sofagespräche zu den Themen Plastikfreies Leben, Wohnen im Tiny House, Gemeinschaftsnutzung in der Mobilität, Selbstversorgung und Solidarische Landwirtschaft sowie Kultur-, Bewusstseins- und Politikwandel statt. Auf dem Sofa stehen lokale Experten den Fragen der Moderatoren und aus dem Publikum Rede und Antwort.

„Wir wollen mit dieser Aktion die Vernetzung Gleichgesinnter in der Region fördern, die Besucher zum Nachdenken anregen sowie praktische Tipps zum persönlichen Wandel geben. Außerdem hoffen wir, den einen oder anderen neuen Mitstreiter für die Initiativen zu werben“, so Lia Jahrens, von der WachstumsWende Wendland.

 

An den Atomanlagen Gorleben herrscht nicht nur zur Widerstandspartie reges Treiben. An den Wochenenden könnt ihr Euch zu allgemeinen und Fachvorträgen dort einfinden. Die BI und ihre Fachgruppen informieren dann direkt am Ort des Geschehens über die Probleme. Hier finden Sie/findet ihr die Themen und Termine:

http://www.bi-luechow-dannenberg.de/?page_id=18523

Die BI gastiert auch an anderen Orten:

Di. 30.05.17 – 18.30h – Politischer Wunderpunkt Klein Witzeetze 6 Die „Öko-Politfilmreihe“, eine Kooperation des Kulturvereins Platenlaase und der BI, gastiert mit einer Filmvorführung. Um 18.30h läuft dort der Film „Seefeuer“. Eintritt frei – Hutkasse geht rum.

Mi. 31.05.2017 – 15.30h – Wunderpunkt Zadrau „Alte Schule“ Vortrag und Diskussion – „Gorleben oder wie wir den Deckel endgültig draufmachen“ Lokale Standortinitiative trifft weltweiten Anti Atom Widerstand.

Input von und Diskussion mit Kerstin Rudek und Günter Hermeyer von der BI.

NukeNews #24 – Anti-Atom-Infodienst

cropped-atom-nirgendwo_55.jpg

———————————————————————-

  1. Vorwort

———————————————————————-

Der kommende Sommer wird ein Sommer der Aktionen gegen Atomkraft! Wir beginnen diesen Newsletter mit dem Aufruf und dann einigen Einladungen zu konkreten Veranstaltungen in der Jahresmitte. Da der Newsletter wieder ein bisschen später erscheint als geplant, ist die Einladung zum Ostermarsch jetzt leider nur noch von dokumentarischem Interesse … Deshalb eine kurze Ergänzung: An dem Tag demonstrierten etwa 250 Personen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland, und 50 protestierten gegen Atomanlagen in Jülich. Mehr erfahrt ihr in Artikel #7. Außerdem berichtet diese Ausgabe der NukeNews über aktuelle Entwicklungen in der Atompolitik in Tschechien, Frankreich, Japan, Russland und Slowenien. Euer Feedback zu den NukeNews ist willkommen – die Kontaktinformationen findet ihr am Ende dieser E-Mail!

 

 

———————————————————————-

Inhaltsverzeichnis der aktuellen NukeNews #24

———————————————————————

  1. Aufruf zu Internationalen Anti-Atom-Sommer 2017
  2. Gorleben: Kulturelle Widerstandspartie
  3. Kettenreaktion Tihange
  4. Internationales Aktionscamp: Stoppt die neue Atombombe der USA
  5. Sommercamp gegen Atomkraft mit dem Schwerpunkt Uran und neue    Reaktoren/Laufzeitverlängerungen
  6. Frankreich: Festival Les Bure’lesques
  7. Deutschland: Ostermarsch in Gronau und Jülich
  8. Slowenische Umweltschutzbehörde: Keine UVP für Laufzeitverlängerung des AKW Krško erforderlich
  9. Tschechischer Staat beendet an 7 Standorten geologische Gutachten und Ausgleichszahlungen
  10. Verhandlungen mit ausländischen Anbietern über den Bau von Atomreaktoren in der Tschechischen Republik
  11. Auf dem Weg zum Weltsozialforum gegen Atomkraft 2017
  12. Russland: Schwimmendes Atomkraftwerk soll von Sankt Petersburg ablegen
  13. FoE Japan: Landespolitik setzt Opfer unter Druck – sechs Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima
  14. Übersetzung einer atomkritischen Publikation nun auch auf Ungarisch erhältlich
  15. Veranstaltungen der nächsten Monate
  16. Was sind die NukeNews?

 

 

———————————————————————-

  1. Aufruf zu Internationalen Anti-Atom-Sommer 2017

———————————————————————-

Wir rufen 2017 einen internationalen Anti-Atom-Sommer aus! In verschiedenen Ländern bereiten Initiativen und Organisationen Aktionen, Camps und andere Treffen im Kampf gegen die immer noch mächtige Atomindustrie vor. Da vereinzelt agierende Gruppen alleine nicht in der Lage sein werden, den herrschenden Regierungen und mächtigen Konzerne etwas Wirkungsvolles entgegenzusetzen, wollen wir unsere Kampagnen und Aktionen verknüpfen, um die Auseinandersetzungen gegen die Atomwirtschaft zu stärken. Es wird diesen Sommer vielfältige Veranstaltungen geben, die diese Sache aus verschiedenen Blickwinkeln mit unterschiedlichen Mitteln angehen. Für jed*e sollte etwas passendes dabei sein…

 

Erfahre mehr auf der Webseite zum Aufruf, einschliesslich einer Liste der Aktivitäten:

http://actionsummer.nuclear-heritage.net

 

———————————————————————-

  1. Gorleben: Kulturelle Widerstandspartie

———————————————————————-

Für den 2. Juni laden wir euch ins „Belugadreieck“ vor dem „Erkundungsbergwerk“ (Atommülllager) Gorleben ein. Wir laden euch ein, am Ort der Empörung mit uns bunt, frech und widerständisch zu sein.

Mehrere Gruppen werden sich und ihre Aktivitäten vorstellen. Schließt euch der Bewegung an! Außerdem gibt es Musik, Essen, „XBOX – strahlende Musikvideoclips“, viele Traktoren der Bäuerlichen Notgemeinschaft und noch mehr.

Weitere Informationen gibt es hier:

http://www.bi-luechow-dannenberg.de/?page_id=17982

 

———————————————————————-

  1. Kettenreaktion Tihange

———————————————————————-

Am 25. Juni 2017 findet die Menschenkette zur sofortigen Abschaltung der Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 statt. Wir Menschen aus drei Ländern mit unterschiedlichen Sprachen protestieren gemeinsam Hand in Hand für unser Ziel. Mit der Menschenkette setzen wir zu Zehntausenden ein weithin sichtbares Zeichen gegen die Gefährdung von Millionen Menschen in Europa. Jeder Meter zählt! – Wir brauchen dich! Nur zusammen können wir die Kettenreaktion Wirklichkeit werden lassen.

Hier gibt es mehr Informationen:

https://www.chain-reaction-tihange.eu/en/

 

———————————————————————-

  1. Internationales Aktionscamp: Stoppt die neue Atombombe der USA

———————————————————————-

Zusammen können wir die geplante Atombombe stoppen! Bitte schließt euch unserer Kampagne an, die vorhandenen US-Atomwaffen zurück nach Hause zu schicken und uns gegen die neue B61-12-Atombombe zu organisieren, die bis 2020 in den USA gebaut und in fünf europäischen Ländern gelagert werden soll: Italien, Belgien, den Niederlanden, der Türkei und Deutschland.

Wir laden Anti-Atom-, Umwelt- und Friedensaktivist*innen aus Europa und den USA in unser Camp am Haupttor der Militärbasis in Büchel ein.

Die internationale Aktionswoche ist Teil unserer zwanzig Aktionswochen von 26. März bis zum 9. August. Die zwanzig Wochen stehen für die zwanzig B61-H-Bomben in Büchel. Zu unserem Friedenscamp gehören Netzwerkarbeit, Mahnwachen und gewaltfreier ziviler Widerstand. Mit dieser internationalen Woche tun wir uns erstmals mit dem Anti-Atom- Widerstand in den USA, dem Land, in dem die Bombe gebaut wird, zusammen.

Mehr erfahrt ihr hier:

https://buechel-atombombenfrei.jimdo.com/international/international-action-camp/

 

———————————————————————-

  1. Sommercamp gegen Atomkraft mit dem Schwerpunkt Uran und neue    Reaktoren/Laufzeitverlängerungen

———————————————————————-

Wie bereits angekündigt wird vom 17. bis 23. Juli 2017 ein internationales Camp in Döbeln, Sachsen, stattfinden. Bisher haben über 40 Personen aus 15 Ländern ihre Teilnahme angekündigt. Wir rechnen damit, dass diesen Sommer etwa 60 bis 100 Organisator*innen, Aktivist*innen und andere Interessierte zusammenkommen, um einander kennenzulernen, Informationen über Atomangelegenheiten in ihren Regionen, Kampagnen und Aktionen zu geben und das Netzwerk von Anti- Atom-Gruppen und -Initiativen zu stärken. Es wurden zwei Schwerpunkte

ausgewählt: die Urankette, die auch alle Themen im Bereich Atomkraft miteinander verbindet, und der Bau neuer Reaktoren sowie die Laufzeitverlängerung alternder Atomkraftwerke.

Besonders in diesen zwei Hauptbereichen werden Vertreter*innen von Organisationen, die zu diesen Themen arbeiten, Wissen über Atomanlagen, -unternehmen und -politik teilen. Sie werden ihre Kampagnen und Projekte vorstellen und neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Gruppen und Aktivist*innen suchen, um die Fähigkeiten der Bewegung im Kampf gegen die weltweite Atomindustrie zu stärken. Wenn ihr teilnehmen möchtet, meldet euch bitte unter „summercamp AT nuclear-heritage DOT net“ an. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Camps:

http://camp2017.nuclear-heritage.net

 

———————————————————————-

  1. Frankreich: Festival Les Bure’lesques

———————————————————————-

Vom 11. bis zum 13. August 2017 findet im französischen Bure am Standort eines geplanten Atommülllagers ein informatives, fröhliches und originelles Festival statt, das für alle offen ist – Familien, FreundInnen, Menschen aus der Umgebung und von weiter weg. Das tiefengeologische Lager für Atommüll, das in der Region entstehen soll, heißt „Cigéo“ und wird trotz beispielloser Risiken und gegen den Rat Tausender GegnerInnen geplant, darunter AnwohnerInnen, die nie in die Entscheidung einbezogen wurden. Bei seinem Bau käme es zu einer nicht rückgängig zu machenden Mutation des Wohngebietes zu einer riesigen radioaktiven Müllhalde.

Mehr erfahrt ihr hier:

http://burestop.free.fr/spip/spip.php?article790

 

———————————————————————-

  1. Deutschland: Ostermarsch in Gronau und Jülich

———————————————————————-

Mehrere Gruppen rufen für Karfreitag, 14. April, zu einem überregionalen Ostermarsch in Gronau und Jülich auf. Die Demonstration beginnt um 13:00 Uhr vor dem Gronauer Bahnhof und endet an der Urananreicherungsanlage. Von dort aus transportiert ein Shuttlebus die Teilnehmenden zum Bahnhof zurück. Um 14:00 Uhr beginnt eine Mahnwache am Forschungszentrum Jülich vor dem Haupttor des Zentrifugenunternehmens ETC, eines Gemeinschaftsunternehmens von Urenco und Areva. Durch die Lieferung von Zentrifugen entwickelt und fördert ETC Wissen über die Urananreicherung und bietet so auch die Möglichkeit einer militärischen Nutzung.

Angesichts der jüngsten Debatten über den geplanten Betriebsbeginn eines riesigen Uranmüll-Lagers in Gronau, während gleichzeitig Politiker*innen über eine mögliche Schließung der Urananreicherungsanlage diskutieren, aber auch angesichts internationaler Rufe nach einer atomaren Wiederaufrüstung sind die Aktionen in Gronau und Jülich von großer Bedeutung.

Weitere Informationen:

http://www.ostermarsch-gronau.de

 

———————————————————————-

  1. Slowenische Umweltschutzbehörde: Keine UVP für Laufzeitverlängerung des AKW Krško erforderlich

———————————————————————-

Am 20. Februar 2017 veröffentlichte die slowenische Umweltschutzbehörde das Fazit ihres Untersuchungsverfahrens, mit dem festgestellt werden sollte, ob für die Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Krško eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei.

Sie kam zu dem Schluss, eine UVP sei nicht erforderlich. Die Untersuchung erfolgte nach Hinweisen einer Gruppe von Umwelt-NGOs auf die 2012 von der Atomsicherheitsadministration vorgenommene Laufzeitverlängerung des AKW Krško von 40 auf 60 Jahre.

In die Untersuchung der Umweltbehörde wurden verschiedene Stellen involviert, die alle der Meinung sind, eine Laufzeitverlängerung des AKW Krško um 20 Jahre habe keine Umweltauswirkungen. Aufgrund dieser Meinungen wurde entschieden, keine UVP durchführen zu lassen. Gegen diese negative Entscheidung legte eine Gruppe von Umwelt-NGOs (Focus, PIC, Umanotera, SE-F) am 6. März 2017 Berufung ein und begründete dies unter anderem mit dem Verstoß gegen die Aarhus- und die Espoo-Konvention.

 

———————————————————————-

  1. Tschechischer Staat beendet an 7 Standorten geologische Gutachten und Ausgleichszahlungen

———————————————————————-

Entsprechend den Einwendungen von Gemeinden und Vereinen hat das Umweltministerium (MŽP) beschlossen, die Erkundungsgenehmigungen für geologische Arbeiten im Rahmen der Standortsuche für ein Tiefenendlager nicht um zwei Jahre zu verlängern, wie es die Behörde für Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) verlangt hatte. Grund dafür ist, dass die Erkundungsgenehmigungen am 31. Dezember 2016 abgelaufen war und SÚRAO den Antrag auf Verlängerung zu spät eingereicht hatte. Damit darf SÚRAO seit dem 1. Januar 2017 keine der zuvor genehmigten geologischen Arbeiten in den Anlagen mehr durchführen.

Den ganzen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/The_state_stopped_geological_surveys_and_the_payment_of_financial_compensation_in_7_sites

 

———————————————————————-

  1. Verhandlungen mit ausländischen Anbietern über den Bau von Atomreaktoren in der Tschechischen Republik

———————————————————————-

Zwischen dem 26. Januar und dem 10. Februar 2017 fanden Beratungen mit sechs Bewerbern für den Bau von Reaktoren im Land statt. Bei den Verkäufern handelt es sich um folgende Unternehmen: ATMEA (gemeinsames Projekt von Mitsubishi und AREVA NP), China General Nuclear Power Corporation, AREVA NP/Electricité de France, Korea Hydro and Nuclear Power (Tochtergesellschaft der Korea Electric Power Corporation), Rosatom State Atomic Energy Corporation (Russland) und Toshiba/Westinghouse Electric Company (USA).

Die Verhandlungen gingen einer Ausschreibung voran, ohne die die Tschechische Republik (anders als Ungarn) die Generation-3+-Reaktoren nicht bauen lässt. Diese wurde aber noch nicht angekündigt. Zuerst will die Tschechische Republik bei der EU eine Freistellung beantragen, um das Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen nicht in vollem Umfang anwenden zu müssen.

Den ganzen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Negotiations_with_foreign_vendors_on_the_construction_of_nuclear_reactors_in_the_Czech_Republic

 

———————————————————————-

  1. Auf dem Weg zum Weltsozialforum gegen Atomkraft 2017

———————————————————————-

Seit dem ersten Weltsozialforum (WSF) in Porto Allegre 2001 ist die Antiglobalisierungsbewegung gewachsen und stärker geworden. Mehrere WSF haben stattgefunden: in Lateinamerika, in Asien, in Afrika und im August 2016 in Nordamerika. Neue Themen haben die Dynamik bereichert.

2013 und 2015 waren Atomangelegenheiten Thema mehrerer Workshops, und im Frühjahr 2016 wurde in Tokio das erste Sozialforum gegen Atomkraft veranstaltet, bei dem der „Aufruf für ein Netzwerk für eine Welt ohne Atomkraft“ veröffentlicht wurde. In Montréal fand im Rahmen des WSF das zweite Forum gegen Atomkraft statt. Da Frankreich das im Verhältnis zur Anzahl der Einwohner*innen am stärksten nuklearisierte Land der Welt ist, fanden französische Anti-Atom-Organisationen es wichtig, das nächste WSF gegen Atomkraft in Frankreich zu veranstalten: Es findet vom 2. bis zum 4. November in Paris statt.

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Antinuclear_World_Social_Forum_2017

 

———————————————————————-

  1. Russland: Schwimmendes Atomkraftwerk soll von Sankt Petersburg ablegen

———————————————————————-

Im „Baltic Shipyard“ mitten in Russlands zweitgrößter Stadt, Sankt Petersburg, wurde das schwimmende Atomkraftwerk „Akademik Lomonossow“

errichtet. Es handelt sich um ein experimentelles neues Schiff mit zwei Reaktoren, das an seinem endgültigen Bestimmungsort Pewek in Tschukotka (russischer Föderationskreis Ferner Osten) betrieben werden soll. Es wurde keine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt und es ist auch keine geplant. Russische Behörden betonen, das Land habe niemals die Espoo-Konvention ratifiziert und sei daher nicht verpflichtet, seine Nachbarländer einzubeziehen, die durch den Transport des schwimmenden AKW an seinen endgültigen Bestimmungsort im Herbst 2017 oder Frühjahr 2018 betroffen sind. Auf dem Weg wird es die Ostsee durchqueren und dabei die Territorialgewässer mehrerer anderer Länder passieren. Russland hat jedoch die Espoo-Konvention unterzeichnet und russische Dokumente empfehlen die Anforderungen dieses Vertrags gegebenenfalls zu erfüllen.

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Russia:_Floating_nuclear_power_plant_to_cast_off_from_Saint_Petersburg

 

———————————————————————-

  1. FoE Japan: Landespolitik setzt Opfer unter Druck – sechs Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima

———————————————————————-

Auch sechs Jahre nach dem Unfall am 11. März 2011 bleiben die Probleme ungelöst und wir stehen weiterhin den Folgen einer anhaltenden, beispiellosen Atomkatastrophe gegenüber. Die Folgen sind kompliziert und unterschiedlich. Die weitreichende Verstrahlung kostete Menschen, die früher die Segnungen der Natur genießen durften, das Leben und änderte die Situation Anderer in vielen Regionen dramatisch. Zu den zahllosen Folgen gehören der Verlust von Lebensgrundlagen und Lebenszielen, der Aufenthalt in überfüllten vorläufigen Notunterkünften, die Spaltung von Familien und Gemeinden, Gesundheitsrisiken und wachsende Ängste, Schikanierung und Vorurteile in den Unterkünften für Evakuierte … die Liste ließe sich fortsetzen. In einer derartigen Situation hat eine nationale Politik, die Evakuierte auffordert, im Rahmen eines „Wiederaufbaus“ nach Hause zurückzukehren, den Effekt, die Opfer der Atomkatastrophe unter Druck zu setzen.

Die vollständige Erklärung gibt es hier:

http://www.foejapan.org/en/energy/doc/170310.html

 

———————————————————————-

  1. Übersetzung einer atomkritischen Publikation nun auch auf Ungarisch erhältlich

———————————————————————-

Dank einer Kooperation der in München angesiedelten NGO wecf, der österreichisch-tschechischen NGO „Sonne und Freiheit“ und des in Ungarn tätigen Teams von GeniaNet.com konnte das bisher in Deutsch, Englisch, Französisch und Tschechisch publizierte Büchlein „Die Kernfrage“ nun auch in einer ungarisch-sprachigen Version produziert werden. Dank der finanziellen Unterstützung der oberösterreichischen Landesregierung für Übersetzung und Druck sollte der ungarische AKW-Widerstand damit einen wichtigen neuen Impuls erhalten und wir freuen uns auf eine Intensivierung unserer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die ungarische Ausgabe kann gegen Kostenersatz bei „b DOT riepl AT eduhi DOT at“ bestellt werden.

Kostenloser Download der ungarischen Publikation:

http://sonneundfreiheit.eu/files/nuklearis.pdf

 

Weitere Informationen:

http://www.wecf.eu/english/publications/2011/critical-questionnuclear.php

 

———————————————————————-

  1. Veranstaltungen der nächsten Monate

———————————————————————-

Ihr seid eingeladen, uns eure lokalen und internationalen Veranstaltungshinweise für die umfangreiche Terminseite beim Nuclear Heritage Network und für diesen Auszug in den NukeNews zu senden!

http://upcoming.nuclear-heritage.net

 

wahrscheinlich 2017:  Castor-Proteste in Frankreich, Deutschland und Großbritannien

25.06.17:          Menschenkette gegen AKW Tihange, Tihange – Lüttich – Maastricht – Aachen (B, D, NL)

07.07.17-08.07.17: G20-Gipfel und Proteste in Hamburg (D)

12.07.17-18.07.17: „Internationale Woche“ mit US- und anderen Aktivist*innen, Fliegerhorst Büchel in Alflen (D)

17.07.17-23.07.17: Internationales Sommercamp gegen Atomkraft 2017 in Döbeln (D)

31.01.17-06.08.17: war-starts-here-Camp beim Gefechts-Übungs-Zentrum Altmark (GÜZ), Potzehne in der Colbitz-Letzlinger-Heide (D)

07.08.17-16.08.17: Internationalistisches Sommercamp gegen Atomkraft und Free Flow Festival in Gedelitz (D)

11.08.17-13.08.17: Festival Les Burlesques in Bure (F)

02.11.17-04.11.17: Weltsozialforum gegen Atomkraft 2017 in Paris (F)

06.11.17-17.11.17: Weltklimagipfel und Proteste in Bonn (D)

 

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Castor_Resistance_in_Germany_2017

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Tihange_Humain_Chain

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/G20_-_July_7/8,_2017_in_Hamburg

https://buechel-atombombenfrei.jimdo.com/kalender/

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Anti-nuclear_summer_camp_2017

http://www.war-starts-here.camp

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Internationalistic_Anti_Nuclear_Summer_Camp_and_Free_Flow_Festival

http://burestop.free.fr/spip/spip.php?article790

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Antinuclear_World_Social_Forum_2017

 

———————————————————————-

  1. Was sind die NukeNews?

———————————————————————-

Die NukeNews sind ein mehrsprachiges Newslettersystem des Nuclear Heritage Network. Sie spiegeln die Aktivitäten, Themen und Kämpfe der Anti-Atom-Aktivist*innen wider, die durch diese internationale Community miteinander vernetzt sind. Die Nachrichten werden von Aktivist*innen zusätzlich zu ihren normalen Anti-Atom-Aktivitäten geschrieben und übersetzt. Der Newsletter will sowohl Aktivist*innen als auch die interessierte Öffentlichkeit informieren und auf dem Laufenden halten.

Deine Beiträge zu den NukeNews sind willkommen! Sende sie per E-Mail an „newsletter AT nuclear-heritage DOT net“. Der Text sollte sehr kurz und in Englisch verfasst sein. Bitte mach es nicht länger als einen Absatz. Wir brauchen eine präzise Überschrift für deinen Artikel; du kannst auch einen Link zu weiteren Informationen anfügen.

Die Deadline für die 25. Ausgabe der NukeNews ist der 18. Juni 2017.

 

Erfahre mehr und mache die NukeNews bekannter:

http://NukeNews.Nuclear-Heritage.NET

______________________________________________

ger-nukenews Newsletter

 

Netzwerk & Kampagne:

http://NUCLEAR-HERITAGE.NET

 

.ausgestrahltNews | Abschalten ist die einzige Versicherung!

.ausgestrahlt-Newsletter
11. Mai 2017
es schreibt Jochen Stay

ausgestrahlt_large


Liebe/r Anti-Atom-Koordination Berlin,

vor kurzem haben sich die Gemüter in den Kommentarspalten verschiedener deutscher Zeitungen erregt. Grund waren die Ergebnisse einer Studie zur Deckung der Folgekosten im Falle eines Super-GAUs in Europa. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) kommt im Auftrag von Greenpeace Energy zu dem Ergebnis, dass die Kosten bei 100 bis 430 Milliarden Euro lägen. Die Empörung Vieler gilt aber nun weniger dieser gigantischen Summe und den immensen Risiken, als der Information, dass die Deckungsvorsorgen in anderen europäischen Ländern wesentlich geringer sind als in hierzulande. Auch sind Deutschland und die Schweiz die einzigen europäischen Atomstaaten, in denen die Betreiberkonzerne mit ihrem Gesamtvermögen haften.

Es stimmt, während in Deutschland Versicherungen eine Deckungsvorsorge in Höhe von 2,5 Milliarden bereitstellen, sind die Unfallkosten in den meisten europäischen Atomstaaten nur in Höhe dreistelliger Millionenbeträge abgedeckt. Im Verhältnis zu den Unfallkosten ist aber auch die hiesige Vorsorge absolut lächerlich: Da hilft es auch nicht, dass die Haftpflicht der Betreiberkonzerne unbegrenzt ist, denn da ist bekanntlich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage immer weniger zu holen. Auch der Verweis darauf, dass die Bundesrepublik ja ab 2022 im Gegensatz zu vielen seiner Nachbarn kein Gefährderstaat mehr sei, ist absolut unangebracht. Fakt ist, dass auch Deutschland bei zunehmenden Unfallrisiko bis 2022 an jedem einzelnen Tag die Risiken und Folgen eines Super-GAUs in Kauf nimmt und damit auch Staaten gefährdet, die sich bewusst gegen die Atomkraft entschieden haben. Dies geschieht zudem ohne Not – denn der sofortige Ausstieg wäre ohne Weiteres möglich.

Anstatt also gegenseitig mit dem Finger aufeinander zu zeigen, wäre es angebracht, endlich zuzugeben, dass die Risiken der Atomkraft nirgends tragbar sind – wirtschaftlich nicht und menschlich schon gar nicht. Gegen die Gefahren der Atomkraft gibt es nur eine Versicherung: Abschalten!


Weitere aktuelle Informationen in diesem Newsletter:

1. Wasseraktionstag am und auf dem Neckar am 21. Mai
2. Erinnere Robert Habeck an sein Brokdorf-Versprechen!
3. Neu im .ausgestrahlt-Shop
4. .ausgestrahlt beim Kirchentag vom 25. bis 27. Mai
5. Kulturelle Widerstands-Partie in Gorleben am 2. Juni
6. Neuer .ausgestrahlt-Podcast: AKW-Sicherheit
7. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand


Herzliche Grüße

Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team

 

1. Wasseraktionstag am und auf dem Neckar am 21. Mai

Am Sonntag den 21. Mai startet um 12 Uhr in Kirchheim/Neckar eine Wasser- und Land-Demo gegen die geplanten Castor-Transporte. Kanus, Boote und Fahrräder werden am AKW Neckarwestheim vorbei flussabwärts bis Lauffen paddeln, rudern und radeln und so entlang des gesamten letzten Streckenabschnitts gegen die sinnlose und gefährliche Atommüll-Verschiebung protestieren. Bring ein Wasserfahrzeug oder Fahrrad mit und lass die Demo laut und bunt werden! Weitere Infos findest Du hier.


2. Erinnere Robert Habeck an sein Brokdorf-Versprechen!

Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck hat versprochen, das AKW Brokdorf erst wieder ans Netz zu lassen, wenn die Ursachen für die Brennelemente-Schäden im Reaktor aufgeklärt und beseitigt sind. .ausgestrahlt hat deshalb schon vor der Wahl im nördlichsten Bundesland der taz Nord eine Postkarte an Habeck beigelegt, mit der ihn viele Menschen an sein Versprechen erinnert haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Umweltminister auch in einer neuen Landesregierung im Amt bleibt, ist hoch. Deshalb bestelle jetzt Postkarten an Habeck im .ausgestrahlt-Shop, damit er nach der Wahl so handelt, wie vor der Wahl versprochen.


3. Neu im .ausgestrahlt-Webshop

Neu: Plakatserie zu Gundremmingen
Der Fotograf Alexander Tetsch stellt Bildern aus der Sperrzone um Tschernobyl analoge Situationen aus der (noch unverstrahlten) Umgebung des AKW Gundremmingen gegenüber.
Die sechs Bilderpaare führen auf drastische und anschauliche Weise vor Augen, welche Folgen ein schwerer Atomunfall für die ganze Region hätte. Die Ausstellung (6 Plakate in A2) ist für alle Orte mit Publikumsverkehr geeignet.

Neu: Flyer „Gorleben – Trügerische Ruhe“
Es ist nicht vorbei – der Standort Gorleben bleibt im Spiel. Einen Überblick zur Geschichte und der Situation heute gibt das druckfrische kostenlose .ausgestrahlt-Faltblatt, das Du auch in größeren Mengen zum Verteilen bestellen kannst.

Neu: Swetlana Alexijewitsch: „Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft“
Die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch gilt als wichtigste Zeitzeugin der postsowjetischen Gesellschaft. Über viele Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, für die die Katastrophe von Tschernobyl zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Entstanden sind eindringliche Porträts, die ungeheure Nähe zu den Betroffenen aufbauen und von höchster Sensibilität und journalistischer Perfektion zeugen. Das Taschenbuch kostet 9,99 € 

Alle neuen Produkte (und viele weitere) findest Du im .ausgestrahlt-Webshop.


4. .ausgestrahlt beim Kirchentag vom 25. bis 27. Mai

Atommüll, Gorleben und die neue Standortsuche für ein Atommüll-Lager sind Thema
beim .ausgestrahlt-Stand auf dem evangelischen Kirchentag in Berlin (25.–27.5.,
„Markt der Möglichkeiten“, Halle 2.2–H20). Außerdem ist dort eine gute Gelegenheit, mit
.ausgestrahlt-Aktiven persönlich ins Gespräch zu kommen.


5. Kulturelle Widerstandspartie in Gorleben am 2. Juni

Am 2. Juni findet die Kulturelle Widerstandspartie in Gorleben statt – wie immer bunt, frech und widerständisch. Los geht es ab 14 Uhr bei den Gorlebener Atomanlagen. .ausgestrahlt informiert dort über die Fehler der neuen Standortsuche. Bei der Kulturellen Landpartie (KLP) im Wendland vom 25. Mai bis zum 5. Juni ist .ausgestrahlt ebenfalls mit Informationen in Klein Witzeetze und Göttien vor Ort. Programminfos zur KLP und zur Widerstandspartie in Gorleben gibt’s hier.


6. .ausgestrahlt-Podcast #6: Die Sicherheitslüge

Der sechste .ausgestrahlt-Podcast ist online. Die Audio-Podcasts sind für .ausgestrahlt eine relativ neue Form atomkritischen Inhalten „Gehör“ zu verschaffen. Du kannst die auf der .ausgestrahlt-Website bereitgestellten Audio-Dateien jederzeit abrufen oder auch abonnieren. Der neueste Podcast behandelt das Thema AKW-Sicherheit.


7. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand

In den letzten Newsletter hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die acht Aktiven gegen Uranbergbau aus Tansania wurden nicht in Mali, sondern in Malawi inhaftiert.

Vom 9. bis 26. Juni findet auf Mosel und Rhein von Trier bis nach Köln eine Floßtour gegen Atomtransporte statt. Infos findest Du hier.

Weitere Aktionen im Anti-Atom-Sommer 2017 im Überblick.

Die Bewegungsstiftung, von der auch .ausgestrahlt schon mehrmals gefördert wurde, feiert ihren 15. Geburtstag – aus guten Gründen. Du findest sie hier.

Das Aktionsbündnis „Bielefeld steigt aus“ hat den „Not-Ausschalter“ für das AKW-Grohnde drücken lassen. Impressionen.

Spannende Texte zur aktuellen Situation in Fukushima bietet die aktuelle Ausgabe der „anti atom aktuell“. Bestellen kannst Du das Magazin (aaa, Nr. 265) hier.

 

############################################################

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation. Wir unterstützen Atomkraftgegner*innen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. Mit diesem Newsletter informieren wir über Kampagnen, Aktionen und politische Entwicklungen.