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.ausgestrahltNews | Nach dem Castor ist vor dem Castor!

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Liebe Interessierte,

innerhalb einer Woche gingen gleich zwei Botschaften der Anti-AKW-Bewegung über alle Kanäle durchs ganze Land und sogar über Grenzen hinweg. Am 25. Juni haben sich 50.000 Menschen über 90 km zwischen Tihange und Aachen miteinander verbunden und ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Atomkraft gesetzt. Nur drei Tage später war der Anti-Atom-Widerstand erneut in aller Munde und in den Top-News-Leisten der Medien. Diesmal kamen die Nachrichten vom Neckar.

Dort hatten sich Demonstrant*innen versammelt, um gegen die gefährliche und sinnlose Castor-Verschiffung von Obrigheim nach Neckarwestheim zu protestieren. Die Gruppe war vergleichsweise klein, denn viele, die gerne dabei gewesen wären, hatten nicht die Möglichkeit kurzfristig und mitten in der Woche auf den Castor-Alarm zu reagieren und den Transport zu begleiten. Die, die dort waren, haben in ihren Protest so viel Kreativität, Geschick und Willenskraft eingebracht, dass sie in der Öffentlichkeit fast ebenso deutlich wahrgenommen wurden, wie die vielen tausend Teilnehmer*innen bei der Menschenkette. Mit Transparenten, Brückenblockaden und einer Abseilaktion sorgten die Atomkraftgegner*innen für politischen Gegenwind am Neckar.

Nichtsdestotrotz hat EnBW bereits mit den Vorbereitungen für den zweiten von insgesamt fünf geplanten Castor-Transporten begonnen. Leere Behälter wurden Anfang dieser Woche nach Obrigheim gebracht und werden jetzt mit den hochradioaktiven Brennstäben befüllt. In zwei bis vier Wochen ist mit der nächsten Atomfracht auf dem Neckar zu rechnen.

Auch diesmal bleibt der genaue Transporttermin das Geheimnis von EnBW und Behörden. Es ist also nicht vorhersehbar, wann genau der nächste Castor-Alarm ausgerufen wird. Der Widerstand gegen den verantwortungslosen Umgang mit Atommüll hängt also erneut von der Spontaneität und Kreativität derer ab, die die Möglichkeit haben, schnell vor Ort zu sein. Sobald es losgeht, sendet das Bündnis „Neckar castorfrei“ einen „Weckruf“ per SMS. Wo auch immer in Deutschland Du Dich dann gerade aufhältst, Du hast ausreichend Zeit, um passend da zu sein. Falls Du Dich noch nicht für den „SMS-Alarm“ angemeldet hast, kannst Du das hier nachholen.


Weitere aktuelle Informationen in diesem Newsletter:
1. Danke für die finanzielle Unterstützung
2. Neuer .ausgestrahlt-Podcast: Das Brennelementesteuer-Urteil
3. Neu im .ausgestrahlt-Webshop
4. Nachrichtenservice: Atomradar

Herzliche Grüße

Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team


1. Danke für die finanzielle Unterstützung

Im letzten Newsletter habe ich um Unterstützung gebeten, damit .ausgestrahlt die Menschenkette nicht mit einem finanziellen Defizit abschließt. Viele haben daraufhin gespendet, so dass wir jetzt wohl auf der sicheren Seite sind, auch wenn noch nicht alle Abrechnungen vorliegen. Dafür danke ich ganz herzlich. Es ist sehr ermutigend, dass es so viele Menschen gibt, die die Arbeit von .ausgestrahlt mittragen.


2. .ausgestrahlt-Podcast #7: Das Brennelementesteuer-Urteil

Der siebte .ausgestrahlt-Podcast ist online. Diesmal geht es um das Brennelementesteuer-Urteil. In knapp neun Minuten erfährst Du, was die damalige Regierung bei der Einführung der Steuer verbockt hat und wie die jetzige handeln müsste, um den Fehler zu korrigieren. Du kannst die auf der .ausgestrahlt-Website bereitgestellten Audio-Dateien jederzeit abrufen oder auch abonnieren.


3. Neu im .ausgestrahlt-Webshop

Neu: Broschüre „AKW-Abriss: versteckt – verteilt – verharmlost“
Die Bürgerinitiative baesh.de aus Schleswig-Holstein hat eine Broschüre zum Thema AKW-Abriss herausgegeben. Auf 28 Seiten erläutert sie die Hintergründe, Gefahren und Alternativen zur Praxis des Recycelns, Verbrennens und Deponierens von radioaktivem AKW-Abrissmaterial.

Die Broschüre kostet in der Druckfassung 1 €. In der PDF-Fassung ist sie als kostenloser Download verfügbar.

Neu: „Hausaufgabenhefte“ zur Menschenkette Tihange-Aachen
Wer am 25. Juni bei der Menschenkette war und kein „Hausaufgabenheft für Atomkraftgegner*innen“ ergattern konnte, kann das jetzt nachholen – es sind noch welche da. Alle anderen dürfen sich natürlich auch mit „Hausaufgaben“ eindecken. Das Heft ist kostenlos.


4. Nachrichtenservice: Atomradar

Mit dem „Atomradar“ stellen wir Dir unsere Presseauswertung und -zusammenfassung zur Verfügung. Per E-Mail erhältst Du manchmal täglich, manchmal alle paar Tage eine Linksammlung zu den wichtigsten Medienberichten rund um das Thema Atompolitik und Atomenergie. Das Abo ist kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Castor auf dem Neckar: „Polizei hat Lage nicht im Griff“

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Heilbronn, 28. Juni 2017

 

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Erschreckende Sicherungspannen trotz großen Polizei-Aufgebots

 

Zu den Sicherungspannen beim derzeitigen Castor-Transport auf dem Neckar erklärt der Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, Jochen Stay:

„Die Behörden haben der Bevölkerung vorgegaukelt, sie hätten in Sachen Sicherung des Castor-Transports auf dem Neckar alles im Griff. Jetzt wissen wir es leider besser: Der Polizei gelingt es noch nicht einmal zu verhindern, dass Anti-Atom-Aktivisten in der Stahlkonstruktion einer Brücke übernachten und sich tagsüber abseilen können – wie heute in Bad Wimpfen geschehen. Wer traut ihr dann noch zu, in Zeiten der Terror-Gefahr mögliche Attentäter daran zu hindern, das Schiff ins Visier zu nehmen?

Auch in Horkheim ist es Demonstranten gelungen, sich von einem Wehr über dem Neckar abzuseilen. Wieder kam die Polizei zu spät.

Vertrauenserweckend ist das alles nicht. Wir können froh sein, dass es sich bei den heutigen Aktionen um Aktivisten handelt, die den Transport nicht gefährden wollen.

EnBW und baden-württembergische Landesregierung setzen die Bevölkerung am Neckar einem absolut vermeidbaren Risiko aus. Die Castor-Verschiffung löst nicht das Atommüll-Problem, sondern dient als Billig-Variante statt des Baus einer robusten Lagerhalle in Obrigheim.

Wir fordern das Ende dieser unnötigen und gefährlichen Transporte.“

Mehrheit in Bayern für Gundremmingen-Aus in 2017

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Gundremmingen, Hamburg, 8. Juni 2017

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Mehrheit in Bayern für Gundremmingen-Aus in 2017

 

Repräsentative Umfrage: Selbst 46 Prozent der CSU-Anhänger wollen das AKW noch in diesem Jahr vollständig abschalten

 

 

52 Prozent des Bayerinnen und Bayern sind dafür, beide noch laufenden Blöcke des AKW Gundremmingen noch 2017 abzuschalten, also den Block C des Kraftwerks nicht– wie bisher vorgesehen – noch vier weitere Jahre am Netz zu lassen. Nur 42 Prozent wollen, dass der Atomausstieg in Gundremmingen nicht beschleunigt wird. Selbst 46 Prozent der Anhängerinnen und Anhänger der CSU treten dafür ein, schon in diesem Jahr ganz auf dieses Atomkraftwerk zu verzichten.

Im Auftrag der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid 1.055 Menschen in Bayern folgende Frage gestellt: „Das Atomkraftwerk Gundremmingen hat zwei Reaktoren. Einer soll in diesem Jahr abgeschaltet werden, der gleichalte zweite Reaktor soll noch bis 2021 weiterlaufen. Sind Sie der Meinung, dass beide Reaktoren des Atomkraftwerks Gundremmingen in diesem Jahr, also 2017, abgeschaltet werden sollen?“

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Es hat sich in Bayern herumgesprochen, dass auf die Sicherheit des AKW Gundremmingen kein Verlass ist und das Kraftwerk für die Stromversorgung nicht mehr benötigt wird. Eine Mehrheit möchte den Atomausstieg deutlich beschleunigen und nicht vier weitere Jahre den Gefahren des alten Siedewasserreaktors ausgesetzt sein.

Dass auch fast die Hälfte der CSU-Anhänger den Sicherheits-Litaneien der bayerischen Staatsregierung keinen Glauben mehr schenkt, ist überraschend, zeigt aber, dass sich die Menschen nicht länger für dumm verkaufen lassen. Wenn Gundremmingen C noch vier Jahre weiterläuft, nutzt das nur den Betreibern und steigert gleichzeitig das Risiko für die Allgemeinheit. Wir fordern: Schaltet beide Blöcke noch dieses Jahr aus, bevor es übel endet.“

Die Ergebnisse der Emnid-Umfrage im Detail:

https://www.ausgestrahlt.de/akw-gundremmingen/emnid-b-und-c-ausschalten

.ausgestrahltNews | Kette, Castor und eine illegale Steuer

.ausgestrahlt-Newsletter
8. Juni 2017
es schreibt Jochen Stay

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Liebe/r Anti-Atom-Koordination Berlin,

ereignisreiche Tage: Eigentlich wollte ich Dir in diesem Newsletter nur ausführlich schildern, was Du alles tun kannst, um die Menschenkette von Tihange bis Aachen am 25. Juni zu einem Erfolg zu machen. Nun knallte gestern das Urteil in Sachen Brennelemente-Steuer auf den Tisch – und am Neckar kann jeden Tag der Castor-Alarm ausgerufen werden. Und, und, und …

Viel Stoff zu lesen also mal wieder, verbunden mit meiner Bitte an Dich, Dir die Zeit zu nehmen, Dich hier zu informieren und zu überlegen, ob und wie Du selbst aktiv werden kannst. Gerade das aktuelle Desaster um die Brennelementesteuer zeigt, wie dringend notwendig es weiter ist, sich in die Atompolitik einzumischen.


Aktuelle Informationen in diesem Newsletter:

1. Menschenkette: Du bist Multiplikator*in
2. Desaster Brennelemente-Steuer
3. Castor-Alarm am Neckar steht kurz bevor
4. CSU-Anhänger*innen wollen Aus für AKW Gundremmingen
5. .ausgestrahlt informierte auf Kirchentag und im Wendland
6. Junger atomkritischer Sachverstand gesucht
7. Drei offene Stellen bei .ausgestrahlt: Bewerbungsschluss 18. Juni
8. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand


Herzliche Grüße

Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team

1. Menschenkette: Du bist Multiplikator*in

In gut zwei Wochen ist es soweit, dann werden sich Zehntausende Atomkraftgegner*innen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland auf 90 Kilometern die Hände reichen – ein unübersehbares Zeichen für den europäischen Atomausstieg. Doch damit die Kette ein Erfolg wird, braucht es jede*n Einzelne*n. Nicht nur diejenigen sind gefragt, die immer mal wieder zu einer Anti-Atom-Demo gehen, sondern auch alle, die das nur sehr selten oder noch nie gemacht haben, egal ob nah dran oder mit weiter Anreise.

Erfahrungsgemäß entscheiden sich die meisten in den letzten zwei Wochen, ja teilweise erst in den letzten Tagen vor einer solch großen Aktion zum Mitmachen. Wenn Du jetzt diese Zeilen liest, bist Du Multiplikator*in: Denn nichts ist wirkungsvoller als die persönliche Ansprache von Bekannten, ob im Gespräch, per E-Mail, Brief oder wie auch immer. Machst Du mit bei der Werbung für die Kette?

Diese Bekannten müssen nicht nur in Deiner Nachbarschaft wohnen (mit denen aus Deinem Ort kannst Du eine Fahrgemeinschaft bilden), sondern auch irgendwo sonst in der Republik, in Belgien oder den Niederlanden. Weise sie auf die Aktion hin, aber – ganz wichtig – achte dabei auf folgende Hinweise:

Besonders wichtig, damit die Kette klappt:

a. Beachte unbedingt das Konzept „Wohnort bestimmt Aktionsort“, denn eine Menschenkette funktioniert wirklich nur dann, wenn sich alle gleichmäßig verteilen – und deswegen müssen etwa die Berliner*innen woanders hin als die Kölner*innen und die Menschen aus verschiedenen Stadtteilen von Aachen fahren auch zu unterschiedlichen Streckenabschnitten. Welche Regionen zusammengehören, siehst Du hier.

b. Alle aus Deutschland müssen über die Grenzen nach Belgien und die Niederlande und treffen auf den dortigen Streckenabschnitten Menschen aus den Nachbarländern. Nur etwa 4 km der Strecke verlaufen hierzulande und die sind schon voll. Wer wohin fährt, findest Du hier.

c. Die Anreise mit der Bahn funktioniert nicht, denn die wenigen Nahverkehrszüge an der Strecke werden heillos überfüllt sein. Bisherige Busse und Mitfahrgelegenheiten sind hier zu finden (die Liste wird ständig länger). Wer selbst einen Bus organisiert oder andere Mitfahrgelegenheiten, sollte die unbedingt eintragen.
Die Verkehrswege rund um die Kette siehst Du hier.

d. Die Organisation einer so großen Aktion über Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg erfordert einen riesigen Aufwand, nicht zuletzt finanziell – auch für uns bei .ausgestrahlt, die wir die Organisator*innen vor Ort personell, mit Geld und Knowhow massiv unterstützen. Kannst Du etwas beitragen? Spende hier.
(Zur Unterscheidung: .ausgestrahlt ist auch Spendenadresse des örtlichen Bündnisses, für die wir die Finanzverwaltung übernommen haben. Doch unter dem hier angegebenen Link sammeln wir Spenden für unseren eigenen hohen Aufwand in Sachen Menschenkette.)

Hausaufgabenhefte und Ketten-Banner

Uns von .ausgestrahlt ist es besonders wichtig, dass sich bei der Kette nicht alles alleine um Tihange dreht, sondern alle anderen AKW, die die Region um Lüttich, Maastricht und Aachen bedrohen, ebenfalls Thema sind – auch die noch immer in Deutschland laufenden. Du kannst uns dabei helfen, diese Botschaft während der Kette rüberzubringen:

Das mit dem Aachener Aktionsbündnis zusammen herausgegebene „Hausaufgaben-Heft für Atomkraftgegner*innen“ mit Ideen zum aktiv bleiben nach der Kette (nicht nur zu Tihange) drucken wir 20.000-mal im praktischen Hosentaschen-Format. Damit in der Kette möglichst viele Menschen ihr Heft bekommen, suchen wir zahlreiche Verteiler*innen, denen wir vorher 50 oder 100 Exemplare schicken können, die sie in ihrem Abschnitt austeilen. Machst Du mit? Dann bestelle hier Dein Päckchen.

Es gibt wieder Kettenbänder, um kleine Lücken zu schließen. Diese Bänder bekommst Du jedoch erst während der Aktion (gegen eine Spende) und nur an der Strecke. Zusätzlich haben wir aber auf großen sechs Meter langen Bannern das Motiv der Kettenbänder aufgedruckt: Alle AKW der Region mit dem dreisprachigen Slogan „Atomkraft überall abschalten“. Bitte trage dazu bei, dass diese Banner mit dieser Botschaft in der Kette auftauchen und bestelle jetzt Dein eigenes Exemplar. Bitte schnell (vor-)bestellen, damit wir planen können. Danke!


2. Desaster Brennelemente-Steuer

Die Brennelemente-Steuer ist verfassungswidrig und der Staat muss inklusive Zinsen etwa sieben Milliarden Euro an die AKW-Betreiber zurückzahlen. Das hat gestern das Bundesverfassungsgericht entschieden. Damit rächt sich bitter, dass die Bundesregierung es nicht geschafft hat, bei den Verhandlungen über die Folgekosten der Atomkraft im letzten Herbst die Stromkonzerne zu verpflichten, alle ihre Klagen zurückziehen, wenn sie schon von der Haftung für die Atommüll-Lagerung befreit werden. Für Eon, RWE und Co ein unverschämt gutes Geschäft auf Kosten der Allgemeinheit.

.ausgestrahlt hatte genau davor gewarnt und außerdem eine Nachschusspflicht in den neuen öffentlichen Fonds gefordert, wenn es den Unternehmen wieder besser geht. Jetzt geht es ihnen besser – aber das Geld landet nicht im Atommüll-Topf, sondern bei den Aktionär*innen.

Aus den Reihen von SPD, Grünen und Linkspartei wurden gestern Forderungen laut, mit einer neuen, verfassungskonformen Abgabe-Regelung die AKW-Betreiber zukünftig an den Lasten für die Allgemeinheit zu beteiligen. .ausgestrahlt wird sie im Bundestagswahlkampf und bei einer möglichen Regierungsbeteiligung daran messen.

Die gestrige Presseerklärung von .ausgestrahlt.

Ein treffender Kommentar von Jürgen Döschner (WDR).


3. Castor-Alarm am Neckar steht kurz bevor

Seit dem 16. Mai liegt die Transportgenehmigung vor und die ersten drei Behälter werden in Obrigheim beladen. Es kann also jeden Tag mit dem ersten von geplanten fünf Transporten losgehen. Alarm wird ausgelöst, sobald das leere Schiff sich von Neckarwestheim, wo es derzeit liegt, auf den Weg nach Obrigheim macht, um die Atommüll-Behälter abzuholen. Schon bei diesem Leertransport, der zehn bis zwölf Stunden dauert, sind erste Aktionen geplant. Treffpunkt ist die Mahnwache in Gundelsheim. Wer also aktiv werden möchte, sollte schon dort dabei sein.

Möglicherweise folgt der Transport der Castoren schon am darauffolgenden Tag. Dann gibt es eine Mahnwache als Anlaufpunkt in Heilbronn. Die Möglichkeit, Dich in den Alarm-Verteiler einzutragen, alle Infos zu den Örtlichkeiten, den Aktions-Plänen (soweit öffentlich), Ausrüstungs-Liste und viele weitere nützliche Hinweise hier.


4. CSU-Anhänger*innen wollen Aus für AKW Gundremmingen

.ausgestrahlt hat das Meinungsforschungs-Institut Emnid beauftragt, die Stimmung in Bayern zum AKW Gundremmingen herauszufinden. Wie viele Menschen unterstützen die Forderung „Wer B sagt, muss auch C sagen – beide Blöcke 2017 abschalten“? Die Ergebnisse sind erstaunlich: 52 Prozent des Bayerinnen und Bayern sind dafür. Nur 42 Prozent wollen, dass der Atomausstieg in Gundremmingen nicht beschleunigt wird. Überrascht hat uns, dass selbst 46 Prozent der Anhängerinnen und Anhänger der CSU dafür eintreten, schon in diesem Jahr ganz auf dieses Atomkraftwerk zu verzichten. Die Chancen sind also gar nicht so schlecht.
Die Pressemitteilung zur Umfrage, die Süddeutsche Zeitung berichtete.


5. .ausgestrahlt informierte auf Kirchentag und im Wendland

Vier gut frequentierte Infostände und Ausstellungen innerhalb von zwei Wochen hatte .ausgestrahlt bei der „Kulturellen Landpartie“ im Wendland, der „Widerstandspartie“ in Gorleben und dem evangelischen Kirchentag in Berlin. Unterm Strich haben wir hunderte Gespräche geführt, mit früher Aktiven, heute Aktiven, zukünftig Aktiven, Förderinnen und Förderern. Wir haben viel Informationsmaterial verteilt und festgestellt, dass junge Menschen die Anti-Atom-Sonne mögen, selbst wenn sie deren lange Geschichte noch gar nicht kennen.


6. Junger atomkritischer Sachverstand gesucht

Viele atomkritische Expert*innen, die der Anti-Atom-Bewegung nahestehen, sind schon Jahrzehnte dabei. Bisher sind zu wenige Nachfolger*innen in Sicht. Deshalb organisiert der Trägerkreis „Atommüllreport“, zu dem auch .ausgestrahlt gehört, die Sommerakademie „Atomares Erbe – Herausforderungen für die nächste Generation“ vom 2. bis 6. August in Wolfenbüttel. Wenn Du jüngere kritische Studierende oder Wissenschaftler*innen kennst, von denen Du annimmst, sie könnten sich für das Thema interessieren, dann weise sie doch bitte auf diese wichtige Veranstaltung hin. Übrigens soll die Teilnahme nicht am Geld scheitern. Flyer dafür gibt es hier.


7. Drei offene Stellen bei .ausgestrahlt: Bewerbungsschluss 18. Juni

Zur Erinnerung: .ausgestrahlt sucht für eine Elternzeitvertretung vom 1. September 2017 bis mindestens 28. Februar 2019 eine*n Verantwortliche*n für Webtechnik und EDV im Umfang von 20-25 Stunden. Darüber hinaus stellen wir unbefristet eine*n Organizer*in mit 20 Stunden und eine*n Mitarbeiter*in für Büromanagement mit 35-40 Stunden ein, beides zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Vielleicht kennst Du ja jemanden, der*die für eine dieser Stellen in Frage kommt. Je nach Qualifikation lassen sich auch Aufgaben koppeln.


8. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand

Voller guter Argumente: „Kindergeburtstag für den Atomausstieg“ im ZDF. Bitte weiter verbreiten.

Der Deutsche Ärztetag warnt vor Verharmlosung möglicher Strahlenschäden bei „Freimessung“ von Atommüll.

Die Anti-Atom-Aktivistin Hanna Poddig ist aus dem Gefängnis raus.


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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation. Wir unterstützen Atomkraftgegner*innen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. Mit diesem Newsletter informieren wir über Kampagnen, Aktionen und politische Entwicklungen.

Mehr über .ausgestrahlt

.ausgestrahltNews | Abschalten ist die einzige Versicherung!

.ausgestrahlt-Newsletter
11. Mai 2017
es schreibt Jochen Stay

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Liebe/r Anti-Atom-Koordination Berlin,

vor kurzem haben sich die Gemüter in den Kommentarspalten verschiedener deutscher Zeitungen erregt. Grund waren die Ergebnisse einer Studie zur Deckung der Folgekosten im Falle eines Super-GAUs in Europa. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) kommt im Auftrag von Greenpeace Energy zu dem Ergebnis, dass die Kosten bei 100 bis 430 Milliarden Euro lägen. Die Empörung Vieler gilt aber nun weniger dieser gigantischen Summe und den immensen Risiken, als der Information, dass die Deckungsvorsorgen in anderen europäischen Ländern wesentlich geringer sind als in hierzulande. Auch sind Deutschland und die Schweiz die einzigen europäischen Atomstaaten, in denen die Betreiberkonzerne mit ihrem Gesamtvermögen haften.

Es stimmt, während in Deutschland Versicherungen eine Deckungsvorsorge in Höhe von 2,5 Milliarden bereitstellen, sind die Unfallkosten in den meisten europäischen Atomstaaten nur in Höhe dreistelliger Millionenbeträge abgedeckt. Im Verhältnis zu den Unfallkosten ist aber auch die hiesige Vorsorge absolut lächerlich: Da hilft es auch nicht, dass die Haftpflicht der Betreiberkonzerne unbegrenzt ist, denn da ist bekanntlich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage immer weniger zu holen. Auch der Verweis darauf, dass die Bundesrepublik ja ab 2022 im Gegensatz zu vielen seiner Nachbarn kein Gefährderstaat mehr sei, ist absolut unangebracht. Fakt ist, dass auch Deutschland bei zunehmenden Unfallrisiko bis 2022 an jedem einzelnen Tag die Risiken und Folgen eines Super-GAUs in Kauf nimmt und damit auch Staaten gefährdet, die sich bewusst gegen die Atomkraft entschieden haben. Dies geschieht zudem ohne Not – denn der sofortige Ausstieg wäre ohne Weiteres möglich.

Anstatt also gegenseitig mit dem Finger aufeinander zu zeigen, wäre es angebracht, endlich zuzugeben, dass die Risiken der Atomkraft nirgends tragbar sind – wirtschaftlich nicht und menschlich schon gar nicht. Gegen die Gefahren der Atomkraft gibt es nur eine Versicherung: Abschalten!


Weitere aktuelle Informationen in diesem Newsletter:

1. Wasseraktionstag am und auf dem Neckar am 21. Mai
2. Erinnere Robert Habeck an sein Brokdorf-Versprechen!
3. Neu im .ausgestrahlt-Shop
4. .ausgestrahlt beim Kirchentag vom 25. bis 27. Mai
5. Kulturelle Widerstands-Partie in Gorleben am 2. Juni
6. Neuer .ausgestrahlt-Podcast: AKW-Sicherheit
7. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand


Herzliche Grüße

Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team

 

1. Wasseraktionstag am und auf dem Neckar am 21. Mai

Am Sonntag den 21. Mai startet um 12 Uhr in Kirchheim/Neckar eine Wasser- und Land-Demo gegen die geplanten Castor-Transporte. Kanus, Boote und Fahrräder werden am AKW Neckarwestheim vorbei flussabwärts bis Lauffen paddeln, rudern und radeln und so entlang des gesamten letzten Streckenabschnitts gegen die sinnlose und gefährliche Atommüll-Verschiebung protestieren. Bring ein Wasserfahrzeug oder Fahrrad mit und lass die Demo laut und bunt werden! Weitere Infos findest Du hier.


2. Erinnere Robert Habeck an sein Brokdorf-Versprechen!

Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck hat versprochen, das AKW Brokdorf erst wieder ans Netz zu lassen, wenn die Ursachen für die Brennelemente-Schäden im Reaktor aufgeklärt und beseitigt sind. .ausgestrahlt hat deshalb schon vor der Wahl im nördlichsten Bundesland der taz Nord eine Postkarte an Habeck beigelegt, mit der ihn viele Menschen an sein Versprechen erinnert haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Umweltminister auch in einer neuen Landesregierung im Amt bleibt, ist hoch. Deshalb bestelle jetzt Postkarten an Habeck im .ausgestrahlt-Shop, damit er nach der Wahl so handelt, wie vor der Wahl versprochen.


3. Neu im .ausgestrahlt-Webshop

Neu: Plakatserie zu Gundremmingen
Der Fotograf Alexander Tetsch stellt Bildern aus der Sperrzone um Tschernobyl analoge Situationen aus der (noch unverstrahlten) Umgebung des AKW Gundremmingen gegenüber.
Die sechs Bilderpaare führen auf drastische und anschauliche Weise vor Augen, welche Folgen ein schwerer Atomunfall für die ganze Region hätte. Die Ausstellung (6 Plakate in A2) ist für alle Orte mit Publikumsverkehr geeignet.

Neu: Flyer „Gorleben – Trügerische Ruhe“
Es ist nicht vorbei – der Standort Gorleben bleibt im Spiel. Einen Überblick zur Geschichte und der Situation heute gibt das druckfrische kostenlose .ausgestrahlt-Faltblatt, das Du auch in größeren Mengen zum Verteilen bestellen kannst.

Neu: Swetlana Alexijewitsch: „Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft“
Die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch gilt als wichtigste Zeitzeugin der postsowjetischen Gesellschaft. Über viele Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, für die die Katastrophe von Tschernobyl zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Entstanden sind eindringliche Porträts, die ungeheure Nähe zu den Betroffenen aufbauen und von höchster Sensibilität und journalistischer Perfektion zeugen. Das Taschenbuch kostet 9,99 € 

Alle neuen Produkte (und viele weitere) findest Du im .ausgestrahlt-Webshop.


4. .ausgestrahlt beim Kirchentag vom 25. bis 27. Mai

Atommüll, Gorleben und die neue Standortsuche für ein Atommüll-Lager sind Thema
beim .ausgestrahlt-Stand auf dem evangelischen Kirchentag in Berlin (25.–27.5.,
„Markt der Möglichkeiten“, Halle 2.2–H20). Außerdem ist dort eine gute Gelegenheit, mit
.ausgestrahlt-Aktiven persönlich ins Gespräch zu kommen.


5. Kulturelle Widerstandspartie in Gorleben am 2. Juni

Am 2. Juni findet die Kulturelle Widerstandspartie in Gorleben statt – wie immer bunt, frech und widerständisch. Los geht es ab 14 Uhr bei den Gorlebener Atomanlagen. .ausgestrahlt informiert dort über die Fehler der neuen Standortsuche. Bei der Kulturellen Landpartie (KLP) im Wendland vom 25. Mai bis zum 5. Juni ist .ausgestrahlt ebenfalls mit Informationen in Klein Witzeetze und Göttien vor Ort. Programminfos zur KLP und zur Widerstandspartie in Gorleben gibt’s hier.


6. .ausgestrahlt-Podcast #6: Die Sicherheitslüge

Der sechste .ausgestrahlt-Podcast ist online. Die Audio-Podcasts sind für .ausgestrahlt eine relativ neue Form atomkritischen Inhalten „Gehör“ zu verschaffen. Du kannst die auf der .ausgestrahlt-Website bereitgestellten Audio-Dateien jederzeit abrufen oder auch abonnieren. Der neueste Podcast behandelt das Thema AKW-Sicherheit.


7. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand

In den letzten Newsletter hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die acht Aktiven gegen Uranbergbau aus Tansania wurden nicht in Mali, sondern in Malawi inhaftiert.

Vom 9. bis 26. Juni findet auf Mosel und Rhein von Trier bis nach Köln eine Floßtour gegen Atomtransporte statt. Infos findest Du hier.

Weitere Aktionen im Anti-Atom-Sommer 2017 im Überblick.

Die Bewegungsstiftung, von der auch .ausgestrahlt schon mehrmals gefördert wurde, feiert ihren 15. Geburtstag – aus guten Gründen. Du findest sie hier.

Das Aktionsbündnis „Bielefeld steigt aus“ hat den „Not-Ausschalter“ für das AKW-Grohnde drücken lassen. Impressionen.

Spannende Texte zur aktuellen Situation in Fukushima bietet die aktuelle Ausgabe der „anti atom aktuell“. Bestellen kannst Du das Magazin (aaa, Nr. 265) hier.

 

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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation. Wir unterstützen Atomkraftgegner*innen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. Mit diesem Newsletter informieren wir über Kampagnen, Aktionen und politische Entwicklungen.

.ausgestrahlt: Castor-Transporte auf dem Neckar rücken näher

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Bündnis Neckar castorfrei Gemeinsame Pressemitteilung

 

Heilbronn, Hamburg, 22.02.2017

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Transportschiff eingetroffen – Probefahrt geplant – holpriger Start – Proteste vorbereitet

 

Die von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) geplanten Castor-Transporte per Schiff auf dem Neckar von Obrigheim nach Neckarwestheim rücken näher. Am gestrigen Dienstag ist der Schubverband in der Region eingetroffen, mit dem in insgesamt fünf Fahrten 15 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus dem abgeschalteten AKW Obrigheim zum Zwischenlager am AKW Neckarwestheim gebracht werden sollen.

Die Transportstrecke ist etwa 50 Kilometer lang und führt durch insgesamt sechs Schleusen und durch den dicht besiedelten Großraum Heilbronn. Es wären die ersten Castor-Fuhren in Deutschland seit dem letzten Gorleben-Transport im Jahr 2011 und überhaupt die ersten auf einem Binnengewässer. Die Transportgenehmigung des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) steht allerdings noch aus.

Die EnBW hatte vor einigen Tagen angekündigt, zuerst eine Probefahrt und Probeverladung mit drei leeren Castor-Behältern durchzuführen. Da bisher bis auf eine Ausnahme alle leeren Behälter noch in Neckarwestheim lagern, müssen diese erst dort abgeholt und nach Obrigheim gebracht werden. Derzeit ist der Schubverband auf dem Weg nach Neckarwestheim.

Über Nacht parkt er an der Schleuse in Bad Friedrichshall-Kochendorf

(Karte: http://osm.org/go/0DnV9kEb?m=).

 

Atomkraftgegnerinnen und -gegner aus regionalen und überregionalen Initiativen haben das Bündnis „Neckar castorfrei“ gegründet und Proteste gegen die Transporte angekündigt. Am 4. März ist eine Demonstration in Heilbronn geplant. Auch Aktionen an den Transporttagen selbst sind in Vorbereitung.

„Nur weil EnBW Geld sparen will und deshalb keine eigene robuste Castor-Lagerhalle in Obrigheim baut, wird eine ganze Region den Gefahren der Atomtransporte ausgesetzt“, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt. „Zudem sollen die Behälter in Neckarwestheim in einem Tunnel im Steinbruch gelagert werden, dessen Untergrund aufgrund von Auswaschungen im Kalkgestein instabil ist. Es ist eine absurde Idee, genau dort den gefährlichsten Müll der Menschheit unterzubringen. Wir werden dem nicht tatenlos zusehen.“

Noch ist allerdings die Anlegestelle in Obrigheim eine Baustelle. Dort wurde in den letzten Tagen eine Verstärkung der Schiffsrampe mit Betonblöcken und Stahlträgern angebracht. Die eigentliche Rampe sieht noch wie ein Geröllhaufen aus. Gestern früh traf dann ein Baustellenboot mit einem Bagger ein, um an der Anlegestelle zu arbeiten.

Bemerkenswert ist, welchen problematischen Fuhrpark die EnBW zusammengestellt hat. Der unselbständige, 30 Jahre alte Schubleichter „Lastdrager 40“ mit einer darauf montierten „Garage“ für die drei Transporter mit den Castoren wird geschoben vom Schubschiff „Edda“, das vor vier Jahren auf dem Mittellandkanal spektakulär in Brand geraten war:

http://www.neuepresse.de/Hannover/Bildergalerien/Brand-auf-dem-Mittellandkanal/(offset)/0

http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Region/Seelze/Nachrichten/Schlepper-Edda-brennt-auf-dem-Mittellandkanal

 

Als Reserve für einen Ausfall von „Edda“ fährt „Ronja“ mit. Dieses Uralt-Schiff stammt wie das AKW in Obrigheim aus dem Jahr 1969 und hatte ebenfalls schon einen Unfall:

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/genthin/1012522_Eisbrecher-Baer-befreit-Schubboot-Ronja-von-einer-Buhne-bei-Ferchland.html

 

„Lastdrager 40“ misst 81,39 m, „Edda“ ist 25,66 m lang, zusammen sind das 107,05 m und damit mehr als sie laut Genehmigung der Schiffsanlagestelle in Neckarwestheim haben dürften, und auch mehr als die zulässige Schiffslänge auf dem Neckar.

Wir freuen uns, dass wir Ihnen diese zeitnahen Infos schicken können und bieten Ihnen auch Fotos von gestern zur Veröffentlichung an, Sie finden diese zum Download hier:

https://antiatom.net/wolke16/index.php/s/dA9JSj5gnoqK9Md

 

Daneben verweisen wir auf den Twitter-Kanal und die Webseite des Bündnisses „Neckar castorfrei“ als aktuelle Infoquelle:

http://www.twitter.com/NeckarXCastor

http://www.Neckar-castorfrei.de

 

Hier:

https://www.neckar-castorfrei.de/kontakt/presseanfragen

können Sie sich in den Presseverteiler des Bündnisses eintragen

 

Auf der Seite

https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/kampagnen/kampagne-neckar-castor/

finden Sie im unteren Bereich Fragen und Antworten zu den geplanten Castor-Transporten auf dem Neckar.

.ausgestrahlt: AKW-Betreiber tricksen bei Brennelemente-Steuer

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

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Hamburg, 20. September 2016

 

Durch Verschiebung von Brennstoff-Wechsel in den Reaktoren kommt es zu großen Steuerausfällen / Brennelemente-Steuer muss verlängert werden

Finanzminister Schäuble rechnet für das Jahr 2016 mit 1 Milliarde Euro Einnahmen aus der Brennelemente-Steuer – Eine Luftnummer! Denn die AKW-Betreiber nutzen das geplante Auslaufen der Steuer mit Ende des Jahres aus: Sie wollen erst nach dem Jahreswechsel neuen Atombrennstoff „nachtanken“ – wenn die Steuer weggefallen ist.

Die Betreiber von Atomkraftwerken in Deutschland drücken sich um die 2016 noch anfallende Brennelemente-Steuer. Durch einen aufwändigen Trick sorgen sie für Steuerausfälle von etwa 700 Millionen Euro. Eon, RWE und EnBW verschieben den eigentlich im Sommer üblichen Wechsel der Brennelemente in den Reaktoren auf die Tage nach dem Jahreswechsel. Da die Brennelemente-Steuer nach derzeitiger Gesetzeslage am 31. Dezember ausläuft und da die Steuer beim Einsetzen frischen Brennstoffs fällig wird, werden damit beträchtliche Summen am Finanzamt vorbei geschleust.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erwartet laut Steuerschätzung im Jahr 2016 Einnahmen von einer Milliarde Euro durch die Brennelemente-Steuer. Eingenommen hat er bisher 266 Millionen. Und da sieben der acht laufenden Atomkraftwerke ihre Jahresrevision schon hinter sich haben, kommt da auch nicht mehr viel dazu.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Die Stromkonzerne haben ein Steuerschlupfloch entdeckt und nutzen es zum Schaden der Allgemeinheit. So war das vom Gesetzgeber nicht gedacht. Bundesregierung und Bundestag müssen schnell reagieren und die auslaufende Brennelemente-Steuer über den Jahreswechsel hinaus verlängern. Dann geht der Plan der Atomwirtschaft nicht auf.“

Der Trick der AKW-Betreiber: Normalerweise wird bei der jährlichen Revision eines AKW etwa ein Viertel der Brennelemente im Reaktorkern durch neue ersetzt. Beim Einsetzen wird für die Betreiber dann die Steuer in Höhe von 145 Euro pro Gramm Brennstoff fällig.

Dieses Jahr jedoch wurden bei den bisherigen Revisionen wesentlich weniger Brennelemente ausgetauscht als üblich. Stattdessen gruppieren die Betreiber bereits länger eingesetzte Brennelemente um, frische (für die die Steuer anfällt) setzen sie nur so viele wie unbedingt nötig ein, um gerade so über den Jahreswechsel zu kommen.

 

Die Stromkonzerne setzen darauf, kurz nach Auslaufen der Brennelemente-Steuer ihre Kraftwerke runterzufahren um ordentlich „aufzutanken“. Im  Winter und Frühjahr 2017 sind in allen deutschen Reaktoren Abschaltungen geplant, oft sogar über den Jahreswechsel oder kurz danach. Ein vollkommen unüblicher Vorgang, der direkt auf das Auslaufen der Brennelemente-Steuer zurückzuführen ist.

 

Die genauen Zahlen im .ausgestrahlt-Dossier im Anhang dieser Mail.