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ausgestrahlt: AKW Grohnde: Betreiber versucht Laufzeit zu verlängern

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

 

Hamburg, 11. Januar 2019

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Eigene Strom-Produktionsrechte reichen nur noch wenige Monate / Eon-Tochter Preussen-Elektra klagt nun gegen Vattenfall / Atomkraftgegner für schnelles Abschalten

 

Das AKW Grohnde, südlich von Hannover, verfügt nur noch über geringe Strom-Produktionsrechte. Sind diese aufgebraucht, muss der Reaktor laut Atomgesetz abgeschaltet werden. Dies ist in wenigen Monaten der Fall.

Nun versucht der Grohnde-Betreiber, die Eon-Tochter PreussenElektra, weitere sogenannte Reststrommengen von anderen Atomkraftwerken zu übernehmen und so das AKW noch einige Jahre weiter laufen zu lassen.

Eon/PreussenElektra steht auf dem Standpunkt, dass noch vorhandene Stromkontingente aus den bereits abgeschalteten Reaktoren in Brunsbüttel und Krümmel teilweise kostenlos nach Grohnde übertragen werden können, da das Unternehmen Anteile an diesen Kraftwerken besitzt. Deren Betreiber ist jedoch der schwedische Konzern Vattenfall. Dieser will offenbar mit den Reststrommengen noch ein Geschäft machen und sie nicht ohne Bezahlung an die Konkurrenz übertragen.

Deshalb hat die Eon/Preussen-Elektra nach NDR-Informationen nun eine Klage beim Landgericht Hamburg eingereicht. Die Zukunft des AKW Grohnde entscheidet sich also möglicherweise vor Gericht.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Eon sollte das AKW Grohnde endlich abschalten. Mit dem Aufbrauchen der eigenen Strom-Produktionsrechte ist das Kraftwerk am Ende seiner vorgesehenen Betriebszeit angekommen. Diese nun künstlich durch eingeklagte Reststrommengen aus längst abgeschalteten Reaktoren zu verlängern, ist nicht im Sinne des Atomausstiegs. Damit würde lediglich das Risiko eines schweren Unfalls verlängert, der nicht nur die Region zwischen Hannover, Kassel und Bielefeld bedroht, sondern ganz Norddeutschland. Für die Stromversorgung wird Grohnde nicht mehr benötigt.“

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ausgestrahlt: Atommüll-Bundesamt informiert einseitig

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg10. Januar 2019

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Bundesweite Veranstaltungen für Kommunen unter Ausschluss der
Öffentlichkeit. Es fehlt an Transparenz, an Mitbestimmung und an
Wissenschaftlichkeit im Suchverfahren für ein Atommüll-Lager

Welche Gemeinde bekommt den strahlenden Abfall aus den Atomkraftwerken?
In dieser und der nächsten Woche organisiert das Bundesamt für
kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) in LeipzigHamburg,
Frankfurt/M und Ulm vier Informationsveranstaltungen für Vertreterinnen
und Vertreter von Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet. Thema ist das
Standortsuchverfahren für ein tiefengeologisches Lager für
hochradioaktiven Atommüll.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt:

„Das Atommüll-Bundesamt gaukelt mit den Veranstaltungen etwas vor, was
es nicht gibt: Es verspricht umfassende Information, obwohl es keine
Transparenz über die geologische Datengrundlage von zukünftigen
Standort-Entscheidungen gibt. Es spricht von Dialog, obwohl die
betroffenen Kommunen laut Standortauswahlgesetz zwar viel sagen können,
aber nicht gehört werden müssen. Zudem steht das ganze Verfahren unter
immensem Zeitdruck, der wenig Raum lässt für die Infragestellung einmal
getroffener Annahmen und so zu eklatanten Fehlentscheidungen führen kann.

Und schließlich wird den potenziell betroffenen Gemeinden suggeriert, es
gäbe ein faires Verfahren nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Doch
bei der Festlegung der im Gesetz beschriebenen Kriterien für die
Standortauswahl waren nicht ausschließlich geologische Erwägungen und
Sicherheits-Überlegungen ausschlaggebend. Sie sind stattdessen Ergebnis
eines politischen Aushandlungsprozesses in der Atommüll-Kommission, in
der jede Landesregierung bemüht war, Gesichtspunkte nach vorne zu
stellen, die das eigene Territorium ausschließen. Das führt dazu, dass
einige Kriterien nur sehr vage formuliert sind und damit der politischen
Manipulation im Auswahlprozess Tür und Tor geöffnet ist.

Die Gefahr ist groß, dass am Ende nicht der beste Standort ausgewählt
wird, sondern diejenige Gemeinde das strahlende Erbe aufgezwungen
bekommt, die sich am schlechtesten wehren konnte.

Die Veranstaltungen für die Kommunen informieren einseitig. Sie sind
nicht öffentlich, so dass die dort vertretenen Städte und Landkreise
keine Argumente von kompetenten Kritikerinnen und Kritiker des
Suchverfahrens hören können. .ausgestrahlt hat sich deshalb dazu
entschieden, kritisches Informationsmaterial zur Standortsuche vor den
Toren der jeweiligen Veranstaltung an die Teilnehmenden zu verteilen.
Darin bieten wir den Kommunen auch unsere Beratung an.“

.ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay wird heute vor Beginn der
Veranstaltung in Hamburg vor Ort sein und steht für Presse-Anfragen zur
Verfügung.

ausgestrahlt: Risse im AKW Neckarwestheim gefährlicher als bisher bekannt

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

 

Hamburg, 22.10.2018

 

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Schon mehr als 100 beschädigte Dampferzeugerheizrohre / Gegenmaßnahmen haben versagt / Rohrwände stellenweise nur noch 0,1 Millimeter dick

Zu der großen Anzahl neu entdeckter Risse im AKW Neckarwestheim‑2 erklärt Matthias Weyland von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Nicht ‚einzelne‘, wie von EnBW verkündet, sondern mehr als 100 Dampferzeugerheizrohre des AKW Neckarwestheim‑2 weisen nach Informationen der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt gravierende Schäden auf. Die erst jetzt bei Untersuchungen entdeckten Risse verlaufen ringförmig um die Rohre. Die Gefahr, dass derart beschädigte Rohre abreißen, ist besonders groß – zumal es sich offenbar um schnell voranschreitende Spannungsrisskorrosion handelt. Die normalerweise 1,2 Millimeter dicken Rohrwände sind stellenweise nur noch 0,1 Millimeter stark. Dass es in Neckarwestheim‑2 bislang nicht zu einem Heizrohrbruch und damit Störfall kam, ist bloßes Glück.

Schon vor einem Jahr sind im AKW Neckarwestheim‑2 punkt- und muldenförmige Vertiefungen an zahlreichen Dampferzeugerheizrohren festgestellt worden. Mehr als ein Dutzend Heizrohre musste damals außer Betrieb genommen werden. Lochkorrosion als mutmaßliche Ursache der Schäden schloss die Atomaufsicht kategorisch aus – und ließ den Reaktor wieder ans Netz. Nun zeigt sich:

  1. Die Annahme, Lochkorrosion an Dampferzeugerheizrohren sei aus physikalisch-chemischen Gründen unmöglich, war falsch: Bei den punkt- und muldenförmigen Schäden handelt es sich offensichtlich doch um Lochkorrosion.
  2. Die ergriffenen Gegenmaßnahmen waren erfolglos: Damals schon festgestellte punkt- und muldenförmigen Schäden haben sich verschlimmert.
  3. Es gibt einen weiteren Schadensmechanismus, den weder Betreiber EnBW noch die Aufsichtsbehörde zunächst erkannt hatten: die vermutlich durch Spannungsrisskorrosion verursachten oben genannten umlaufenden rissförmigen Vertiefungen.

 

EnBW und das baden-württembergische Umweltministerium haben das Ausmaß der Schäden im AKW Neckarwestheim‑2 deutlich unterschätzt. Die Heizrohre in den Dampferzeugern gehören zum radioaktiven Primärkreislauf des Reaktors und müssen im Betrieb einem Druckunterschied von 80 bar standhalten. Ein Dampferzeugerheizrohrleck (DEHL) ist ein Störfall, der sich nach Ansicht von Reaktorexperten unter bestimmten Umständen sogar zu einem Super-GAU ausweiten kann.

Solange nicht sicher ausgeschlossen werden kann, dass es zu weiteren Rissen im Reaktor kommt, darf das AKW Neckarwestheim‑2 nicht wieder ans Netz gehen.“

 

HINWEIS

Mehr Informationen zu den Heizrohrschäden im AKW Neckarwestheim‑2 und zu der bei einem Heizrohrleck unter Umständen drohenden unkontrollierbaren Kettenreaktion im Reaktor finden Sie auf Seite 12/13 im druckfrischen .ausgestrahlt-Magazin Nr. 41, das Sie als PDF hier herunterladen können:

https://www.ausgestrahlt.de/media/mag41_WEB.pdf

 

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die Atomkraftgegner*innen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.

Regierungskoalition setzt weiter auf Atomkraft

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

 

Hamburg, 29. Juni 2018

 

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Bei der Atomgesetz-Novelle wurde Chance auf schnelleren Ausstieg und kostengünstigere Energiewende vertan.

Zur Verabschiedung der Atomgesetz-Novelle im Bundestag erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

 

„Die Regierungskoalition im Bundestag hat die Chance nicht genutzt, im Rahmen der Atomgesetz-Änderung die Übertragung von Reststrommengen auf norddeutsche AKW zu untersagen. Damit wäre die Verstopfung der Netze durch den Atomstrom reduziert worden und es wäre Platz in den Leitungen entstanden, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen.

Nebenbei wären so für die Stromkund*innen teure Aufschläge auf die Netzentgelte erspart geblieben, da die Überlastung der Stromleitungen immense zusätzliche Kosten verursacht.

Der Bundesrat hatte den Übertragungs-Stopp für Reststrommengen empfohlen. Viele Experten bei der Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages hatten dazu geraten. In einer repräsentativen Umfrage hat sich auch die Mehrheit der Bevölkerung dafür ausgesprochen. Selbst die SPD-Fraktion war offen für die Idee, konnte sich aber gegenüber der Union nicht durchsetzen.

Statt den Atomausstieg zu beschleunigen, setzt die Koalition nun weiter auf den Strom aus immer älter und störanfälliger werdenden AKW, die jeden Tag weiteren Atommüll produzieren, von dem niemand weiß, wie er dauerhaft sicher gelagert werden kann. Es ist ein Trauerspiel.“

ausgestrahlt: Gefahr aus Tihange 1: GroKo, übernehmen Sie!

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

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Hamburg, 1. Februar 2018

 

Atomkraftgegner fordern mehr Einsatz der Bundesregierung für schnelleren Ausstieg – auch in Lingen und Gronau

Zu den Recherchen von WDR und Monitor über Sicherheitsmängel im belgischen AKW Tihange 1  erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die derzeit neu entstehende Bundesregierung muss sich mit deutlich mehr Engagement für die schnellere Abschaltung von Atomkraftwerken einsetzen – egal auf welcher Seite der Grenzen. Dachte man bisher, nur Tihange 2 wäre eine Bedrohung, so wird nun deutlich, dass auch Block 1 besondere Risiken in sich birgt. Ein absolut sicheres AKW gibt es so oder so nicht. Auch die sieben noch laufenden Reaktoren in der Bundesrepublik können jeden Tag hochgehen.

In den Koalitionsverhandlungen in Berlin müssen auch die Themen Urananreicherungsanlage Gronau und Brennelementefabrik Lingen auf den Tisch. Die Atomfabriken beliefern den Weltmarkt mit Brennstoff, auch die belgischen Reaktoren. Lingen und Gronau sind bisher vom Atomausstieg ausgenommen. Nach einem vom Bundesumweltministerium veröffentlichten Gutachten, kann der Staat den Betrieb dieser Anlagen beenden. Die aktuellen Nachrichten aus Belgien sind ein Grund mehr, dies in die Tat umzusetzen. GroKo, übernehmen Sie!“

Trotz gesetzlichen Verbots: Vattenfall will Problem-Atommüll exportieren

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

 

Hamburg, 31. Januar 2018

 

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Brennstäbe aus dem AKW Brunsbüttel sollen dauerhaft in Schweden lagern – Verstoß gegen Standortauswahlgesetz

Zum geplanten Export hochradioaktiver abgebrannter Brennstäbe aus dem AKW Brunsbüttel nach Schweden erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Vattenfall möchte 13 defekte Brennstäbe aus dem AKW Brunsbüttel in einer schwedischen Atomanlage zerlegen lassen. Damit soll erforscht werden, wie solcher Problem-Atommüll langfristig zwischengelagert werden kann. Soweit kann das Vorhaben Sinn machen und ist auch gesetzlich zulässig.

Doch der Plan des AKW-Betreibers, die strahlenden Abfälle nach der Untersuchung dauerhaft in Schweden zu belassen, verstößt gegen das Export-Verbot für Atommüll nach Standortauswahlgesetz. Noch vor einem Jahr wurde von den Müttern und Vätern dieses Gesetzes öffentlich bekundet, dass damit die Ausfuhr von radioaktiven Abfällen ausgeschlossen sei. Nun zeigt sich, dass sich weder die Atomwirtschaft noch die Aufsichtsbehörden an das Verbot gebunden fühlen.

Vattenfall kann mit dem illegalen Export Kosten sparen und schafft sich ein Problem vom Hals, da es bisher für defekte Brennstäbe kein überzeugendes Zwischenlager-Konzept gibt.

Wir fordern die Rücknahme des Atommülls nach den Forschungsarbeiten in Schweden.“

ausgestrahlt: Aus für Gundremmingen B: „Lachendes und weinendes Auge“

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

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Gundremmingen, 29. Dezember 2017

 

Große Freude über Abschaltung des einen Reaktorblocks – Trauer und Wut über Weiterbetrieb von Block C

Zur bevorstehenden Abschaltung von Block B des AKW Gundremmingen und dem Weiterbetrieb von Block C erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Das Aus für Block B in Gundremmingen erleben wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist ein Tag der großen Freude, wenn ein gefährlicher Atomreaktor vom Netz geht. Doch dass der baugleiche und gleichalte Block C noch vier weitere Jahre laufen soll, ist ein Skandal und durch nichts zu rechtfertigen. Es macht uns traurig und wütend, dass trotz der immensen Gefahren nicht endlich vollständig Schluss gemacht wird mit dem veralteten Siedewasser-Reaktor in Gundremmingen.

Wir feiern die Abschaltung von Block B und werden gleichzeitig weiter dafür streiten, dass Block C nicht noch vier Jahre weiterbetrieben wird.

Hier ist die bayerische Atomaufsicht in der Pflicht, dem Risiko ein Ende zu bereiten. Und wenn München nicht handelt, ist Berlin gefragt.

Umweltministerin Barbara Hendricks kann jederzeit mit einer bundesaufsichtlichen Weisung durchsetzen, dass auch der letzte Reaktorblock in Gundremmingen vom Netz genommen werden muss.

Anlässlich des Betriebsendes von Block B erinnern wir daran, dass das AKW Gundremmingen, wenn es nach Angela Merkel gegangen wäre, noch zwölf Jahre länger betrieben worden wäre. Erst durch die Massenproteste nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurde die Kanzlerin gezwungen, ihre Laufzeitverlängerung zumindest teilweise zu revidieren. Das gilt für Block C nur eingeschränkt: Dieser wäre nach der alten Ausstiegs-Regelung aus dem Jahr 2000 bereits vom Netz, hat von Merkel jedoch nochmal vier Jahre obendrauf bekommen – obwohl der Reaktortyp viele Ähnlichkeiten mit dem AKW in Fukushima aufweist.“