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Leckage im AKW Lingen 2: Störfälle und Pannen häufen sich

BBU-Pressemitteilung, 17.11.2017

bbu

(Bonn / Berlin / Hannover, 17.11.2017) Der Weiterbetrieb des Atomkraftwerkes Lingen 2 ist aus Sicht des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) nicht hinnehmbar. Mitte der Woche
hatte das Niedersächsische Umweltministerium die Öffentlichkeit erneut
über ein besonderes Vorkommnis im AKW Lingen 2 informiert. Diesmal ging
es um eine Leckage im Nebenkühlwassersystem. „Das Nebenkühlwassersystem
ist ein kombiniertes System, das zur Wärmeabfuhr aus der Anlage sowohl
im Normalbetrieb zum Beispiel von betrieblichen Einrichtungen wie etwa
Klimaanlagen als auch bei Störfällen genutzt werden kann“, so das
Ministerium. Erst Ende Oktober war es im AKW Lingen 2 durch eine defekte
Sicherung in einem Spannungsregler zu einem Ausfall von Teilen der
Brandmeldeanlage gekommen. Als Folge waren mehrere Brandmelder nicht
verfügbar.

Der BBU, in dem u. a. auch der Elternverein Restrisiko Emsland, der
Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen und das
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen organisiert sind, fordert
schon lange die Stilllegung des AKW Lingen 2. „Das AKW Lingen 2 soll
noch bis Ende 2022 betrieben werden. In der Zeit fällt aber weiterhin
Atommüll an, für den es kein Entsorgungskonzept gibt, und niemand kann
garantieren, dass der nächste Störfall nicht zu einer Katastrophe
führt“, kritisiert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz

In Lingen gab und gibt es immer wieder Demonstrationen gegen das AKW
Lingen 2 und die benachbarte Brennelementefabrik. Noch im September
forderten rund 500 Personen in der Innenstadt von Lingen u. a. die
sofortige Stilllegung dieser Atomanlagen und das Verbot der damit
verbundenen Atomtransporte.Zudem haben schon weit über 200 Initiativen
und Organisationen die Lingen-Resolution unterschrieben, mit der die
sofortige Stilllegung des AKW Lingen 2 und der Brennelementefabrik in
Lingen gefordert wird. Es werden weitere Unterstützungserklärungen
gesammelt.

Mit Blick auf die aktuellen Regierungsbildungen in Hannover und in
Berlin fordert der BBU, dass das Thema Atomausstieg sowohl in
Niedersachsen als auch auf der Bundesebene verstärkt auf die politische
Tagesordnung gesetzt werden muss.

Und auch von der neuen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen fordert
der BBU ein engagiertes Vorgehen gegen die Atomanlagen in Lingen, die
sich nur wenige Kilometer nördlich der Landesgrenze von NRW und
Niedersachsen befinden. „Die Bevölkerung in NRW wird nicht nur von den
belgischen AKW bedroht, sondern auch vom AKW Lingen 2“, so Udo Buchholz,
der sich als Münsterländer bereits schon seit Jahrzehnten gegen das AKW
Lingen 2 engagiert.

Pressemitteilung des NMU zum jüngsten Vorkommnis im AKW Lingen 2:
https://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldepflichtiges-ereignis-im-atomkraftwerk-emsland-kke-159529.html

Lingen-Resolution:
http://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%202017.pdf

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Nach erneuter Panne: Weiterbetrieb des AKW Lingen 2 nicht hinnehmbar

BBU-Pressemiteilung

23.10.2017

bbu

 

 

(Bonn / Berlin / Hannover, 23.10.2017) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat seine Forderung nach der sofortigen Stilllegung des Atomkraftwerkes Emsland (AKW Lingen 2) bekräftigt. Anlass dafür ist eine Mitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums von heute (Montag, 23. Oktober 2017). Das Ministerium gab bekannt, dass es im AKW Lingen 2 „in der vergangenen Woche durch eine defekte Sicherung in einem Spannungsregler zu einem Ausfall von Teilen der Brandmeldeanlage gekommen (ist). Als Folge waren mehrere Brandmelder nicht verfügbar.“ Aus Sicht des BBU, dem u. a. auch der Elternverein Restrisiko Emsland und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen angehören, ist der Weiterbetrieb des AKW in Lingen nicht hinnehmbar. „Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Pannen und Störfällen in dem AKW nahe der niederländischen Grenze. Das darf so nicht weiter gehen“, betont BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz

 

In Lingen gab und gibt es immer wieder Demonstrationen gegen das AKW Lingen 2 und die benachbarte Brennelementefabrik. Noch im September forderten rund 500 Personen in der Innenstadt von Lingen u. a. die sofortige Stilllegung dieser Atomanlagen und das Verbot der damit verbundenen Atomtransporte. Und an diesem Wochenende sprachen sich Anti-Atomkraft-Initiativen bei einem Vernetzungstreffen in Münster gegen den Export von Brennelementen aus Lingen für ein AKW in Finnland am Standort Olkiluoto aus. Zudem unterzeichnen immer mehr Initiativen und Organisationen die Lingen-Resolution, mit der die sofortige Stilllegung des AKW Lingen 2 und der Brennelementefabrik in Lingen gefordert wird.

 

Mit Blick auf die aktuellen Regierungsbildungen in Hannover und in Berlin fordert der BBU, dass das Thema Atomausstieg verstärkt auf die politische Tagesordnung gesetzt werden muss.

 

Pressemitteilung des NMU zum jüngsten Vorkommnis im AKW Lingen 2:

https://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldepflichtiges-ereignis-im-akw-emsland-158897.html

 

Pressemitteilung gegen Brennelementeexporte von Lingen nach Finnland:

http://urantransport.de/2017/10/atomtransport-ins-finnische-akw-olkiluoto

 

Lingen-Resolution:

http://www.bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%202017.pdf

 

Weitere Informationen über Gefahren beim AKW Lingen 2:

 

http://www.bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202017/02.01.17.pdf

 

http://www.bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202016/13.01.16.pdf

Lingen: Protest gegen Atomkraft während der Rede von Kanzlerin Merkel

BBU-Pressemitteilung, 14.09.2017

anti-atom

(Bonn, Lingen, 14.09.2017) Die umstrittenen Atomanlagen in Lingen
bleiben weiter in der Diskussion. Am Rande der Wahlkampfrede von
Bundeskanzlerin Angela Merkel haben am Mittwoch (13.9.2017) in Lingen
Anti-Atomkraft-Initiativen aus Niedersachsen und aus Nordrhein-Westfalen
die sofortige Stilllegung des AKW Lingen 2 sowie der Lingener
Brennelementefabrik und der Urananreicherungsanlage In Gronau gefordert.
Der Arbeitskreis Umwelt Schüttorf hatte eine Mahnwache organisiert, mit
der auch gegen den Export von Brennelementen aus Lingen für
Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich und anderswo demonstriert wurde.
Zudem forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der
Protestveranstaltung das generelle Verbot und die Vernichtung aller
Atomwaffen.

Bereits am Samstag (9.9.2017) hatten in Lingen rund 500 besorgte
Bürgerinnen und Bürger für den sofortigen und internationalen
Atomausstieg demonstriert. Und am Dienstag (12.9.2017) haben
Umweltgruppen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
bei einem Anhörungstermin in Lingen ihre Einsprüche gegen die weitere
Nutzung von Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal für den Weiterbetrieb des
AKW Lingen 2 ausführlich begründet.

Ein weiterer Erörterungstermin zur zukünftigen Nutzung des Speichersees
bei Geeste für den Weiterbetrieb des AKW Lingen 2 beginnt am 18.
September 2017 (Montag) um 10 Uhr in der Halle IV in Lingen,
Kaiserstraße 10 a. Der Termin ist nicht öffentlich, es können nur
Personen teilnehmen, die Einsprüche oder Stellungnahmen bei der
Genehmigungsbehörde eingereicht haben. Der BBU weist aber darauf hin,
dass eine Teilnahme auch mit Vollmachten ermöglicht werden kann. Wer
sich von dem AKW Lingen 2 und von den Auswirkungen der wasserrechtlichen
Genehmigungen betroffen fühlt, kann sich zum Informationsaustausch bei
BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz unter 02562-23125 oder
udo.buchholz@bbu-bonn.de <mailto:udo.buchholz@bbu-bonn.de>, sowie beim
BBU in der Geschäftsstelle unter 0228-214032 melden.

Hintergrundinformationen zu den Erörterungsterminen in Lingen:

http://bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202017/13.09.17.pdf

BBU: Minister Wenzel soll AKW Lingen 2 „das Wasser abgraben“.

BBU-Pressemitteilung
08.09.2017

bbu

Dienstag (12.9.2017) erster Erörterungstermin: Minister Wenzel soll AKW
Lingen 2 „das Wasser abgraben“.
Samstag (9.9.2017) Demonstration in Lingen

(Bonn, Lingen, 08.09.2017) Der Bundesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz (BBU) weist darauf hin, dass das Atomkraftwerk Emsland (AKW
Lingen 2) für seinen Weiterbetrieb neue wasserrechtliche Genehmigungen
benötigt. Privatpersonen, Bürgerinitiativen und auch der BBU haben
allerdings gegen die Erteilung neuer Genehmigungen Einsprüche erhoben.
Diese sollen nun im September bei zwei Erörterungsterminen in Lingen
erörtert werden. BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz fordert, dass der
niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel die wasserrechtlichen
Genehmigungsverfahren zur Chefsache macht und dafür Sorge trägt, dass
dem Weiterbetrieb des AKW quasi „das Wasser abgegraben wird“. Am Samstag
(9.9.) findet in Lingen eine Anti-Atomkraft-Demonstration statt, die um
13 Uhr am Bahnhof Lingen beginnt.

Die bisherigen wasserrechtlichen Genehmigungen für den Betrieb des AKW
Lingen 2 laufen in wenigen Monaten aus, während das AKW nach den
offiziellen Plänen noch bis Ende 2022 am Netz bleiben soll. In den
Genehmigungen ist die bisherige Wasserentnahme aus dem
Dortmund-Ems-Kanal sowie aus dem Speicherbecken bei Geeste für den
Betrieb des AKW Lingen 2 geregelt. „Die noch amtierende rot-grüne
Landesregierung soll den Weiterbetrieb des AKW Lingen 2 über das
Wasserrecht ausbremsen“, fordert BBU-Vorstandsmitglied Buchholz.

Die Erörterungstermine beginnen am 12. September bzw. am 18. September
jeweils um 10 Uhr in der Halle IV in Lingen, Kaiserstraße 10 a. Bei
Bedarf werden sie an den Folgetagen fortgesetzt, also am 13. bzw. am 19.
September. Die Termine sind nicht öffentlich, es können nur Personen
teilnehmen, die Einsprüche oder Stellungnahmen bei der zuständigen
Genehmigungsbehörde eingereicht haben; zuständig ist der
Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und
Naturschutz. Der BBU weist aber darauf hin, dass eine Teilnahme auch mit
Vollmachten ermöglicht werden kann. Wer sich von dem AKW Lingen 2 und
von den Auswirkungen der wasserrechtlichen Genehmigungen betroffen
fühlt, kann sich zum Informationsaustausch bei BBU-Vorstandsmitglied Udo
Buchholz unter 02562-23125 oder udo.buchholz@bbu-bonn.de, sowie beim BBU in der Geschäftsstelle
unter 0228-214032 melden.

Morgen (9.9.) Demonstration in Lingen

Der Atomstandort Lingen ist insgesamt heftig umstritten. Dabei steht
ebenso wie das AKW Lingen 2 die Lingener Brennelementefabrik im
Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. In dieser Fabrik werden Brennstäbe
produziert, die in zahlreichen Atomkraftwerken, so auch in Belgien, zum
Einsatz kommen. Bürgerinitiativen und Umweltverbände wie der BBU fordern
die sofortige Stilllegung dieser Anlagen und den sofortigen Exportstopp
der in Lingen produzierten Brennstäbe. Zur Teilnahme an der
Demonstration in Lingen, die am Samstag (9.9.) um 13 Uhr am Lingener
Bahnhof beginnt, rufen zahlreiche Organisationen auf. Ausführliche
Informationen dazu unter http://www.lingen-demo.de <http://www.lingen-demo.de&gt;
sowie unter http://bbu-online.de/Presse.htm.

Hintergrundinformationen zu den bevorstehenden Erörterungsterminen in
Lingen:

12.9. / ggf. auch noch 13.9.:
http://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/wasserwirtschaft/zulassungsverfahren/abwasser_und_einleitungen/kernkraftwerk_emsland_kke/wasserrechtliche-bewilligung-zur-entnahme-von-wasser-aus-dem-dek-fuer-das-kke-151162.html

18.9. / ggf. auch 19.9.:
https://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/wasserwirtschaft/zulassungsverfahren/abwasser_und_einleitungen/kernkraftwerk_emsland_kke/speicherbecken_geeste_sbg/entnahme-von-wasser-aus-dem-dortmund-ems-kanal-bei-kanal-km-154218-fuer-das-speicherbecken-geeste-151839.html

 

Kein radioaktiv belasteter Müll aus AKW und Atomanla­gen auf Deponien und in Müllverbrennungsanlagen

BBU-Pressemitteilung

23.08.2017

bbu

BBU veröffentlicht unbekannte Standorte und fordert Morato­rium: Kein radioaktiv belasteter Müll aus AKW und Atomanla­gen auf Deponien und in Müllverbrennungsanlagen

(Bonn, Berlin, 23.08.2017) Mehr als 40 Städte und Gemeinden sind bundesweit von der Lagerung oder Verbrennung von radioaktivkontaminiertem Müll betroffen. Das hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) nach intensiven Recherchen herausgefunden. Der BBU fordert ein Moratorium bei der Freigabe von radioaktiv belastetem Abfall aus Atomanlagen und eine Neubewertung der Abgabe von radioaktiven Stoffen aus Atomanlagen, aus der Industrie, der medizinischen Nutzung und ggf. weiteren Quellen. Eine zusätzliche Gesundheitsgefährdung der Menschen durch die Verteilung von radioaktiven Stoffen muss vermieden werden.

In vielen Bundesländern wird radioaktiv kontaminierter Müll deponiert, verbrannt und zur freien Verwertung abgegeben. Die Bevölkerung ist darüber oft nicht informiert und selbst die Behörden haben keinen umfassenden Überblick über den Verbleib der strahlenden Reste der Atomindustrie. Aktuell wird besonders in Baden-Württemberg und in Schleswig-Holstein über den Verbleib „freigemessener“ Materialien diskutiert. Betroffene Bürgerinnen und Bürger protestieren und gründen Bürgerinitiativen. In Baden-Württemberg sind acht Kommunen betroffen, in Brandenburg sechs und in Sachsen fünf. In fast allen Bundeslän­dern sind entsprechende Deponien oder Verbrennungsanlagen, so z. B. auch inNordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen.

BBU stellte Anfragen an die Atomaufsichtsbehörden der Bundesländer 

Im Rahmen des Umweltinformationsgesetzes (UIG) hat der BBU Anfragen zum„freige­messenen“ Müll an die Atomaufsichtsbehörden der Bundesländergerichtet. Die Informati­onen, die von den Behörden mitgeteilt wurden, hat der BBU ausgewertet und in einer Ta­belle zusammengestellt, die mitdieser Pressemitteilung erstmals veröffentlicht wer­den. Alle Details unter http://bbu-online.de

Direktlinks:

Erläuterungenhttp://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Deponietabelle%202017/Deponietabelle%20August%202017%20-%20Erlaeuterungen.pdf

Standorttabelle

http://bbu-online.de/presseerklaerungen/BBU-Deponietabelle%202017.pdf

Der BBU will damit einen Schritt in Richtung Transparenz tun und fordert, dass die Atombehörden dem Beispiel des weitgehend ehrenamtlich arbeitenden Umweltverbandes folgen.

Bisher gibt es keine Lösung für die langfristige Aufbewahrung der nuklearen Hinterlassen­schaften aus der Atomtechnik. Meist wird bei demThema an hochradioaktive Brennele­mente in Castor-Behältern gedacht, die sich in den „Zwischen“-Lagernder Atomkraftwerke befinden. Um die Mengen für diese kostenträchtige Aufbewahrung aller Atommüllmengen möglichst gering zu halten, soll ein großer Teil der Materialien aus Atomanlagenzu „nor­malem“ Müll umdeklariert werden. Dazu wird auf der Basis des §29 der Strahlenschutz­verordnung die sogenannte Freigabe durchgeführt. Dies bedeutet, dass Materialien, deren radioaktive Belastung einegewisse Grenze unterschreitet, „freigemessen“ werden und dann an Deponien, Müllverbrennungsanlagen oder zum Recycling abgegeben werden.

Forderung des BBU: Völlige Transparenz beim Umgang mit den nuklea­ren Hinterlassenschaften 

Der BBU lehnt zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt die Freigabe von radioaktiv belasteten Abfällen aus Atomanlagen ab und fordert, dass die bisherigen Freigabegenehmigungen aufgehoben werden. Alle radioaktiv belasteten Abfälle sollen am jeweiligen Standort aufbewahrt werden, bis klar ist, wie viel nach dem Abbau aller Atom­anlagen insgesamt anfällt und ein Konzept für die weitere Aufbewahrung erstellt werden kann. Weiter erwartet der BBU von den zuständigen Behörden völlige Transparenz beim Umgang mit den nuklearen Hinterlassenschaften. Dazu gehört auch die Offenlegung der Information über Mengen und Verbleib von radioaktiv belastetem Abfall.

Ergänzungen und weitere Hinweise zu Deponien und Müllverbrennungsanlagen können dem BBU gerne unter bbu-bonn@t-online.de<mailto:bbu-bonn@t-online.de> oder 0228-214032 (Postanschrift: BBU,Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn) mitgeteilt werden.

Zudem können sich Bürgerinitiativen sowie interessierte Einzelpersonen, die sich im Bereich von betroffenen Deponien und Verbrennungsanlagen engagieren wollen, zur Vernetzung beim BBU melden.

BBU für Stilllegung des AKW Fessenheim und für Baustopp beim EPR Flamanville

BBU-Pressemitteilung

11.04.2017

bbu

 

(Bonn, Paris, 11.04.2017) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert mit Nachdruck die sofortige Stilllegung des französischen Atomkraftwerkes Fessenheim. Gleichzeitig spricht sich der BBU gegen den Weiterbau des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville aus. Die französischen Pläne, das AKW Fessenheim erst dann zu schließen, wenn der EPR in Flamanville in Betrieb geht, hält der BBU für gefährlich. „Da soll ein Übel durch ein anders Übel ersetzt werden.

Das ist nicht hinnehmbar“, kritisiert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Buchholz fordert, dass das „nukleare Übel“ auch in Frankreich gestoppt werden muss. „Auch in Frankreich muss der Zug schnellstmöglich in Richtung Atomausstieg rollen, damit die Bevölkerung sicherer leben und die Atommüllproduktion unterbunden werden kann.“

 

Für den Bürgermeister von Fessenheim, der sich mit einer Klage für den Weiterbetrieb des AKW Fessenheim einsetzen will, hat der BBU keinerlei Verständnis. Udo Buchholz vertritt die Auffassung, dass die Stilllegung des AKW Fessenheim die Chance für einen positiven Strukturwandel für Fessenheim beinhaltet. „Das AKW ist schlecht für das Image von Fessenheim und der Bürgermeister wäre gut beraten, wenn er frühzeitig mit der französischen Regierung und den Gewerkschaften Zukunftskonzepte für die Zeit nach der Stilllegung des Atomkraftwerkes erarbeiten würde“, so Buchholz.

 

Auch in Frankreich verschärft der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und Atomanlagen das Atommüll-Dilemma. Seit Jahren wird versucht, in Bure gegen breite Proteste ein Atommüll-Endlager zu errichten. Gegen das Vorhaben bestehen Sicherheitsbedenken. Aktive Gegnerinnen und Gegner dieses Endlagerprojektes kommen noch in diesem April in die Bundesrepublik, um mit Vorträgen über das geplante Endlager in Bure zu informieren. Vom 16. – 18. April sind in folgenden Orten Vorträge

geplant: Hambacher Forst, Bielefeld, Bremen, Hamburg, Wendland Leipzig und Berlin. Informationen zur Vortragsreise unter http://keinruhigeshinterland.org, Direktlink:

http://keinruhigeshinterland.org/2017/04/07/anti-atom-kampf-in-bure-info-tour-durch-deutschland

 

Weitere Informationen der französischen Anti-Atomkraft-Bewegung:

http://www.sortirdunucleaire.org

Tschernobyl-Jahrestag: Proteste in Brokdorf und anderswo

BBU-Pressemitteilung

13.04.2017

anti-atom

 

(Bonn, Hamburg, 13.04.2017) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ruft für den 23. April 2017 gemeinsam mit Anti-Atomkraft-Initiativenund anderen Organisationen zur Teilnahme an einer Protest- und Kulturmeile an dem Atomkraftwerk Brokdorf auf.

Anlass der Aktion, die um „zwei vor zwölf“ Uhr beginnt, ist der 31. Jahrestag des Beginns der Atomkatastrophe in Tschernobyl (26. April 1986). Im Aufruf zur Teilnahme an dieser bunten Demonstration heißt es: „Im Falle eines schweren Nuklear-Unfalls im AKW-Brokdorf müsste Norddeutschland evakuiert werden – von Flensburg bis Hannover, von Emden bis Schwerin. Das hat die für den Strahlenschutz zuständige Behörde, das Bundesamt für Strahlenschutz, im Jahr 2014 errechnet. Bis zur Stilllegung des AKW Brokdorf sind wir, ca. 5 Millionen Menschen, dem Risiko einer Verstrahlung ausgesetzt. Außerdem wachsen die Atommüllberge weiter.“

 

Aktuell fordert der BBU, dass Landes-Umweltminister Robert Habeck sein Versprechen an die Bevölkerung von Schleswig-Holsteinisch Bevölkerung einhält, das AKW Brokdorf abgeschaltet zu lassen, da die Ursache der Oxidation der Brennstäbe nach wie vor ungeklärt ist. „Minister Habeck sollte konsequent bleiben und gleich die endgültige Abschaltung gegenüber den AKW-Betreibern Preussen-Elektra und Vattenfall durchsetzen“, so das Hamburger BBU-Vorstandsmitglied Regina Ludewig.

 

Informationen zur Demonstration in Brokdorf:

http://www.brokdorf-akut.de, http://akw-brokdorf-abschalten.de

 

Der BBU fordert generell die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und Atomanlagen – und das international. Der Verband engagiert sich zudem gegen die zahlreichen Atomtransporte, und fordert speziell für die norddeutschen Hafenstädte ein Transport- und Verladeverbot für die Häfen.

 

Weitere Aktionen zum 31. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe finden u.

  1. an den AKW-Standorten Philippsburg und Lingen statt. In Philippsburg findet am 25. April von 17 Uhr bis 19.30 Uhr eine Mahnwache auf dem Marktplatz statt. In Lingen wird am 26. April von 18 Uhr bis 18.30 Uhr mit einem Schweigekreis an die Tschernobyl-Katastrophe erinnert und vor den Gefahren der Atomanlagen in Lingen gewarnt.

 

Weitere Termine aus der Anti-Atomkraft-Bewegung unter http://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm