Schlagwort: ContrAtom

Hapag-Lloyd setzt weiter auf Atomtransporte Anti-Atom-Aktivistin weiter in Hamburg vor Gericht

Pressemitteilung ContrAtom

atom-nirgendwo_55

Die gestrige Hauptversammlung von Hapag-Lloyd hat unter anderem gezeigt, dass die fünftgrößte Containerreederei mit Sitz in Hamburg unverändert weiter auf Atomtransporte setzt. Auf den Redebeitrag einer Aktivstin, die als Aktionärin dort war, gab es zwar Applaus, aber keine Regungen, radioaktive Stoffe für die industrielle Verarbeitung grundsätzlich auf die schwarze Liste der nicht transportierten Stoffe zu setzen.

 

In einem Redebeitrag bei der Hauptversammlung der Hapag-Lloyd führte die ContrAtom-Aktivistin Irene ihre Kritik an den von Hapag-Lloyd beförderten radioaktiven Stoffen aus: „Über den Hamburger Hafen wird alle 3 Tage ein Atomtransport umgeschlagen, auch Hapag-Lloyd ist an diesen Transporten beteiligt. Regelmäßig wird von den Schiffen Montreal Express, Osaka Express, Quebec Express und Toronto Express Uranhexafluorid aus Kanada nach Hamburg verfrachtet. 2014 waren das 1000 Tonnne, 2015 fast 2000 Tonnen und 2016 schon mehr als 4000 Tonnen Uranhexafluorid, die allein von Hapag-Lloyd nach Hamburg befördert wurden. […] Das Uranhexafluorid ist bestimmt für die Urananreicherungsanlage in Gronau. Die reichert Uran für AKW in aller Welt an und ist vom sogenannten Atomausstiegsbeschluss nicht betroffen, darf also unbefristet Brennstoff produzieren und die Umwelt mit Atommüll belasten. Daneben kann die Anlage Uran für Atombomben anreichern, eine Machtoption, die Hapag-Lloyd durch die Durchführung der Transporte stützt.“

 

Während Hapag-Lloyd im Geschäftsjahr 2016 mit den radioaktiven Stoffen einen Umsatz von 4,8 Millionen US-Dollar machte, wird die Aktivistin vorm Amtsgericht Hamburg-Harburg weiter angeklagt, weil ihr vorgeworfen wird, bei einer Ankettaktion eine Person mit Lebensmitteln versorgt zu haben. Die Repression gegenüber Ankettaktionen soll offenbar verstärkt werden. Nachdem im Dezember ein Urteil des Münsteraner Landgerichts über 110 Tagessätze für eine Ankettaktion (ohne Vorstrafe) rechtskräftig wurde und eine der dort verurteilten Personen nun einen Teil der Geldstrafe absitzt, momentan gegen Castor-Blockierende in Stralsund vorm Landgericht verhandelt wird, wird auch in Hamburg im vierten Verhandlungstag gegen eine Unterstützungsperson bei einer solchen Aktion vorgegangen. Der Prozess geht am Mi, 31.5. um 9 Uhr im Amtsgericht Hamburg-Harburg weiter. Irene kommentiert: „Trotz Prozess und Inhaftierung einer Freundin zeigt auch gerade die gestrige Hapag-Lloyd-Hauptversammlung wie wichtig unser Widerstand bleibt. Atomtransporte schaffen sich nicht von alleine ab!“

 

Weitere Informationen:

http://urantransport.de (zu Urantransporten) http://nirgendwo.info (zu Repression gegen Atomkraftgegner*innen)

Advertisements

Fukushima-Jahrestag: Wir schließen das AKW Brokdorf

atom-nirgendwo_55

Heute früh haben Aktivist*innen von ContrAtom, Robin Wood und der BI Kiel gegen Atomanlagen die Schließung des Atomkraftwerks Brokdorf selbst in die Hand genommen und verhindern die Arbeiten zum Wiederanfahren des Reaktors. Seit den frühen Morgenstunden sind die beiden Einfahrten des AKW nicht mehr passierbar. Die Aktivist*innen fordern anlässlich des Fukushima-Jahrestages die sofortige Schließung aller Atomanlagen weltweit. In den letzten Wochen war während der Revision des AKW Brokdorf herausgekommen, dass die Brennelemente außergewöhnlich starke Oxidschichten gebildet hatten. Daran wird wieder einmal deutlich, dass niemand die Prozesse im Reaktor auch nur nachvollziehen kann – auch vor diesem Hintergrund ist es ein Skandal, die Abschaltung des von PreussenElektra (vormals E.ON Kernkraft GmbH)  betriebenen Kraftwerks auf 2021 zu datieren. Von Atomausstieg kann nicht die Rede sein, wenn das AKW durch den sogenannten Normalbetrieb Tag für Tag die Umwelt radioaktiv verseucht, bis 2021 weiter Atommüll produziert und die dauernde Gefahr eines Unfalls mit unbeherrschbarer Freisetzung radioaktiver Stoffe besteht.

 

Die Tore werden mit einem Dreibein, auf dem sich ein Mensch befindet, und zwei Betonfässsern, an denen Menschen angekettet sind, versperrt. „Wer von Atomausstieg spricht, darf diesen nicht irgendwann in die Zukunft verlegen. Atomanlagen sind jeden einzelnen Tag gefährlich und können jederzeit zu einem Desaster wie in Fukushima oder Tschernobyl führen. Jetzt hat sich wieder gezeigt, dass auch das AKW Brokdorf nicht kontrolliert werden kann“, sagt Aktivistin Marita.

 

Am 11. März 2011 kam es in Fukushima zu einer der größten Atomkatastrophen. Infolge eines Erdbebens und Tsunamis kam es in drei Reaktoren zu einer Kernschmelze, und es traten enorme Mengen radioaktiver Strahlung aus. Menschen, Natur und Umwelt wurden verstrahlt. Vor Kurzem wurden in Fukushima die höchsten je gemessenen Strahlungswerte festgestellt. Die Folgen des Super-GAUs werden die Menschen in der Region noch Jahrtausende zu spüren bekommen. Das Desaster nimmt kein Ende. Die Katastrophe bestätigte, was viele Menschen bereits wussten: Es kann kein sicheres Atomkraftwerk geben!

 

Mit ihrer Aktion wollen die Aktivist*innen auch auf die anstehenden Demonstrationen zum Fukushima-Jahrestag, zum Beispiel in Hamburg aufmerksam machen. Am Jahrestag des Super-GAUs von Fukushima wollen viele Menschen ihren Unmut über die weltweite Atompolitik auf die Straße tragen und sich für eine endgültige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit und sofort einsetzen. Die Demonstration in Hamburg beginnt am Samstag um 14 Uhr an der Elbpromenade (U-Bahn Baumwall).

 

PreussenElektra (vormals E.ON Kernkraft GmbH) produziert weiterhin hochradioaktiven Müll, ohne eine Lösung für das Problem zu haben. Der radioaktive Müll wird nur zwischen verschiedenen Standorten hin und her gefahren. Diese Scheinlösung ist keine Lösung.

 

Die Aktivist*innen verstehen sich als Sand im Getriebe der Atomspirale und setzen überall dort an, wo die Atomindustrie verstrahlt, verarbeitet oder transportiert. Dieses Jahr sollen wieder Castoren Atommüll von Obrigheim nach Neckarwestheim bringen und in den kommenden Jahren sollen nach dem  Willen der Regierung Castoren aus Sellafield nach Brokdorf transportiert werden.„Am Tag X werden wir auch an die Strecke kommen und uns dem Castor in den Weg stellen“, erklären beteiligte Aktivist*innen.