Schlagwort: Demokratie

[BI-Newsletter] SPEZIAL – Demo in Lingen

Wendland Gorleben antiatom

Liebe Freundinnen und Freunde,

nach den sehr intensiven Großdemos gegen TTIP und CETA möchten wir euch heute zur Teilnahme an der überregionalen Anti-Atom-Demo am Samstag, den 29. Oktober, in Lingen begeistern.

Atomkraft jetzt den Saft abdrehen – Uranfabriken schließen!

In Lingen befinden sich mit dem AKW Emsland (Lingen II) und der Brennelementefabrik zwei zentrale Atomanlagen, die erst Ende 2022 (AKW) bzw. gar nicht (Brennelementefabrik) stillgelegt werden sollen. Zusammen mit der
ebenfalls vom Atomausstieg ausgenommenen Urananreicherungsanlage Gronau ist die Areva-Brennelementefabrik in Lingen eine zentrale Atomanlage zur Versorgung der westeuropäischen Atomkraftwerke, darunter kritische Schrottreaktoren wie Doel (Belgien) und Fessenheim sowie Cattenom (Frankreich). In Lingen und Gronau wird
der Atomausstieg konsequent unterlaufen.

Aber auch das immer marodere Pannen-AKW Grohnde liegt nicht weit entfernt. Doch von Atomausstieg ist weder in
Niedersachsen noch in NRW etwas zu sehen.

Deshalb kommt am 29. Oktober 2016 nach Lingen!

Den Demo-Aufruf „Atomkraft jetzt den Saft abdrehen – Uranfabriken schließen“
sowie erste Infos zu Anreise, Programm und Flyern/Plakaten findet ihr auf der Demo-Webseite:

www.lingen-demo.de

 

Bereits 75 Initiativen, Verbände und Parteigliederungen unterstützen den Aufruf. Die Resonanz ist bislang sehr ermutigend, sodass die „letzte Festung der Atomindustrie“ (taz) eine bunte und lautstarke Anti-Atom-Demo
erwartet.

Aus dem Wendland wollen wir gemeinsam am Samstag , den 29.10.2016, mit dem Bus in Richtung Lingen aufbrechen:

Abfahrt Lüchow (Parkplatz Gildehaus) 7.00h

Abfahrt Dannenberg (ZOB/Schule) 7.15h

Die Demo beginnt um 13.00h – gegen 17.00h werden wir die Rückreise antreten. Ankunft im Wendland ca. 21.30h.

Preise für Hin- und Rückfahrt pro Person => 25,00€ normal / 18,00€ ermäßigt

Bitte meldet euch unter 05841-4684 oder buero@bi-luechow-dannenberg.de an.

 

Weitere Anreiseinformationen der VeranstalterInnen:
Mit der Bahn von Süden am besten über Münster, wo um 12.05 Uhr ein direkter Regionalexpress nach Lingen fährt (Ankunft 12.54 Uhr).

Aus Richtung Bielefeld, Hannover, Bremen/Hamburg fahren die Züge über Osnabrück, mit weiterem
Umstieg in Rheine.

Aus Norden kommt ein direkter Regionalexpress aus Emden (Abfahrt 11.52 Uhr, Ankunft Lingen 13.03 Uhr).

Sonderbusse wären natürlich sehr erfreulich, bis jetzt sind aus Aachen und dem Wendland Busse angekündigt.

Wir freuen uns auf eine große Beteiligung am 29. Oktober und hoffen auf eure Unterstützung – seid dabei!

Vielen Dank und sonnige Grüße

Torben Klages

für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

.ausgestrahlt-Newsletter September 2015

ausgestrahlt_large

es schreibt: Jochen Stay

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Inhaltsverzeichnis

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  1. Eon-Kuddelmuddel: AKW bleiben jetzt doch im Konzern
  2. Atommüll-Kommission: Dazu ist alles gesagt
  3. Initiativen: Positionen zum AKW-Rückbau
  4. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand

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Liebe Freundinnen und Freunde,

dieser Newsletter wäre beinahe ein Fehlschlag geworden. Eigentlich wollten wir heute eine großangelegte Eon-Boykottkampagne starten, weil sich der Konzern durch seine Aufspaltung und die Ankündigung von Klagen gegen Sigmar Gabriels Nachhaftungsgesetz der Verantwortung für die Folgekosten der Atomkraft entziehen will. Weil sich auch viele derjenigen darüber empören, die noch KundInnen bei Eon oder einem Tochterunternehmen sind, sahen wir die Chance, mit einem Aufruf zum Stromwechsel ökonomischen Druck auszuüben.

Wie oft vor dem Start einer neuen Kampagne, saßen wir gestern noch bis in die Nacht am letzten Feinschliff. Doch schließlich waren die Texte alle erstellt, und auch der Newsletter fertig, um ihn heute Morgen per E-Mail zu verschicken. Wir wollten gerade Feierabend machen, da kam die Meldung rein:

Eon behält die AKW im Konzern. Die geplante Aufspaltung findet zwar trotzdem statt. Aber entgegen der ursprünglichen Pläne wandert die Atomsparte nicht zusammen mit den Kohle- und Gaskraftwerken in das neue Unternehmen Uniper, sondern bleibt bei Eon.

Das Handelsblatt schreibt: „Dieses Mal ist der Strategieschwenk allerdings unmittelbar von der Politik erzwungen. Nachdem die Bundesregierung ihre Pläne präsentierte, die Haftungsregeln für Atomkonzerne zu ändern, sah [Eon-Chef] Teyssen keine Chance mehr, die Vorhaben wie geplant durchzuziehen. (…) Für Teyssen ist das zweifellos ein schwerer Rückschlag.

Seine neue Strategie fußte bewusst auf der klaren Trennung zwischen alter und neuer Energiewelt. Jetzt muss sich die Eon neben Vertrieb, Netz und erneuerbaren Energien auch noch um Rückbau und Entsorgung der Atomkraftwerke kümmern.“

Das heißt: Weil Gabriel trotz Aufspaltung eine Mithaftung von Eon für die Folgekosten der Atomkraft wollte, lohnt sich das Abstoßen der AKW für den Konzern nicht mehr. Das bedeutet aber im Umkehrschluss: Eon wollte sich tatsächlich wider alle Dementis aus der Verantwortung stehlen.  Der Beweis ist erbracht. Und der perfide Plan ist vorerst gescheitert.

Das ist ein großer Erfolg für alle AtomkraftgegnerInnen, die seit Monaten gegen die Eon-Pläne streiten. Über 107.000 Aktive haben die gemeinsame Erklärung „Wir zahlen nicht für Euren Müll“ von Umweltinstitut München und .ausgestrahlt unterzeichnet. Unzählige haben die gefälschte Werbung „Sag mal Eon …“ auf Postkarten, Plakaten und als Videoclip weiterverbreitet.

Aber es ist noch zu früh, den Erfolg zu feiern. Zu wahrscheinlich ist ein neuer Taschenspielertick von Eon. Denn das Handelsblatt scheibt

weiter: „Noch hofft Teyssen aber auf eine politische Lösung: Er treibt nach wie vor die Idee einer Atomstiftung voran, die sich um den Atomausstieg kümmert. In den kommenden Monaten werden in Berlin Gespräche erwartet, wie Regierung und Konzerne mit dem Problem umgehen sollen. Die Regierung will dazu eine Kommission einrichten.“

Sigmar Gabriel fährt beim geplanten Nachhaftungs-Gesetz eine harte Linie.

Doch er hat von Vorneherein Hintertürchen offen gehalten. Der offensichtlichste Weg aus der Verantwortung ist für Eon zwar versperrt und damit kann sich der SPD-Chef profilieren. Aber die neue Kommission wird auch über die Aufteilung der Atom-Folgekosten zwischen Konzernen und Staat verhandeln. Mit am Tisch sitzt dann Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Vassiliadis hat im Schulterschluss mit RWE und Vattenfall gerade kürzlich die Klimaabgabe für Braunkohlekraftwerke verhindert und stattdessen mehrere hundert Millionen Euro für die Konzerne rausgeschlagen.

Diesmal gehen die Verhandlungen um 38 Milliarden Rückstellungen und wahrscheinlich noch viel mehr. Da kann durchaus am Ende ein für Eon genehmes Ergebnis rauskommen. Und wer weiß, ob die AKW dann nicht doch noch bei Uniper landen. Denn es fällt schon auf, dass sie jetzt in einer vom sonstigen Eon-Geschäft weitgehend losgelösten Tochtergesellschaft geparkt werden sollen.

Wir werden unsere Pläne für eine Boykottkampagne also nicht verwerfen, sondern nur auf Eis legen. Die aktuelle Entwicklung ist auf jeden Fall ein Etappensieg. Aber noch haben wir nicht dauerhaft erreicht, dass diejenigen, die Milliarden an der Atomkraft verdient haben, auch für die Folgen haften.

Die Auseinandersetzung ist noch nicht vorbei, sondern wird sich in den kommenden Monaten wahrscheinlich zuspitzen. Wer am Ende wirklich zahlt, ist noch offen.

Übernächtigte Grüße

Jochen Stay

und das ganze .ausgestrahlt-Team

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  1. Atommüll-Kommission: Dazu ist alles gesagt

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Die Atommüll-Kommission: Das sind fruchtlose Diskussionen um die Aufbewahrung strahlender Abfälle ab dem 22. Jahrhundert. Dabei drängen die aktuellen Probleme bei der Lagerung radioaktiver Stoffe immer mehr – und nichts passiert.

Seit Mai 2014 habe ich für .ausgestrahlt jede Sitzung der Kommission vor Ort in Berlin verfolgt und per Twitter live kommentiert. Wie die Kommission tickt und warum sie sich immer weiter von einem gesellschaftlichen Atommüll-Konsens entfernt, haben wir mehr als ausführlich beschrieben. Dazu ist alles gesagt. Wenn die Runde am Montag in Berlin zu ihrer 15. Sitzung zusammenkommt, dann werde ich nicht mehr auf den BesucherInnen-Plätzen sitzen.

Wir verwenden unsere begrenzten Ressourcen stattdessen für andere wichtige atompolitische Baustellen. Und klar: Wenn die Kommission dann doch mal mehr schlecht als recht Ergebnisse produziert, dann werden wir die auch analysieren und kommentieren. Aber dazu muss sich keiner stundenlang in Berlin diese unsäglichen Diskussionen anhören.

.ausgestrahlt wendet sich verstärkt den Atommüll-Problemen des 21.

Jahrhundert zu – und der Stilllegung der noch laufenden AKW.

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  1. Initiativen: Positionen zum AKW-Rückbau

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Mit dem Positionspapier „Abschaltung, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken” fordern 76 Umweltverbände, Initiativen und Anti-Atom-Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet höchste Sicherheitsanforderungen und umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung bei Stilllegungen sowie die mittelfristige Lagerung sämtlicher radioaktiver Altlasten vor Ort. .ausgestrahlt ist Mitunterzeichner:

http://bit.ly/1L3e4lb

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  1. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand

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Monatliche Spaziergänge am Schacht Konrad: Unter dem Titel „Mobile Atomaufsicht“ gehen die Proteste in Salzgitter ab dem 11. September in eine neue Runde:

http://bit.ly/1Oe6vJ8

Das Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA) plant am 28.

September eine Blockade der Brennelemente-Fabrik im niedersächsischen

Lingen:

http://junepa.blogsport.eu

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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation. Wir unterstützen AtomkraftgegnerInnen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. Mit diesem Newsletter informieren wir über Kampagnen, Aktionen und politische Entwicklungen.

Mehr über .ausgestrahlt:

http://www.ausgestrahlt.de/ueber-uns

BI Umweltschutz: Bundesverfassungsgericht rügt Landgericht Lüneburg Castor-Gegner erhob Verfassungsbeschwerde

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

bi umweltschutz castor antiatom

Pressemitteilung 25.06.15

Castoren nach Gorleben sollen eigentlich Geschichte sein, aber die Geschichten um die Castor-Transporte beschäftigen die Gerichte noch heute. Jüngstes Beispiel: das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat einer Verfassungsbeschwerde stattgegeben, berichtet die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI).

Ein damals 27-jähriger Aktivist aus Göhda, der im November 2010 beim 12.Castor-Transport bei Harlingen zusammen mit rund 3000 Demonstranten an einer Sitzblockade teilgenommen hatte, wurde bei Minustemperaturen auf offenem Feld in Gewahrsam genommen. Der Kläger, ein fahrender Geselle, sah in der Freiheitsentziehung einen rechtswidrigen Eingriff in sein Freiheitsgrundrecht und sein Persönlichkeitsrecht, da er ohne richterlichen Beschluss mehrere Stunden auf freiem Feld ohne Witterungsschutz, Verpflegung und ausreichende Toiletten bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes festgehalten wurde.

Das Landgericht Lüneburg folgten der Argumentation nur teilweise. Die Lüneburger Richter sahen zwar einen Verstoß gegen das Freiheitsgrundrecht, weil kein Richter über die Ingewahrsamnahme entschieden hatte. Die Rügen hinsichtlich der Umstände der Gewahrsamnahme hielten sie aber für unerheblich. Schließlich sei der Kläger nicht ganz schuldlos, schließlich habe er an einer verbotenen Versammlung teilgenommen. Seine Kosten habe er daher – obwohl er in der Sache gewonnen hatte – auch selbst zu tragen.

Diese Ansicht ist an den Gerichten in Dannenberg, Lüneburg und Celle weit verbreitet. Vor Kurzem wurde ein Richter des OLG Celle erfolgreich wegen der Besorgnis der Befangenheit abgelehnt, weil er äußerte, es sei geradezu grotesk, dass ein Demonstrant die Sitzblockade in Gewahrsam unter besseren Bedingungen fortsetzen wolle, als auf den Schienen geherrscht hätten.

Dieser Argumentation hat das BVerfG jetzt einen Riegel vorschoben. Es sei nicht unbedenklich, dass das Landgericht bei einer summarischen Bewertung der Art und Weise der Freiheitsentziehung darauf abgestellt habe, dass der Beschwerdeführer seine Ingewahrsamnahme schuldhaft herbeigeführt habe.

Den Fall hat das BVerfG nun an das Landgericht Lüneburg zur erneuten Verhandlung zurück verwiesen (Aktenzeichen 2 BvR 1834/12). Die Verfassungsrichter rügten, dass das Gericht Verletzungen des Persönlichkeitsrechts mit einem verengten Prüfungsmaßstab und damit unzureichend geprüft hätten. Die Richter hätten den Grundsatz missachtet, dass das Grundgesetz „ein Grundrecht auf effektiven und möglichst lückenlosen Rechtsschutz gegen Akte der öffentlichen Gewalt“ enthalte. Das Landgericht Lüneburg hat jetzt zu prüfen, ob die Polizei durch eine „sachgerechte Planung, eine bessere Organisation und Koordinierung wie auch anderweitige Unterbringung“ die Belastungen für die Gefangenen hätte reduzieren können. Auf ein Neues!

BI Umweltschutz wehrt sich gegen Datenspeicherung

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.

Wendlandsonne Orange ohne Outline
Pressemitteilung 6.05.15
Polizei sieht Grundrechte als “Tat”

Wer für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) eine Versammlung anmeldet, muss damit rechnen, dass die persönlichen Daten der Anmelderin bzw. des Anmelders polizeilich gespeichert werden, und das auf lange Zeit. Das ergab eine Anfrage der Rechtsanwältin Ulrike Donat bei der Polizeidirektion Lüneburg. Die BI hat das zum Anlass genommen, sich an die Beschwerdestelle für Bürgerinnen und Bürger und Polizei und den Verfassungsschutz zu werden. Sie sieht das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit verletzt.

Das hartnäckige Bemühen der Anwältin, diese Daten löschen bzw. anonymisieren zu lassen, statt diese langjährig zu speichern, war letztlich erfolgreich. Noch bis Ende März bestand die Lüneburger Polizeidirektion darauf, die Daten von drei Anmeldern von Kundgebungen der Jahre 2007 bis 2012 zu speichern, zum Teil bis ins Jahr 2020.

Darunter waren einige Kundgebungen beim letzten Castor-Transport im Jahr 2011 und auch die beiden Trecks aus dem Wendland zum Atomkraftwerk Krümmel . In der Datei heißt es: “Tatzeit 21.4.2014″. Gar ein Gruppenfoto der BI-Vorstandsmitglieder aus 35 Vereinsjahren vor dem Tor des Erkundungsbergwerks war suspekt und in die Anmelderdatei wurde eingetragen: “Tatzeit 26.02.2012″.

Die Polizeidirektion Lüneburg konstatiert zwar in der Mehrzahl der 13 Fälle, dass die Veranstaltungen friedlich verlaufen seien. Dennoch beharrte die Behörde zunächst darauf, die personenbezogenen Daten nicht zu löschen: “Im Auswertesystem polizeilichen Staatsschutze (APS) werden Sachverhalten gespeichert, soweit dies aus staatsschutzpolizeilichen Gründen notwendig ist. Die Speicherung dient dem Zweck des Vorgangsnachweises, der Auswertung und Zuordnung.” Die Daten wurden nach Aussagen der Polizeidirektion an das Landeskriminalamt Niedersachen, die Polizeidirektion Lüneburg und die Abteilung 5 im niedersächsischen Innenministerium – das ist der Verfassungsschutz – übermittelt.

Auf eine Klage haben die Betroffenen nun nach der Anonymisierung verzichtet. “Zähneknirschend”, wie eine Anmelderin sagte. Ausschlaggebend seien allein die Kosten für einen Prozess gewesen. Insgesamt, so die BI, seien diese Vorgänge “vordemokratisch”. Wer sich engagiert, sogar eine Versammlung ordnungsgerecht anmeldet und damit ein Grundrecht in Anspruch nimmt, sei wohl immer noch suspekt: “Für die Polizei ist das eine “Tat”. Mit einem demokratischen Grundverständnis hat das wenig zu tun.” Ehmke: ” Das ist skandalös, wir fordern von den Ämtern eine Stellungnahme.”

Lubmin-Prozesstermin am 20.04.2015 wegen Castor-Transporten

antiakwsonne

Liebe Atomkraftgegner*innen,
am kommenden Montag, den 20. April 2015, wird der Berufungsprozess gegen zwei Atomkraftgegner*innen vor dem Landgericht Stralsund fortgesetzt.

Sie hatten am 16.12.2010 mit einer Ankettaktion gegen den Atommülltransport vom französischen Cadarache nach Lubmin demonstriert und den Castortransport für mehrere Stunden gestoppt.

Die Protestaktion richtete sich gegen das ziellose Umherfahren von hochradioaktivem Müll. Die Aktivist*innen forderten den sofortigen Ausstieg aus der Risikotechnologie Atomkraft.

Die beiden erhielten nach der Aktion einen Strafbefehl von 120 Tagessätzen a 30€. Weil die Aktivist*innen gegen diesen Strafbefehl Widerspruch einlegten, kam es vor dem Amtsgericht Greifswald 2012 zur Verhandlung. Nach zwei Prozesstagen wurden die beiden Atomgegner*innen dann zu je 40 Tagessätzen wegen Nötigung verurteilt. Gegen das Urteil legten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Aktivist*innen Berufung ein. Nun soll am Montag den 20.04.2015 um 9:00 Uhr vor dem Landgericht in Stralsund die Berufung weiter verhandelt werden.

Schon am ersten Verhandlungstag vor drei Wochen vor dem Landgericht Stralsund gab es eine großartige Unterstützung durch lokale Gruppen und Atomkraftgegner*innen! Vielen Dank an alle Unterstützer*innen und alle Menschen, die sich bisher solidarisch erklärt haben.

Was kannst du tun?

Komme zur Gerichtsverhandlung nach Stralsund und unterstütze die Aktivist*innen! Die beiden Angeklagten werden durch Anwälte vertreten, sie freuen sich aber über viele Menschen im Gerichtssaal, um u.a. Öffentlichkeit herzustellen!

Termin: Montag, 20. April 2015, 9:00 Uhr. Es wird ab 8.30 Uhr eine Mahnwache und etwas zum Essen geben – frei nach dem Motto „Gerichte sind zum Essen da“!
Anfahrtsbeschreibung: http://www.mv-justiz.de/pages/ordent_gerichte/lg_hst.htm

Mache andere auf den Prozess aufmerksam, indem Du die E-Mail weiterleitest, zum Beispiel per web2.0. Damit hilfst Du auch, das unverantwortliche Vorgehen der Atomindustrie in die Öffentlichkeit zu tragen.
Auch Spenden helfen, damit die Aktivist*innen mit den Repressionskosten nicht alleine dastehen. Dafür gibt es ein unabhängiges Rechtshilfekonto, Stichwort: Rechtshilfe Lubmin-Aktion
http://www.robinwood.de/Rechtshilfe-Spenden.138.0.html
(Spenden auf das unabhängige Rechtshilfekonto sind leider nicht steuerabzugsfähig, dafür umso wichtiger! Etwaige überschüssige Spenden werden für Rechtshilfe für andere Umwelt-Aktivist*innen verwendet. Empfänger: Renald Orth, Kto 84 120 00, BLZ 251 205 10, Sozialbank Hannover, Stichwort „Rechtshilfe Lubmin-Aktion“).
Die Aktivist*innen freuen sich auch über Solidaritäts-Bekundungen, die Du gerne an blockmin@riseup.net schicken kannst!
Mehr über die Aktion und was bisher vor Gericht gelaufen ist, findest Du im Blog zur Aktion: http://blockmin.blogsport.eu/
Angeklagt sind zwei – gemeint sind wir alle!

Prozess-Termin: Juristischer Streit um Banner-Protest bei Energiewende-Demo in Berlin

+ + + ROBIN WOOD-Terminhinweis + + +

antiakwsonne
* Juristischer Streit um Banner-Protest bei Energiewende-Demo in Berlin
* Prozess-Termin: 14. April 2015, 13:30 Uhr, Saal 1002 am Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Berlin

Das Einschreiten der Polizei gegen eine Kletteraktivistin bei der großen Energiewende-Demo am 30. November 2013 in Berlin hat jetzt ein juristisches Nachspiel vor dem Amtsgericht Tiergarten. Unter dem Motto „Sonne und Wind statt Fracking, Kohle und Atom – Energiewende retten“ hatten damals rund 16.000 Menschen demonstriert – darunter die Kletteraktivistin. Sie wollte auf der Demo ihre Meinung gegen Kohlekraft mit Transparenten an einer großen Säule vor dem Berliner  Hauptbahnhof kundtun.

Mehrere PolizeibeamtInnen versuchten sie daran zu hindern und zerrten an ihr, als sie sich in ca. zwei Meter Höhe gesichert noch in Reichweite befand. Ein Beamter zog sogar mitten in der unübersichtlichen Menschenmenge ein scharfes Messer. Zahlreiche DemonstrantInnen unterstützten die Kletterin und wiesen die Polizei auf die Rechtswidrigkeit ihres Handelns hin. Die Polizei zog schließlich ohne Angaben von Gründen ab.

Die Kletterin erlitt durch das Einschreiten der Polizei diverse Prellungen und eine Kreislaufstörung, ihren Weg nach oben setzte sie dennoch nach einer Pause mit Hilfe eines anderen, sich bereits oben befindlichen Kletteraktivisten fort. Die beiden konnten schließlich zur Freude von DemonstrationsteilnehmerInnen und FotografInnen ihre Banner gegen Kohlekraft in luftiger Höhe zeigen.

Vor Gericht soll sich nicht die gewaltsam einschreitende Polizei, sondern die Kletteraktivistin verantworten. Sie hat einen Strafbefehl wegen Körperverletzung, Widerstand und Beleidigung in Höhe von 90 Tagessätzen erhalten und dagegen Einspruch erhoben. Daher kommt es nun am Dienstag, den 14. April 2015 zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Tiergarten.

Es ist wichtig, dass solche Prozesse unter öffentlicher Beobachtung ablaufen. Daher laden wir Sie herzlich ein, die Verhandlung zu verfolgen und darüber zu berichten. Der Prozess beginnt um 13:30 Uhr im Saal 1002. Wegen der Eingangskontrollen sollten ZuschauerInnen eine halbe Stunde vor Prozessbeginn kommen.

Kontakt für Rückfragen:
Cécile Lecomte: 0160 – 17 96 531, info@eichhoernchen.fr
 
Mehr Informationen:
http://blog.eichhoernchen.fr/tag/Energiewendeprozess

ROBIN WOOD-Blogbeitrag zur Energiewende-Demo am 30.11.13:
http://bit.ly/1OcJ4hO