Schlagwort: EON

Vattenfall/Eon-Streit: „Egal wer gewinnt, die Umwelt verliert“

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Urteil des Landgerichts Hamburg im Streit um Reststrommengen / Atomkraftgegner: Besser jetzt schon abschalten

Zur heute erwarteten Entscheidung des Landgerichts Hamburg im Streit zwischen Vattenfall und Eon um die Kosten der Übertragung von Reststrommengen des AKW Krümmel auf das AKW Grohnde erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Egal, wer den Rechtsstreit gewinnt, Mensch und Umwelt verlieren. Für uns Atomkraftgegner ist die Frage unerheblich, wer zahlt und wer nicht. Dramatisch ist dagegen, dass die Reststrommengen übertragen werden und das AKW Grohnde damit noch zweieinhalb Jahre länger läuft. Damit wird das Risiko einer Reaktorkatastrophe verlängert. Tag für Tag entsteht zudem hochradioaktiver Atommüll, von dem niemand weiß, wo er sicher gelagert werden kann. Wir fordern: Das AKW Grohnde muss jetzt abgeschaltet werden.

Gerade erst wurde von der Bundesregierung der Ausbau der Windenergie in ganz Niedersachsen gestoppt, weil nicht ausreichend Leitungen für den Windstrom vorhanden seien. Würde Grohnde schon jetzt abgeschaltet, wäre Platz im Stromnetz und die Energiewende könnte durchstarten.“

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RWE schließt Aufspaltung nach Eon-Vorbild nicht mehr aus: BI Umweltschutz fordert Good Bank als ersten Schritt

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
bi umweltschutz castor antiatom

Pressemitteilung .04.15

Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass die Atomkonzerne nicht bereit sind, die Kosten für die nukleare Entsorgung zu zahlen. Nach E.on schließt nun auch der Energiekonzern RWE „radikale Antworten“ auf die verschlafene Energiewende nicht mehr aus. «Sollten sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern, behalten wir uns eine Aufspaltung vor», sagte Vorstandschef Peter Terium am Donnerstag bei der Hauptversammlung des Konzerns in Essen. Um so wichtiger sei es, so die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI), dass die 38 Milliarden Euro, die die Konzerne für den Rückbau der Atomanlagen und die Endlagerung in ihren Bilanzen ausgewiesen haben, in einen öffentlich-rechtlichen Fonds eingezahlt werden. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Bei einer Aufspaltung der Konzerne zwischen konventioneller Stromerzeugung und erneuerbarer Energie ist das Geld wie in einer Bad Bank weg.“

Michael Müller, einer der beiden Vorsitzenden der Endlagerkommission des Bundestags, geht davon aus, dass die nukleare Entsorgung mit deutlich mehr als 50 Milliarden Euro zu Buche schlagen wird, das unterstrich er gestern in Gorleben im Gespräch mit einigen Vorstandsmitgliedern der BI.
„Milliardenbeträge gab es für die Förderung der Atomkraft, dann folgten Jahrzehnte mit fetten Gewinnen und am Ende tricksen die Energieriesen herum, um für die Atommülllagerung nichts zahlen zu müssen“, warnte Ehmke. Mindestens müssten die Bad Bank Pläne der Anlass sein, im ersten Schritt daraus eine Good Bank zu machen und die 38 Milliarden Euro zügig in einen Fonds zu überführen.

Es bleibe allerdings bei der Forderung, dass die Energiekonzerne die volle Verantwortung für die nuklearen Hinterlassenschaften zu tragen hätten. Das jahrelange Zögern der Bundesregierungen habe es den Konzernen erlaubt, mit dem Geld zu jonglieren. Die BI: „Die Entscheidung Fonds oder nicht Fonds hat auch direkte Auswirkung auf Gorleben. Bekanntlich sperren sich die Konzernvertreter dagegen, eine vergleichende Endlagersuche zu finanzieren. Sie wollen es billig und halten deshalb gegen alle wissenschaftliche Vernunft an Gorleben fest, weil dort schon 1,6 Milliarden Euro investiert wurden.“