Schlagwort: Fessenheim

Deutsch-französische Atomkooperation stoppen und AKW Fessenheim stilllegen!

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Kontakt: Udo Buchholz, 02562-23125
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Kontakt: Matthias Eickhoff, 0176 – 64699023

Bonn, Münster, 4. März 2016

Gemeinsame Pressemitteilung

bbu

Nach den jüngsten Informationen über massive Sicherheitsmängel im 
französischen Atomkraftwerk Fessenheim fordert der Bundesverband 
Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die sofortige Stilllegung des AKW 
Fessenheim. Gleichzeitig fordert der Verband von der Bundesregierung die 
sofortige Beendigung jeglicher deutsch-französischer Atom-Kooperation. 
„Umweltministerin Hendricks und die Umweltminister Wenzel 
(Niedersachsen) und Remmel (NRW) müssen endlich kreative Maßnahmen 
ergreifen, damit die Uranfabriken in Gronau (NRW) und Lingen 
(Niedersachsen) nicht länger nuklearen Brennstoff für Atomkraftwerke im 
In- und Ausland produzieren und damit ihren riskanten Betrieb 
absichern“, fordert Udo Buchholz vom Vorstand des BBU.

Durch Medienberichte wurde erst jetzt ein schwerer Zwischenfall bekannt, 
der sich bereits im April 2014 im AKW Fessenheim ereignet hatte. 
Gemeinsam mit dem BBU kritisiert auch das Aktionsbündnis Münsterland 
gegen Atomanlagen den Vorfall und die fast zwei Jahre andauernden 
Vertuschungsversuche. Das Aktionsbündnis weist darauf hin, dass 
Frankreich derzeit der größte Abnehmer für angereichertes Uran aus 
Gronau ist. Die Brennelementefabrik in Lingen liefert zudem 
Brennelemente für die französischen Pannenreaktoren Fessenheim und 
Cattenom. Der BBU und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen 
fordern Ministerin Hendricks und die Umweltminister in Hannover und 
Düsseldorf auf, endlich konsequente Schritte gegen die Versorgung 
zahlreicher Atomkraftwerke mit Nuklearmaterial aus NRW und Niedersachsen 
zu unternehmen. Die rot-grüne Landesregierung hat beispielsweise schon 
lange in ihrem Koalitionsvertrag stehen, dass Atomtransporte durch NRW 
gestoppt werden sollen. Das genügt aber nicht, denn offenbar rollen 
derzeit mehr Atomtransporte denn je durch NRW.

Scharfe Kritik üben der BBU und das Aktionsbündnis Münsterland auch 
daran, dass regelmäßig Urantransporte mit der Bahn vom Hamburger Hafen 
nach Frankreich erfolgen. Im Anschluss erfolgen dann entsprechende 
Transporte von Frankreich zur Uranfabrik in Gronau. Und von dort werden 
dann wiederum Brennelementefabriken und Atomkraftwerke beliefert. „Fünf 
Jahre nach Fukushima und 30 Jahre nach Tschernobyl muss der nukleare 
Irrsinn mit seinen strahlenden Hinterlassenschaften endlich beendet 
werden. Mit der Aufhebung der Betriebsgenehmigungen der Uranfabriken in 
Gronau und Lingen können kurzfristig etliche Reaktoren von der 
Uranversorgung abgeschnitten werden. Die Politik muss jetzt Farbe 
bekennen, Frau Hendricks und die weiteren Umweltminister können nicht 
sagen, dass sie keine Handlungsoptionen haben“, so BBU-Vorstandsmitglied 
Udo Buchholz.

Aktuell rufen zahlreiche Bürgerinitiativen, das Aktionsbündnis 
Münsterland gegen Atomanlagen und der BBU zu Protesten gegen das AKW 
Fessenheim, und gegen die drohende Laufzeitverlängerung der 
französischen Atomkraftwerke auf bis zu 50 Jahre und gegen die 
deutsch-französischen Atomtransporte auf. Ab dem 11. März finden 
bundesweite Aktionstage gegen die deutsch-französischen Urantransporte 
statt und am 24. April finden grenzüberschreitende Protestaktionen gegen 
das AKW Fessenheim statt. Weitere Informationen dazu unter
http://www.urantransport.de/uran.html
http://www.bund-rvso.de/fessenheim-demo-aktion.html

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: Frankreich hält an Schließung von Fessenheim fest

Pressemitteilung:

Berlin, 03. März 2015

anti-atom

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks geht fest davon aus, dass das französische Atomkraftwerk Fessenheim wie angekündigt bis 2017 vom Netz geht. In einem Schreiben an Hendricks bestätigt die französische Umweltministerin Ségolène Royal, dass sich Präsident Hollande verpflichtet habe, Fessenheim bis zum Ende seiner Amtszeit zu schließen.

Hendricks hatte ihre französische Amtskollegin wiederholt darüber informiert, dass die Bevölkerung im grenznahen Gebiet über die Sicherheit des AKW Fessenheim sehr besorgt sei. Sie hatte Royal gebeten, die Sorgen bei ihren Abwägungen und Entscheidungen zu berücksichtigen und „die Stilllegung des Kraftwerkes zum frühestmöglichen Zeitpunkt vorzusehen“. Natürlich sei ihr bewusst, so Hendricks, dass die diesbezügliche Entscheidung ausschließlich in der souveränen Verantwortung Frankreichs liege.

In ihrem Schreiben an Hendricks erklärt Royal, dass die gesetzliche Grundlage für die Schließung Fessenheims voraussichtlich im ersten Halbjahr 2015 erlassen werde. In dem Gesetz werde festgelegt, dass die Atomkraftkapazitäten in Frankreich auf dem derzeitigen Niveau begrenzt werden. Mit der Inbetriebnahme des neuen, derzeit im Bau befindlichen Atomkraftwerks in Flamanville müsse eine Anlage mit gleicher Leistung, also zwei Reaktoren, stillgelegt werden. Royal betont, es sei Aufgabe des Betreibers EDF festzulegen, welche Reaktoren vom Netz genommen werden sollen. „Derzeit wird keine Alternative zur Stilllegung von Fessenheim erwogen“, heißt es abschließend in dem Schreiben.