Schlagwort: Frankreich

BBU für Stilllegung des AKW Fessenheim und für Baustopp beim EPR Flamanville

BBU-Pressemitteilung

11.04.2017

bbu

 

(Bonn, Paris, 11.04.2017) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert mit Nachdruck die sofortige Stilllegung des französischen Atomkraftwerkes Fessenheim. Gleichzeitig spricht sich der BBU gegen den Weiterbau des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville aus. Die französischen Pläne, das AKW Fessenheim erst dann zu schließen, wenn der EPR in Flamanville in Betrieb geht, hält der BBU für gefährlich. „Da soll ein Übel durch ein anders Übel ersetzt werden.

Das ist nicht hinnehmbar“, kritisiert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Buchholz fordert, dass das „nukleare Übel“ auch in Frankreich gestoppt werden muss. „Auch in Frankreich muss der Zug schnellstmöglich in Richtung Atomausstieg rollen, damit die Bevölkerung sicherer leben und die Atommüllproduktion unterbunden werden kann.“

 

Für den Bürgermeister von Fessenheim, der sich mit einer Klage für den Weiterbetrieb des AKW Fessenheim einsetzen will, hat der BBU keinerlei Verständnis. Udo Buchholz vertritt die Auffassung, dass die Stilllegung des AKW Fessenheim die Chance für einen positiven Strukturwandel für Fessenheim beinhaltet. „Das AKW ist schlecht für das Image von Fessenheim und der Bürgermeister wäre gut beraten, wenn er frühzeitig mit der französischen Regierung und den Gewerkschaften Zukunftskonzepte für die Zeit nach der Stilllegung des Atomkraftwerkes erarbeiten würde“, so Buchholz.

 

Auch in Frankreich verschärft der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und Atomanlagen das Atommüll-Dilemma. Seit Jahren wird versucht, in Bure gegen breite Proteste ein Atommüll-Endlager zu errichten. Gegen das Vorhaben bestehen Sicherheitsbedenken. Aktive Gegnerinnen und Gegner dieses Endlagerprojektes kommen noch in diesem April in die Bundesrepublik, um mit Vorträgen über das geplante Endlager in Bure zu informieren. Vom 16. – 18. April sind in folgenden Orten Vorträge

geplant: Hambacher Forst, Bielefeld, Bremen, Hamburg, Wendland Leipzig und Berlin. Informationen zur Vortragsreise unter http://keinruhigeshinterland.org, Direktlink:

http://keinruhigeshinterland.org/2017/04/07/anti-atom-kampf-in-bure-info-tour-durch-deutschland

 

Weitere Informationen der französischen Anti-Atomkraft-Bewegung:

http://www.sortirdunucleaire.org

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NaturFreunde: AKW Cattenom muss sofort vom Netz

Euratom

Saarländische Landesregierung und Bundesregierung müssen gegen Betrieb klagen

 

Berlin, 16. Juni 2016 – Anlässlich der Diskussionen um den Weiterbetrieb des maroden Atomkraftwerks im französischen Cattenom erklären Monique Broquard, Landesvorsitzende der NaturFreunde Saarland, sowie Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstandes der NaturFreunde Deutschlands:

 

Die französische Atomaufsicht ASN, die für ihre atomfreundliche Haltung bekannt ist, hat kürzlich erhebliche Mängel am Atomkraftwerk Cattenom festgestellt. Zum Beispiel waren aufgetretene Pannen bei Notfallübungen nicht dokumentiert und damit auch nicht zur Korrektur festgehalten wurden.

 

Auch das Gutachten „Risiken des grenznahen AKW1 Cattenom“ von Prof. Dr. Manfred Mertins, welches im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion erstellt worden war, zeigt deutlich die veralteten Sicherheitsstandards und Sicherheitsmängel. Das AKW Cattenom weist beispielsweise keine Erdbebensicherheit und keinen wirksamen Schutz vor Flugzeugabstürzen auf. Zudem kann die gesamte Anlage im Falle einer Kernschmelze unbeherrschbar werden.

 

Der Weiterbetrieb des französischen Atomkraftwerkes in Cattenom bedroht die Gesundheit von Millionen Menschen. Die NaturFreunde erwarten sowohl von der saarländischen Landesregierung als auch der Bundesregierung, dass sie gegen den Weiterbetrieb dieser maroden Reaktoren mit allen möglichen Mitteln – auch mit einer Klage – vorgehen.

 

Dazu Monique Broquard, Landesvorsitzende der NaturFreunde Saarland: „Die Argumentation des saarländischen Umweltministeriums ist nicht plausibel. Wenn dort behauptet wird, es gäbe keine fachliche Grundlage für eine solche Klage, da nicht nachzuweisen sei, dass die technischen Gegebenheiten einen sicheren Betrieb des AKW Cattenom gefährden, ist das schlicht falsch. Dieses Atomfossil ist ein Hochrisikofaktor für die gesamte Region. Der technische und bauliche Zustand des Atomkraftwerks ist in einem katastrophalen Zustand. Wir NaturFreunde können nicht nachvollziehen, wie das Umweltministerium davon ausgehen kann, dass die Betriebssicherheit des AKW nicht gefährdet sei.“

 

Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, kritisierte: „Die Forderung der Landesregierung, den maroden Atommeiler abzuschalten, reicht nicht aus. Den Worten müssen auch konkrete Taten folgen. Die Landesregierung und die Bundesregierung müssen alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um dieses gefährliche Atomkraftwerk schnellstmöglich vom Netz zu bekommen. Wir NaturFreunde erwarten von der Landesregierung, dass sie unverzüglich eine Klage gegen den Weiterbetrieb einreicht. Cattenom ist eine tickende Zeitbombe, die jederzeit hochgehen kann. Das Gutachten von Bündnis 90 / Die Grünen liefert eine Reihe von Ansatzpunkten für eine substanzielle Klage gegen dieses unverantwortliche AKW.“

Deutsch-französische Atomkooperation stoppen und AKW Fessenheim stilllegen!

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Kontakt: Udo Buchholz, 02562-23125
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Kontakt: Matthias Eickhoff, 0176 – 64699023

Bonn, Münster, 4. März 2016

Gemeinsame Pressemitteilung

bbu

Nach den jüngsten Informationen über massive Sicherheitsmängel im 
französischen Atomkraftwerk Fessenheim fordert der Bundesverband 
Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die sofortige Stilllegung des AKW 
Fessenheim. Gleichzeitig fordert der Verband von der Bundesregierung die 
sofortige Beendigung jeglicher deutsch-französischer Atom-Kooperation. 
„Umweltministerin Hendricks und die Umweltminister Wenzel 
(Niedersachsen) und Remmel (NRW) müssen endlich kreative Maßnahmen 
ergreifen, damit die Uranfabriken in Gronau (NRW) und Lingen 
(Niedersachsen) nicht länger nuklearen Brennstoff für Atomkraftwerke im 
In- und Ausland produzieren und damit ihren riskanten Betrieb 
absichern“, fordert Udo Buchholz vom Vorstand des BBU.

Durch Medienberichte wurde erst jetzt ein schwerer Zwischenfall bekannt, 
der sich bereits im April 2014 im AKW Fessenheim ereignet hatte. 
Gemeinsam mit dem BBU kritisiert auch das Aktionsbündnis Münsterland 
gegen Atomanlagen den Vorfall und die fast zwei Jahre andauernden 
Vertuschungsversuche. Das Aktionsbündnis weist darauf hin, dass 
Frankreich derzeit der größte Abnehmer für angereichertes Uran aus 
Gronau ist. Die Brennelementefabrik in Lingen liefert zudem 
Brennelemente für die französischen Pannenreaktoren Fessenheim und 
Cattenom. Der BBU und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen 
fordern Ministerin Hendricks und die Umweltminister in Hannover und 
Düsseldorf auf, endlich konsequente Schritte gegen die Versorgung 
zahlreicher Atomkraftwerke mit Nuklearmaterial aus NRW und Niedersachsen 
zu unternehmen. Die rot-grüne Landesregierung hat beispielsweise schon 
lange in ihrem Koalitionsvertrag stehen, dass Atomtransporte durch NRW 
gestoppt werden sollen. Das genügt aber nicht, denn offenbar rollen 
derzeit mehr Atomtransporte denn je durch NRW.

Scharfe Kritik üben der BBU und das Aktionsbündnis Münsterland auch 
daran, dass regelmäßig Urantransporte mit der Bahn vom Hamburger Hafen 
nach Frankreich erfolgen. Im Anschluss erfolgen dann entsprechende 
Transporte von Frankreich zur Uranfabrik in Gronau. Und von dort werden 
dann wiederum Brennelementefabriken und Atomkraftwerke beliefert. „Fünf 
Jahre nach Fukushima und 30 Jahre nach Tschernobyl muss der nukleare 
Irrsinn mit seinen strahlenden Hinterlassenschaften endlich beendet 
werden. Mit der Aufhebung der Betriebsgenehmigungen der Uranfabriken in 
Gronau und Lingen können kurzfristig etliche Reaktoren von der 
Uranversorgung abgeschnitten werden. Die Politik muss jetzt Farbe 
bekennen, Frau Hendricks und die weiteren Umweltminister können nicht 
sagen, dass sie keine Handlungsoptionen haben“, so BBU-Vorstandsmitglied 
Udo Buchholz.

Aktuell rufen zahlreiche Bürgerinitiativen, das Aktionsbündnis 
Münsterland gegen Atomanlagen und der BBU zu Protesten gegen das AKW 
Fessenheim, und gegen die drohende Laufzeitverlängerung der 
französischen Atomkraftwerke auf bis zu 50 Jahre und gegen die 
deutsch-französischen Atomtransporte auf. Ab dem 11. März finden 
bundesweite Aktionstage gegen die deutsch-französischen Urantransporte 
statt und am 24. April finden grenzüberschreitende Protestaktionen gegen 
das AKW Fessenheim statt. Weitere Informationen dazu unter
http://www.urantransport.de/uran.html
http://www.bund-rvso.de/fessenheim-demo-aktion.html

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: Frankreich hält an Schließung von Fessenheim fest

Pressemitteilung:

Berlin, 03. März 2015

anti-atom

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks geht fest davon aus, dass das französische Atomkraftwerk Fessenheim wie angekündigt bis 2017 vom Netz geht. In einem Schreiben an Hendricks bestätigt die französische Umweltministerin Ségolène Royal, dass sich Präsident Hollande verpflichtet habe, Fessenheim bis zum Ende seiner Amtszeit zu schließen.

Hendricks hatte ihre französische Amtskollegin wiederholt darüber informiert, dass die Bevölkerung im grenznahen Gebiet über die Sicherheit des AKW Fessenheim sehr besorgt sei. Sie hatte Royal gebeten, die Sorgen bei ihren Abwägungen und Entscheidungen zu berücksichtigen und „die Stilllegung des Kraftwerkes zum frühestmöglichen Zeitpunkt vorzusehen“. Natürlich sei ihr bewusst, so Hendricks, dass die diesbezügliche Entscheidung ausschließlich in der souveränen Verantwortung Frankreichs liege.

In ihrem Schreiben an Hendricks erklärt Royal, dass die gesetzliche Grundlage für die Schließung Fessenheims voraussichtlich im ersten Halbjahr 2015 erlassen werde. In dem Gesetz werde festgelegt, dass die Atomkraftkapazitäten in Frankreich auf dem derzeitigen Niveau begrenzt werden. Mit der Inbetriebnahme des neuen, derzeit im Bau befindlichen Atomkraftwerks in Flamanville müsse eine Anlage mit gleicher Leistung, also zwei Reaktoren, stillgelegt werden. Royal betont, es sei Aufgabe des Betreibers EDF festzulegen, welche Reaktoren vom Netz genommen werden sollen. „Derzeit wird keine Alternative zur Stilllegung von Fessenheim erwogen“, heißt es abschließend in dem Schreiben.