Schlagwort: Gorleben

Atomkraft ja bitte? EU-Klassifizierung nachhaltiger Investments: Keine Erleichterungen für Atomkraft

BürgerinitiativeUmweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung 18.12.2019

 

bi umweltschutz castor antiatom

 

Im Zuge der Klimadebatte ist der Streit um die Atomkraft wieder aufgebrochen.

Zum Wortführer in Deutschland aber möchte sich niemand so richtig machen. Selbst der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion Joachim Pfeiffer, der keinen Hehl daraus macht, dass er den Atomausstieg nach Fukushima für falsch hielt, will es anderen überlassen, eine Initiative zu ergreifen. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte er: „Wenn es jetzt aber darum geht, aus Klimaschutzgründen wieder in die Kernenergie einzusteigen, muss die Initiative von den Grünen und Linken ausgehen. An mir und an der Unionsfraktion wird es nicht scheitern.“ Erst vor kurzen hatten deutsche CDU-Parlamentarier*innen im EU-Parlament in einer Entschließung zum Weltklimagipfel gemeinsam mit der FDP und AfD-Leuten dafürgestimmt, die Atomkraft als „grünen“ Energieträger zu klassifizieren, darunter auch drei niedersächsische Unionsabgeordneten David McAllister, Jens Giesekeund Lena Düpont.

Besorgt hatte der Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), Martin Donat, nachgehakt und daran erinnert, dass der Atomausstieg in Deutschland eine wichtige Bedingung dafür sei, das Jahrtausendproblem der Atommülllagerung nicht nur konfrontativ angehen zu können.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke sekundierte: „Einer vorsichtigen und gewachsenen Bereitschaft, in der Atommülldebatte auch konstruktiv mitzuwirken, liegt der gesetzlich festgezurrte Atomausstieg zugrunde. Dabei ist selbst auf diesem Feld so einiges „unbestellt“ – dass die Urananreicherung in Deutschland nicht verboten wurde ebenso wenig wie die Brennelementfertigung, dass der Schacht Konrad durchgewunken werden soll, dass unklar ist, was aus Gorleben wird … Sollte der Atomausstieg erneut in Frage gestellt werden, wären die alten Grabenkämpfe eine unmittelbare Folge.“

Düpont erklärte ihr Abstimmungsverhalten in ihrer Antwort auf den Brief Donats damit, dass in vielen europäischen Ländern die Atomkraft eine „Brückentechnologie“ sei. Das Verhandlungsteam des Europäischen Parlaments hat indessen bei den Verhandlungen um die Klassifizierung nachhaltiger Investments (Taxonomie) die Hürde dafür, dass die Nutzung der Atomkraft als nachhaltig angesehen und damit auch mit Fördermitteln rechnen könnte, sehr hoch angelegt. Nach Einschätzung von Experten so hoch, dass faktisch dieser Energieträger die Hürde reißt.

WolfgangEhmke, Pressesprecher, 0170 520 56 06https://www.bi-luechow-dannenberg.de/blog/

 

Hintergrund:

Die Taxonomie-Verordnung definiert europaweit, welche wirtschaftlichen Aktivitäten sich nachhaltig nennen und damit in einem als nachhaltig beworbenen Finanzprodukt stecken dürfen. Als nachhaltig gilt, wer einerseits einen positiven Beitrag leistet zum Klimaschutz, ohne gleichzeitig in anderen Bereichen der Umwelt zu schaden (do-no-harm-Prinzip). Die Klassifizierung soll prinzipiell für alle Finanzprodukte gelten. Anbieter, die sie nicht anwenden, müssen das in einem Hinweis angeben. Kohle wird explizit aus nachhaltigen Finanzprodukten ausgeschlossen. Da zudem die Umweltschutzstandards (do-no-harm-Prinzip) sehr hoch sind, wird Atomkraft sich nicht qualifizieren können und wird damit de-facto aus nachhaltigen Finanzprodukten ausgeschlossen.

Newsletter AG Schacht KONRAD, November 2019

ag schacht konrad antiatom

 

  1. Alternative Statuskonferenz: Atommüll in der Nachbarschaft?! Es ist an der Zeit, sich zu informieren und sich einzumischen
  2. Keine radioaktiven Stoffe auf Hausmülldeponien
  3. ZGV erwartet Vorlage der Rückholpläne
  4. Happy birthday, junger Verein!
  5. ROTE KARTE zeigen – klare Positionen – gute Stimmung! Das war die Demo in Lingen
  6. Das Letzte: AfD-Bundesparteitag verhindern!
  7. Termine

1. Alternative Statuskonferenz: Atommüll in der Nachbarschaft?! Es ist an der Zeit, sich zu informieren und sich einzumischen

Am Sa. 9. November kommen Menschen aus der gesamten Republik in Hannover zusammen, um sich gemeinsam mit Fachleuten intensiv mit dem Standortauswahlverfahren auseinanderzusetzen. Die Alternative Statuskonferenz bietet Raum für Information, Austausch, Diskussion und Vernetzung – sei dabei!

Termin: Sa. 9.11., 10.00 – 18.00 Uhr in Hannover im Stadtteilzentrum Ricklingen

Kosten: Die Teilnahme soll nicht am Geld scheitern, aber wir sind zur Durchführung der Konferenz auf Spenden angewiesen. Pro Teilnehmer*in entstehen inklusive Verpflegung in etwa Kosten von 45 Euro. Anmeldung. Alternativ per E-Mail an info@ausgestrahlt.de

Hintergrund: Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit veranstaltet jährlich eine Statuskonferenz zur Standortsuche. Doch diese richtet sich in erster Linie an ein Fachpublikum und findet deshalb unter der Woche statt. Die Alternative Statuskonferenz richtet sich an einen breiteren Kreis, an potenziell Betroffene aus Gebieten mit Salz-, Ton- oder Granitvorkommen und an Interessierte aus der ganzen Bundesrepublik. Themen sind u.a. der aktuelle Stand der Standortsuche und die Probleme dabei, eine Bewertung der Auswahlkriterien, die Situation an den Zwischenlagern und ganz wichtig: Wie können sich Bürger*innen einmischen?

Organisatoren: .ausgestrahlt, BI Lüchow-Dannenberg, Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD

2. Keine radioaktiven Stoffe auf Hausmülldeponien

Insgesamt 91 Gruppen, Initiativen und Verbände rund um die Atommüllkonferenz haben anlässlich der bevorstehenden Umweltministerkonferenz jetzt einen offenen Brief geschrieben, mit dem sie die Befassung der Konferenz mit der Freigabe von radioaktivem Müll auf „normalen“ Hausmülldeponien einfordern.

Zum Hintergrund: mit der Novellierung der Strahlenschutzverordnung wurde die Freigabe radioaktiver Abfälle unterhalb bestimmter Grenzwerte bundeseinheitlich geregelt und signifikant ausgeweitet. Radioaktive Abfälle, die gering kontaminiert sind, werden „freigemessen“ und anschließend „frei gegeben“. Durch die Freigabeentscheidung sind sie keine radioaktiven Stoffe im Sinne des Atomgesetzes mehr. Je nach Klassifizierung können Stoffe uneingeschränkt oder zur Beseitigung freigegeben werden.

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3. ZGV erwartet Vorlage der Rückholpläne

Am 25. Oktober besichtigte die Zivilgesellschaftliche Vertretung die Schachtanlage Asse II, um sich vor Ort einen eigenen Eindruck von den Problemen und Fortschritten zu verschaffen. Nach einem Einführungsvortrag in der Infostelle Asse ging es auch unter Tage. Während der Grubenfahrt wurden die komplexen Herausforderungen der Rückholung der radioaktiven Abfälle erläutert.

Die Befahrung der Asse konnte bei den Mitgliedern der ZGV Informationslücken schließen und Wissensstände verbessern. Die Kritik am Vorgehen des Asse-Betreibers und der zuständigen Ministerien wurde durch die Besichtigung bestätigt.

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4. Happy birthday, junger Verein!

Am Donnerstag, 24. Oktober, konnten wir das einjährige Bestehen des Vereins „Archiv Deutsches Atomerbe e.V. feiern. Was ist im ersten Jahr des Vereins geschehen und was braucht es jetzt? Nach der erfolgten Eintragung ins Vereinsregister wurden eine Homepage und ein Präsentationsflyer entworfen und realisiert. Schnell erreichten den Verein die ersten Angebote, Material zur Verfügung zu stellen.

Alle finden es eine prima Idee ihre gesammelten Werke nicht vergeblich aufbewahrt zu haben. Also musste mit Hochdruck nach Räumlichkeiten gesucht werden, wo diese (noch unausgepackten) Kartons trocken und geschützt gelagert werden könnten. Glücklicherweise konnte ein Vereinsmitglied vorübergehend kostenlos einen Raum dafür zur Verfügung stellen.

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5. ROTE KARTE zeigen – klare Positionen – gute Stimmung! Das war die Demo in Lingen

Rote Karte für Atom und Kohle zeigen – das war das Motto der Demo am Samstag, 26. Oktober, in Lingen. Dafür gingen 350 Aktive bei tollem Wetter und guter Stimmung mit ihrem Protest für Energiewende für Klimaschutz und Atomausstieg jetzt! auf die Straße mit ihrem Protest in der Innenstadt in Lingen. Gut organisiert durch die Anti-Atom-Initiativen vor Ort und einem breiten Unterstützerkreis verschiedener Organisationen und Initiativen.

Die Vielzahl der Redner verschiedener Organisationen und die Bandbreite der angesprochenen Themen – Angst vor dem nächsten Störfall – Strahlenbelastung durch Brennelementewechsel, Risiken und Belastungen beim Rückbau eines Atomkraftwerks –Belieferung maroder Reaktoren in Belgien mit Brennelementen aus Lingen, machte die gute Zusammenarbeit und Vernetzung deutlich.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD war mit einem Redebeitrag vertreten.

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6. Das Letzte: AfD-Bundesparteitag verhindern!

Die AG Schacht KONRAD unterstützt den Aufruf des Bündnis gegen Rechts, am 30.11. anlässlich des in der Volkswagen-Halle Braunschweig geplanten Bundesparteitag der AfD („Alternative für Deutschland“) auf die Straße zu gehen. Die Arbeitsgemeinschaft engagiert sich grundsätzlich partei-ungebunden, sieht es aber auch auf Grund des von der AfD propagierten Weiterbetriebs und Neubaus von Atomanlagen und der klaren Haltung der AfD gegen die Rückholung des Atommülls aus der Asse als inhaltlich begründet an, gegen die AfD zu protestieren. Wir würden uns freuen, viele Mitglieder, Unterstützer*innen und Freund*innen der Arbeitsgemeinschaft am 30.11. auf den Kundgebungsplätzen zu treffen.

buendnisgegenrechts.net

7. Termine

mehr Termine sowie weitere Infos und links


Schöne Grüße
Michaela Sohn und Thomas Erbe
für das newsletter-Team der AG Schacht KONRAD e.V.  

www.ag-schacht-konrad.de

Pressekonferenz 7.11. Hannover – Informationen zur Alternativen Statuskonferenz zur Standortsuche für ein Atommülllager

Einladung zur Pressekonferenz

Donnerstag, 7. November, 11.00 Uhr
Restaurant Zeitfür (im Landtag)
Hannah-Arendt-Platz 1, 30159 Hannover

antiakwsonne
Mit

  • Jochen Stay, .ausgestrahlt
  • Wolfgang Ehmke, BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
  • Ursula Schönberger, Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad

Seit 2017 läuft die neue Suche nach einem Standort für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktiven Atommüll. Für Herbst 2020 sind von den Behörden erste Zwischenergebnisse angekündigt. Dann werden die Gebiete benannt, die für die weitere Suche ausgewählt wurden.

Atommüll in der Nachbarschaft?!  Wie funktioniert die Standortsuche? Wie ist der aktuelle Stand? Wie objektiv sind die Auswahlkriterien? Wie dürftig sind die Beteiligungs-Möglichkeiten für Betroffene und Interessierte?

Es ist an der Zeit, sich zu informieren und sich einzumischen. Deshalb veranstalten .ausgestrahlt, die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD am

Samstag, den 9. November 2019 in Hannover eine
ALTERNATIVE STATUS-KONFERENZ
zur Standortsuche für ein Atommüll-Lager.

Kurz vor der jährlichen Statuskonferenz der mit der Standortsuche beauftragten Behörden, die sich vorrangig an ein Fachpublikum wendet, möchten wir potenziell Betroffenen aus der ganzen Bundesrepublik einen Überblick über das Suchverfahren bieten und auch eine kritische Beurteilung ohne große Vorkenntnisse ermöglichen.

Wir stellen Ihnen das Programm und die Ziele der Alternativen Statuskonferenz und unsere Forderungen an den aktuellen Suchprozess vor.

Nähere Informationen zur Alternativen Statuskonferenz: https://www.ausgestrahlt.de/ask

Sie können natürlich auch an der Alternativen Statuskonferenz selbst teilnehmen. Sie findet statt am 9. November von 11 bis 18 Uhr in Hannover, Stadtteilzentrum Ricklingen, Ricklinger Stadtweg 1

Bitte melden Sie sich für die Pressekonferenz und/oder die Konferenz an.

Kontakt für Rückfragen und Anmeldungen: Jochen Stay, Tel 0170-9358759, E-Mail: stay@ausgestrahlt.de

 

Daten- und Schieflage rund um Gorleben

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Pressemitteilung 16.07.2019

bi umweltschutz castor antiatom

Fürdie Behörden und Institutionen, die mit der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle betraut sind, ist der Umgang mit Gorleben im Standortauswahlgesetz (StandAG) geregelt. Der Salzstock Gorleben wird wie jeder andere in Betracht kommende Standort einem Prüfverfahren unterzogen – und kann folglich bereits im 3. Quartal 2020 aus dem Suchverfahren herausfallen. Doch wie geht man mit den bisher gewonnenen Erkenntnissen bei der Erkundung und dem Ausbau des Endlagerbergwerks um? Diese Frage beschäftigt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), denn sowohl das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) als auch die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) räumen ein, dass die geologische Datenlage eine Schieflageist: selbst dort, wo es auf dem Gebiet der Bundesrepublik Tiefbohrungen gegeben hat, wurde eben nicht nach einem Atommüllendlager gesucht, d.h. es gibt ein sogenanntes „Tiefendefizit“.

Mit einer großen Ausnahme: Gorleben. Doch im Standortauswahlgesetz (StandAG) heißt es dazu: „Der Umstand, dass für den Standort Gorleben Erkenntnisse aus der bisherigen Erkundung vorliegen, darf ebenso wenig in die vergleichende Bewertung einfließen wie der Umstand, dass für den Standort Gorleben bereits Infrastruktur für die Erkundung geschaffen ist.“Daraus leitet die BI ab, dass die bisher gewonnenen Daten aus der Zeit der untertägigen Erkundung in Gorleben tabu sind – schließlich, so BI-SprecherWolfgang Ehmke, sei über Jahrzehnte hinweg der klammheimliche Ausbau des Erkundungsbergwerks als Atommüllendlager mit der Erhebung von Daten vermischt worden. Außerdem sei ohne Öffentlichkeitsbeteiligung behördenintern eine Aktenlage pro Gorleben geschaffen worden. All die Firmen und Institutionen, die zum Schluss, vor Beginn des neuerlichen Gorleben-Moratoriums, an der vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben gearbeitet haben, hätten ein großes Ziel verfolgt: Gorleben als mögliches Atommüllendlager zu präsentieren. Das BfE kommt in der Interpretation des StandAG zu einem ganz anderen Schluss: „Hierbei geht es darum, dass weder ein Erkenntnisvorsprung in Bezug auf Gorleben noch eine unterstellte Zeit- und Kostenersparnis bei Weiternutzung der dortigen Infrastruktur Kriterien sein dürfen, die bei der vergleichenden Bewertung möglicher Standorte berücksichtigt werden. Dagegen enthält das StandAG kein Verwertungsverbot für Daten über Gorleben. Es ist nicht etwa bestimmt, dass geologische Daten über den Salzstock Gorleben und seine Umgebung z. B. bei der Anwendung der Ausschlusskriterien, Mindestanforderungen und geowissenschaftlichen Abwägungskriterien nicht verwendet werden dürfen. Vielmehr findet zunächst eine Betrachtung des gesamten Bundesgebiets statt (§ 13 Abs. 2 StandAG). Um gut erkundete Gebiete nicht zu benachteiligen, bestimmt das StandAG außerdem, dass Gebiete, die aufgrund nicht hinreichender geologischer Daten nicht eingeordnet werden können, im Verfahren bleiben. Im Zwischenbericht Teilgebiete muss die BGE mbH vorschlagen, wie mit diesen Gebieten verfahren werden soll.“Aus Sicht der BI mogelt man sich über die Formulierungen des StandAG hinweg. Wolfgang Ehmke: „Der Gesetzestext ist eindeutig, die Interpretation mehrdeutig. Es ist aus unserer Sicht ein weiterer Beleg dafür, dass das StandAG nicht aus einem Guss ist, sondern den politischen Streit um Gorlebenwiderspiegelt.

 

Hintergrund §36 StandAG

DerSalzstock Gorleben wird wie jeder andere in Betracht kommende Standort gemäß den nach den §§22 bis 26 festgelegten Kriterien und Anforderungen in das Standortauswahlverfahren einbezogen. Er kann lediglich im jeweiligen Verfahrensabschnitt nach den §§ 13 bis 20 des Standortauswahlgesetzes mit einem oder mehreren anderen Standorten verglichen werden, solange er nicht nach Satz 5 ausgeschlossen wurde. Er dient nicht als Referenzstandort für andere zu erkundende Standorte. Der Umstand, dass für den Standort Gorleben Erkenntnisse aus der bisherigen Erkundung vorliegen, darf ebenso wenig in die vergleichende Bewertung einfließen wie der Umstand, dass für den Standort Gorleben bereits Infrastruktur für die Erkundung geschaffen ist.

BI Umweltschutz: Klimaschutz und Widerstand gegen Gorleben – ja bitte!

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Pressemitteilung 8.06.2019

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Gleich nach der nostalgischen Demo-Modenschau mit alten Parkas, Friesennerz und schicken Klamotten mit dem Gorleben-typischen Widerstands-X ging es weiter mit einer echten Demonstration: Tausende umrundeten zu Fuß und Traktor das Gelände des „Erkundungsbergwerks Gorleben“ und forderten das Ende dieses Projekts. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte im Rahmen der Kulturellen Landpartie, die zwischen Himmelfahrt und Pfingstmontag viele auswärtige Besucher*innen ins Wendland lockt, zum „Gorlebentag“ aufgerufen. Das Politfestival erwies sich erneut als Magnet. „Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass das Endlagerprojekt in Gorleben nicht aufgegeben wurde“, betont BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Demo rund um die 2,4 Kilometer lange Festungsmauer öffne vielen Menschen die Augen. Und: „Wir erklären, dass die Endlagersuche viele Mängel hat, das Festhalten an Gorleben ist allerdings ein gewichtiger. Und wir wollen einmal glauben, was uns Politiker*innen sagen: Würde es mit rechten Dingen zugehen, wird Gorleben bei der Endlagersuche wegen seiner geologischen Mängel rausfallen.“Längst jedoch geht es auch auf dem Gorleben-Tag um die Themen Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Zahlreiche Politrunden, Infostände und Gespräche hatten diese Themen zum Inhalt. Erst ein kräftiges Gewitter um Mitternacht setzte der anschließenden Party ein Ende. Regenfeste Menschen verharrten allerdings bis zum Schluss zu den Klängen der widerständigen Songs des Berlin-Boom-Ochestras bis kurz vor 3 Uhr.

BI Umweltschutz: Bis die Fördertürme fallen…

BürgerinitiativeUmweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.

Wendland Gorleben antiatom

Einige Dutzend Sonntagsspazierer*innen machten sich heute (Sonntag, d. 26. Mai) auf den Weg rund die Mauer des Endlagerbergwerks Gorleben, darunter der harte Kern, der kaum einen der 500 Sonntagsspaziergänge ausgelassen hat.

Ihr Ziel war und ist, dass der ungeeignete Salzstock Gorleben endlich als Standort für ein Atommüllendlager aufgegeben wird. Alles begann mit der Entscheidung des damaligen Umweltministers Norbert Röttgen, das Endlagermoratorium für Gorleben nach zehnjähriger Pause aufzukündigen, gleichzeitig wurde eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke beschlossen. Das ist Geschichte, denn bis 2022 sollen die letzten Atommeiler abgeschaltet werden und in Gorleben gibt es wieder in Moratorium. Allerdings fehlte beim „großen Aufräumen“ und dem Lernen aus den Fehlern der Vergangenheit der Mut, tatsächlich unter Gorleben einen Schlussstrich zu ziehen. Der Stand-by-Betrieb ist vielen nur ein Ausdruck politischer Deals.

So heißt es also sonntags weiterlaufen, bis die Fördertürme fallen. Und so mischen sich an diesem Tag diejenigen, die den „Gorlebentag“,den Freitag vor Pfingsten vorbereiten, die den Plan für die Stände, die große Demonstration, eine Anti-Atom-Modenschau und die Bühnen vor Ort skizzieren und letzte Absprachen treffen, mit denjenigen, die schon auf dem Weg zum Gorlebener Gebet im Anschluss sind, das ebenfalls „nullt“ und jetzt auf 30 Jahre ununterbrochene Treffen zusteuert.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) schreibt in einem Grußwort dazu: „Jeden Sonntag wird in Gorleben mit dem Spaziergang an das ungelöste Atommüllproblem erinnert.“ Der lange Atem im Atomwiderstand sein ein wichtiges Element der bundesweiten und auch der internationalen Anti-Atomkraft-Bewegung.

Widerstandsgeschichten„Der Kastor kommt“

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow -Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de 

bi umweltschutz castor antiatom

Pressemitteilung 13.05.2019

Der Widerstand gegen Castortransporte nach Gorleben istGeschichte. Seit 2011 sind die Transporte ins Zwischenlager Gorleben gestoppt,um das Wendland zu befrieden – und gleichzeitig bundesweit ein Endlager fürhochradioaktive Abfälle zu suchen. Doch die Suche hat einen Haken, Gorlebenbleibt im Topf.

Wolfgang Ehmke, der Pressesprecher der BürgerinitiativeUmweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hat nun einen Roman über denCastor-Widerstand geschrieben. Die Folie für die verquere Liebesgeschichtelieferten die Geschehnisse rund um den vorläufig letzten Transport 2011. SeineZielgruppe sind Abertausende, die immer wieder ins Wendland kamen, um sichgegen die Castortransporte querzustellen und dort für den Ausstieg aus derAtomkraft und gegen die Fertigstellung des Endlagers im untauglichen Salzstockzu protestieren.

Sein Held heißt Robert, ist Lehrer und Pressesprecher der Initiative,pendelt zwischen Hamburg und der Göhrde. Das alles trifft auch auf Ehmke zu. Naklar sei sein Text stark autobiografisch eingefärbt, aber er habe sich undanderen Figuren in „den Zaubertrog der Fiktionalisierung getaucht, damitsie am Ende als Romanfiguren wieder herauskommen“. Ein Schlüsselroman sei“Der Kastor kommt!“ deshalb nicht: „Es ist nicht meineLebensgeschichte, sondern meine Geschichte. Und so ist viel dazuerfunden, vor allemdie schräge Beziehungsgeschichte.“

Der Roman, der bereits in der zweiten, kleinen Auflageerscheint, kann direkt bei der BI Umweltschutz oder beim Köhring-Verlag inLüchow bestellt werden. 132 Seiten, 8,90 Euro.

Lesungen Di. 14.Mai 19 Uhr Pavillon Hannover, Mi 22.Mai 19.30Uhr Künstlerhof Schreyahn