Schlagwort: Hinkley Point

Protest vor der chinesischen Botschaft: AKW in China abschalten! AKW-Export beenden!

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Die chinesische Regierung setzt seit vielen Jahren intensiv auf den Ausbau der unverantwortlichen Atomenergie. Alleine in China sind zwischenzeitlich 33 AKW in Betrieb und weitere 22 AKW in Bau. Nach dem neuen Fünf-Jahres-Plan der chinesischen kommunistischen Partei sollen bis zum Jahr 2030 etwa 110 AKW gebaut werden. Nach Plan sollen in China alleine bis 2020 über 70 Milliarden Euro in den Bau von neuen Atomkraftwerken investiert werden. Ziel der chinesischen Regierung ist, jedes Jahr sechs bis acht neue Atomreaktoren in Betrieb zu nehmen.

Diese Entwicklung ist völlig inakzeptabel und eine Gefahr für die Menschen in der gesamten Region. China hat aus den Atomkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima nichts gelernt und gefährdet die Gesundheit von hunderten von Millionen Menschen. Alleine in China sind die laufenden AKW mehr als 16 700 Stunden aktiv in Betrieb und gefährden täglich die Menschen. Auch China hat keinerlei verantwortbare Antwort auf den stetig zunehmenden Atommüll.

Die Internationale Atomenergiebehörde hat den chinesischen Atomreaktoren 2014 im Grundsatz-eine Zertifizierung für die internationalen Märkte gegeben. Zurzeit verhandelt China um die Anerkennung seiner Atomreaktoren für den europäischen Markt. Wie auch Russland bietet China seinen potentiellen Kunden ein Gesamtpaket an: Sie beteiligen sich mit vielen Milliarden an der Finanzierung von Atomreaktoren und sichern sich dafür Aufträge für den Export ihrer Atomkraftwerke.

In Hinkley Point haben sich die Chinesen an der Finanzierung für den Bau des geplanten neuen AKW beteiligt und dafür die Zusage für den Bau eines „Hualong-One-Reaktor“ in Bradwell in der Grafschaft Essex erhalten. Mit diesem Reaktor will China den Zugang zum europäischen Markt öffnen.

Erst vor wenigen Tagen hat China angekündigt, ein „schwimmendes Atomkraftwerk“ zu bauen. Mit dem Sudan hat China den Bau eines AKW vertraglich beschlossen. Auch im Sudan soll wahrscheinlich der chinesische Atomreaktor „Hualong 1“ gebaut werden. Bis zum Jahr 2030 sollen nach den Vorstellungen des staatlichen chinesischen Autokonzerns CNNC etwa 30 Atomreaktoren exportiert werden. Verträge wurden bereits mit Ländern wie Rumänien, Saudi-Arabien, Argentinien und Kenia geschlossen.

Wir sagen nein und fordern die chinesische Regierung auf:

  • Sofortige Beendigung des unverantwortlichen chinesischen Atomprogramms!
  • Kein Export von Atomreaktoren in andere Länder!
  • Ausbau erneuerbarer Energiequellen!

 

Wir treffen uns

Donnerstag, 26.05.2016

17.00 Uhr

Vor der Chinesischen Botschaft (S- und U-Bahnhof Jannowitzbrücke)

 

NaturFreunde Berlin

Anti Atom Berlin

atomstopp: Hinkley Point schlittert erneut in Warteschleife

Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 27.01.2016

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Utl.: Chancen auf Finanzierbarkeit immer unwahrscheinlicher

Vorsichtig erfreut zeigt sich atomstopp_oberoesterreich über die nächste, heute bekanntgegebene Verzögerung des Neubaus am AKW-Standort Hinkley Point C in Großbritannien. „Dass sich keine und wieder keine Finanzierungsmöglichkeit für den ehrgeizigen Reaktorbau finden will, macht einigermaßen optimistisch! Aber es überrascht auch nicht!“, so Gabriele Schweiger und Roland Egger, Sprecher von atomstopp. „Es war klar, dass es unter dem aufmerksamen Licht der Öffentlichkeit kaum möglich sein würde, entsprechend dubiose Finanzquellen auftun zu können, die an jeder Wirtschaftlichkeit vorbei Hinkley Point C ermöglichen könnten!“.

Zu sehr leidet EdF, die französische Erbauergesellschaft, unter den ernüchternden Bauentwicklungen der letzten Jahrzehnte, denn beide la ufenden Projekte in Flamanville, Frankreich, und Olkiluoto, Finnland, wirken durch die mehrmaligen Zeitplan- und Kostenüberschreitungen geradezu abschreckend für jeden seriösen Investor.

„Die Zusage der britischen Regierung, Subventionen in Form überhöhter Strompreisgarantien zu gewähren, könnte aus heutiger Sicht das einzige halsbrecherische Investitionssignal bleiben – und zwar eines ohne Chancen auf Realisierung. Darüber sollten sich vor allem die heutigen und zukünftigen britischen Steuerzahler_innen freuen! “, meinen Schweiger und Egger.

„Dass die Republik Österreich gegen das Subventionierungsmodell klagt, ist würdig und recht! Wichtig ist jetzt, dass Bundesminister Rupprechter auch gegen geplante Laufzeitverlängerungen wie in Dukovany eine ähnlich kämpferische Position einleitet. Denn wer in Zeiten, wo z.B. deutsche AKW-Betreiber nicht wissen, wie der Rückbau abgeschalteter Reaktoren finanziert werden soll, wo die Reaktor-Katastrophen Tschernobyl und Fukushima nach 30 bzw fünf Jahren immer noch unabsehbare Kosten verursachen – wer da noch immer auf Atomkraft setzt, gefährdet die Zukunft auf fahrlässige Weise!“, so Schweiger und Egger abschließend.

NaturFreunde: Britisch-chinesisches Atomabkommen ist ein umweltpolitischer Skandal

Euratom

Berlin, 23. Oktober 2015 – In einem Rahmenvertrag haben Großbritannien und China festgehalten, dass China drei Atomreaktoren in Großbritannien bauen möchte: zwei in Südwestengland (Hinkley Point) und einen an der Nordseeküste in der Nähe von London. Dieser Reaktor kann zudem chinesischer Bauart sein. Neben der britischen Regierung und dem chinesischem Staatsunternehmen „China General Nuclear Power“ ist auch der französische Stromkonzern EDF an dem Abkommen beteiligt. „Das alles ist ein riesiger umweltpolitischer Skandal“, erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Das chinesische Staatsunternehmen „China General Nuclear Power“ hat sich mit dem französischen Stromkonzern „Électricité de France SA“ (EDF) über den gemeinsamen Bau des geplanten Atomreaktors Hinkley Point C in Südwestengland geeinigt. Dabei wurde festgelegt, dass der chinesische Konzern rund ein Drittel der Kosten übernimmt. Ursprünglich hatte die britische Regierung geplant, den Atomreaktor in Hinkley Point bereits im Jahr 2017 in Betrieb zu nehmen. Zwischenzeitlich ist davon auszugehen, dass er nicht vor 2030 in Betrieb gehen wird. Denn der in Hinkley Point geplante Europäische Druckwasserreaktor (EPR) ist eine bisher nicht erprobte Hochrisikotechnologie.

Parallel hat die britische Regierung der chinesischen Regierung die Tür für den Bau von chinesischen Reaktoren in Europa geöffnet. Weil China in den völlig unwirtschaftlichen Atomreaktor in Hinkley Point investiert, darf der chinesische Staatskonzern einen chinesischen Reaktortyp in einem Land der Europäischen Union bauen. Dabei sind auch diese chinesische Atomreaktoren in keiner Weise sicher. Genau wie der Europäische Druckwasserreaktor stellen sie eine unverantwortliche Bedrohung für die Menschen in Großbritannien und den angrenzenden Ländern dar. Die NaturFreunde Deutschlands werden sich diesen Plänen entgegenstellen.

Windstrom wird mit 9,27 Cent vergütet, Hinkley-Point-Atomstrom mit 15,7 Cent

Der Europäische Druckwasserreaktor in Hinkley Point wird weit mehr als 30 Milliarden Euro kosten – doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Sollte der Reaktor jemals fertiggestellt werden, wird der dort produzierte Strom fast dreimal so teuer wie Strom aus Windenergie oder Solaranlagen. Möglich wird dieser ökonomische Wahnsinn durch einen von der britischen Regierung vertraglich garantierten Stromabnahmepreis für die ersten 35 Jahre Betriebszeit. Dieser Preis wird aufgrund eines garantierten Inflationsausgleichs nach 20 Jahren bei etwa 15,7 Cent pro Kilowattstunde liegen. Zum Vergleich: Neue Windkraftanlagen in Deutschland erhalten eine Vergütung von maximal 9,27 Cent pro Kilowattstunde.

Risiken sicherheitsrelevanter Erdbeben wurden zu niedrig angesetzt

Herr Cameron betreibt eine Politik der systematischen Gefährdung der Sicherheit und Gesundheit der Menschen in Großbritannien. Er hat aus den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima nichts gelernt. So wurden in der Sicherheitseinschätzung für Hinkley Point vorgelegte Risikoanalysen einfach ignoriert. Ein Gutachten weist beispielsweise auf Risiken durch Erdbeben hin. Doch die berücksichtigten Sicherheitsrisiken für den geplanten Atomreaktor sind scheinbar hundertmal niedriger, als die Eintrittswahrscheinlichkeit für ein sicherheitsrelevantes Erdbeben.

Klar ist: Auch die Planungen in Großbritannien zeigen, dass in den Ländern der EU endlich ein grundsätzliches Verbot des Baus oder Exports von Atomreaktoren festgeschrieben werden muss.

Zahlen des Anti Atom Komitees bestätigt – über 100 Milliarden Förderungen für britisches AKW

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Studie des deutschen Instituts „brainpool“ bestätigt Berechnungen des Anti Atom Komitees. Über 100 Milliarden Euro an Steuergeldern sollen in die Kassen des Atomlobby fließen.

Freistadt (OTS) – Die Berechnungen des Anti Atom Komitees, über die Höhe der staatlichen Fördermittel wurden in einer Studie des deutschen Marktspezialisten „brainpool“ im Auftrag von Greenpeace Energy voll und ganz bestätigt. Demnach sollen über 100 Milliarden Euro an britischen Steuermitteln an den französischen Atomkonzern AREVA als Preisgarantie für Strom aus dem geplanten AKW in Hinkley Point C fließen.

„Das ist fast das Dreifache der bisher genannten Summe, die mit 35 Milliarden Euro beziffert wurde“, erklärt Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee. Diese Summe ergibt sich aus der Stromproduktion bei einer Preisgarantie von fast 130 Euro/MWh auf 35 Jahre mit Indexanpassung und stelle einen massiven Bruch der EU Wettbewerbsrechtes dar, der keinesfalls geduldet werden darf. „Wir begrüßen, dass Österreich die Klage vor dem EuGH nun einbringt, weil diese falsche Entscheidung der EU Kommission unvorhersehbare Auswirkungen auf die Energiezukunft Europas haben kann.

Wir erwarten uns von der Bundesregierung in dieser Causa wirklich Härte gegenüber dem Versuch die Atomenergie mit Steuergeldern an Leben zu erhalten“, appelliert Manfred Doppler an Kanzler Faymann und die Bundesregierung.

BI Umweltschutz: Klage gegen Hinkley Point

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

bi umweltschutz castor antiatom

Pressemitteilung 23.06.15

Vorbereitungen auf Demo in Paris laufen

171.545 Bürgerinnen und Bürger sowie 30 Umweltverbände haben eine offizielle Beschwerde gegen den AKW- Neubau Hinkley Point C an die EU-Kommission gerichtet. Auf diesem Wege wird die Klage Österreichs vor dem Europäischen Gerichtshof flankiert. Die von den Elektrizitätswerken Schönau initiierte Massenbeschwerde wird von über 30 deutschen und internationalen Umweltorganisationen unterstützt, darunter der Bund der Energieverbraucher, die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Deutsche Umwelthilfe, .ausgestrahlt und Friends of the Earth UK.

„Wir werden uns gegen die massiven Subventionen für ein neues Atomkraftwerk in Europa mit aller Kraft zur Wehr setzen“, so Sebastian Sladek, Vorstand und Geschäftsführer der Elektrizitätswerke Schönau. „Wir gratulieren den Österreichern zur eindeutigen Haltung ihrer Regierung und begrüßen die Klage Österreichs vor dem Europäischen Gerichtshof. Noch können sich Bürger aus ganz Europa unserer Beschwerde anschließen und damit auch die Klage unterstützen. Die Bewilligung der höchst umstrittenen Beihilfen für das neue britische AKW Hinkley Point C durch die EU-Kommission öffnet dem Bau zahlreicher neuer Atomkraftwerke in Europa Tür und Tor. Dies werden die Bürgerinnen und Bürger nicht akzeptieren – das zeigt die große Anzahl von bereits 171.545 offiziellen Bürger-Beschwerden, die wir bei der EU-Kommission einreichen werden.“

Der Energiekonzern Electricité de France will im englischen Hinkley Point eines der größten Atomkraftwerke der Welt bauen. Finanzierbar ist das Projekt nur mit Subventionen durch die britische Regierung. Geplant ist ein Garantiepreis von über 11 Cent pro Kilowattstunde. Dieser soll über einen Zeitraum von 35 Jahren gewährt werden, dazu kommt noch ein jährlicher Inflationsausgleich, sodass die Vergütung nach Berechnungen der Financial Times bis zum Ende des Förderzeitraums auf rund 35 Cent je Kilowattstunde ansteigen wird. Diese Beihilfen verstoßen klar gegen europäisches Wettbewerbsrecht. Die vorhergehende EU-Kommission hatte sie dennoch im Oktober letzten Jahres genehmigt.

Die österreichische Regierung hat heute eine Klage beim Europäischen Gerichtshof gegen diese Entscheidung angekündigt. Die EWS haben direkt bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt, der sich nun Zehntausende Bürgerinnen und Bürger angeschlossen haben. Die Beschwerden sollen in den kommenden Tagen bei der Europäischen Kommission in Brüssel übergeben werden.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg wird am 12. Dezember am Rande der Weltklimagipfels COP 21 in Kooperation mit dem französischen Anti-Atom-Netzwerke Sortir du nucléaire und zahlreichen Umweltorganisation gegen die Renaissance der Atomkraft in Europa und das Hinkley Point-Projekt demonstrieren. „Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren“, schreibt die BI.

atomstopp: Erfolgreich Unterschriften für parlamentarische Bürgerinitiative zu EURATOM gesammelt

Euratom
Hinkley Point-C Subventionen werden mit Atomförderverein EURATOM gerechtfertigt, bei dem Österreich Mitglied ist

„Wir freuen uns, dass wir nun die nötigen Unterschriften für eine parlamentarische Bürgerinitiative zu EURATOM beisammen haben! In Oberösterreich wurde diese Bürgerinitiative besonders prominent durch alle im Landtag vertretenen Parteien unterstützt. Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer (SPÖ), Landtagspräsident Adalbert Cramer (FPÖ), Landesrat Rudi Anschober (Grüne) und Landtagsabgeordnete Eva Maria Gattringer (ÖVP) beteiligten sich auch aktiv am Sammeln der Unterschriften!“, so Roland Egger und Gabriele Schweiger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich.

650 Unterschriften wurden bei diversen Informationsständen insgesamt gesammelt, die letzten gestern anlässlich des Tages des Windes am Linzer Taubenmarkt.

Die Unterschriften werden bei einem persönlichen Termin an Nationalratspräsidentin Doris Bures übergeben. Die Terminanfrage erfolgte bereits.

„Mit der parlamentarischen Bürgerinitiative wollen wir eine Enquete zur Frage der weiteren Mitgliedschaft Österreichs bei der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM erreichen. Österreich bekennt sich per Verfassung zu einem Verbot jedweder Nutzung der Atomkraft. Dennoch ist Österreich Mitglied bei EURATOM. Die aktuelle Genehmigung von Subventionen für das britische AKW-Projekt Hinkley Point C rechtfertigt die EU-Kommission mit EURATOM und dem Ziel des Ausbaues der Atomkraft auch als gemeinsames Ziel der Europäischen Union. Das zeigt klar auf, dass Österreich mit seiner Mitgliedschaft die Atomkraft stützt – und das gewiss gegen den Willen einer überwältigenden Mehrheit der österreichischen Bevölkerung!“, so Egger und Schweiger weiter.

In der Enquete soll über den Aus stieg Österreichs aus dem Atomförderverein EURATOM als logischen Schritt diskutiert werden. „Wir erwarten uns, dass im Herbst 2015 diese Enquete zu EURATOM stattfinden wird.“, so Egger und Schweiger abschließend.

Über 75.000 Menschen gegen den AKW-Neubau Hinkley Point

Gemeinsame Presseerklärung

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie
Elektrizitätswerke Schönau EWS
GLOBAL2000
Deutsche Umwelthilfe DUH

antiakwsonne
Berlin, den 24.04.2015

Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und über 30 Umwelt- und Verbraucherverbände lösen Beschwerdewelle bei EU-Kommission aus.

Bereits über 75.000 Menschen haben sich einer offiziellen Beschwerde der EWS bei der EU-Kommission angeschlossen, um gegen die Genehmigung massiver staatlicher Subventionen für den Neubau des britischen AKWs Hinkley Point C zu protestieren. Die Mas-senbeschwerde wird von über 30 nationalen und internationalen Umweltverbänden und Bürgerinitiativen unterstützt, darunter die Deutsche Umwelthilfe, .ausgestrahlt und GLOBAL 2000.

„Gemeinsam mit Zehntausenden Bürgerinnen und Bürgern wollen wir den politischen Druck auf die EU-Kommission erhöhen und die angekündigten Klagen Österreichs und Luxemburgs vor dem Europäischen Gerichtshof flankieren“, so Sebastian Sladek, Geschäftsführer der Elektrizitätswerke Schönau. „Nur so können wir eine umweltfreundliche, nachhaltige und bürgernahe Energieversorgung gegen die Interessen der großen Energiekonzerne und Atomlobbyisten durchsetzen.“

Ausgelöst wurden die Beschwerdewelle und die Klagen durch eine Ausnahmegenehmigung der EU-Kommission im Oktober 2014, welche der britischen Regierung wettbewerbswidrige Subventionen für den AKW-Neubau in Hinkley Point gestattet: Bewilligt wurde eine Garantievergütung von rund 11 Cent pro Kilowattstunde Atomstrom über einen Zeitraum von 35 Jahren. Hinzu kommt ein jährlicher Inflationsausgleich, eine Bürgschaft über 21,6 Milliarden Euro für die Baukosten sowie Kompensationszahlungen für den Fall einer energiepolitischen Richtungsänderung. Nach Berechnungen der Financial Times wächst die zugesicherte Leistung bis zum Ende des Förderzeitraums auf 35 Cent je Kilowattstunde.

„Die immensen und offensichtlich notwendigen Subventionen für den Reaktorneubau in Hinkley Point zeigen eindeutig, dass der Neubau von Atomkraftwerken vollkommen unwirtschaftlich ist“, so Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH), die sich neben 31 anderen Organisationen der Beschwerde angeschlossen hat. „Gemeinsam mit anderen europäischen Umweltverbänden wollen wir mit der Beschwerdewelle ein klares Signal gegen den Ausbau der Atomenergie und für eine nachhaltige und kooperative Energiepolitik in Europa setzen.“

Das Strategiepapier zur Energie-Union, welches die EU-Kommission Mitte Februar vorstellte, weist jedoch einen ganz anderen Weg: Kommissionsvize Šefčovič kündigte an, er werde noch dieses Jahr einen „illustrativen Ausbauplan“ für AKWs in Europa vorlegen. Zudem wurde durch die Presse bekannt, dass von dem geplanten 300 Milliarden Euro schweren
Wachstumspaket der EU voraussichtlich 80 bis 100 Milliarden Euro in den Neubau und die Nachrüstung von Atomreaktoren fließen sollen.

„Schon seit Längerem beobachten wir, dass die Nuklearindustrie auf europäischer Ebene massiv für eine Renaissance der Atomenergie wirbt“, so Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, die ebenfalls die Beschwerde unterstützt. „Dem AKW-Neubau in Hinkley Point kommt dabei eine Schlüsselrolle für weitere Atomprojekte in Europa zu. Sollte die Bewilligung der Subventionen für Hinkley Point C aufrechterhalten werden, kommt dies einem Dammbruch für weitere Atomprojekte in Europa gleich. Wir fordern deshalb von der Bundesregierung, dass sie sich in Brüssel konsequent gegen die Bewilligung einsetzt.“

Selbst innerhalb der EU-Kommission ist die Bewilligung hoch umstritten. Während die Kommission üblicherweise einstimmig entscheidet, wurde die Entscheidung über Hinkley Point mit nur 16 von 28 Stimmen gebilligt. Zugestimmt hat auch der deutsche EU-Kom-missar Günther Oettinger. Die Klagefrist gegen die Entscheidung beginnt mit der Veröffentlichung der Begründung der EU-Kommission in allen Amtssprachen. Diese wird für Ende April erwartet. Danach beginnt eine zweimonatige Klagefrist. Die österreichische und die luxemburgische Regierung haben bereits eine Klage vor dem Europä¬ischen Gerichtshof (EuGH) angekündigt. Ebenso beabsichtigen mehrere Energieversorger wegen Wettbe-werbsverzerrung vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) zu klagen. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat zudem eine Beschwerde beim Compliance-Komitee der Aarhus-Konventionen der Vereinten Nationen
eingebracht.

„Die Republik Österreich wird gegen die Kommissions-Entscheidung klagen, Luxemburg wird sich als Streithelfer anschließen“, so Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher der öster¬reich¬ischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. „Wir begrüßen und unterstützen diese Nichtigkeitsklage, die juristisch den Bescheid stoppen wird. Durch den Einspruch von
Zehntausenden EU-Bürgerinnen und -Bürgern wird Hinkley Point C auch politisch nicht durchsetzbar sein.“

Auf der Kampagnenseite „Kein Geld für Atom – Stoppt Brüssel!“ können Interessierte schnell und einfach eine eigene Beschwerde an die EU-Kommission richten: Über 68.000 Menschen haben bislang davon Gebrauch gemacht. Hinzu kommen noch rund 7.000 Beschwerden, die postalisch bei den EWS eingegangen sind.

Sebastian Sladek ist der festen Überzeugung: „Die Entscheidung der EU-Kommission öffnet dem Bau neuer Atomkraftwerke in Europa Tür und Tor. Daher möchten wir alle Bürgerinnen und Bürger dazu auffordern, sich unserer Beschwerde bei der EU-Kom¬mission anzuschließen. Während die Bundesregierung zögert, wollen wir mit den Bürgerinnen und Bürgern ein
klares Zeichen setzen, um den Einstieg in ein neues nukleares Zeitalter in Europa zu verhindern.“

Die Übergabe der Beschwerdebriefe soll im zeitlichen Umfeld der Klageeinreichung der österreichischen Regierung erfolgen. Bis dahin erwartet das Bündnis mehr als 100.000 Beschwerden, die im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Aktion an die EU-Kommis¬sion übergeben werden.

Alle Informationen und Hintergründe zur Kampagne und zu den Kampagnenpartnern finden Sie unter:


https://www.ews-schoenau.de/kampagne