Schlagwort: NaturFreunde

Newsletter der AG Schacht KONRAD e. V. November 2018

ag schacht konrad antiatom

 

  1. Anti-Atom-Treck setzt klares Zeichen
  2. Positionspapier „Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle“ – Konzept der Atommüll-Zwischenlagerung ist gescheitert
  3. Bundesumweltministerium erteilt Asse-Begleitprozess wiederholt Absage
  4. Neuer Verein sucht Räume für Archiv
  5. Atomnarren versorgen Kindermärchen mit Kuchen und Leckereien zur Weihnachtszeit
  6. Termine

 

 

1. Anti-Atom-Treck setzt klares Zeichen

Mit einem bunten und kreativ gestalteten Treck haben am Samstag, 20. Oktober, über 1.000 Atomkraftgegner*innen zwischen Salzgitter und Peine ihren Protest auf die Straße getragen. Sie forderten mehr Engagement für die Rückholung des Atommülls aus der Asse und die Aufgabe aller Pläne, in Schacht Konrad Atommüll einzulagern. Beteiligt hatten sich auch Gruppen, die in Braunschweig-Thune, Morsleben, Grohnde und Gorleben von Atomanlagen betroffen sind. „Konrad muss aufgegeben werden, weil es ein altes Bergwerk ist, das den Anforderungen an ein Atommüllendlager niemals gerecht werden kann“, sagte Ludwig Wasmus von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad.

weiterlesen bei anti-atom-treck.de (u.a. auch Fotos und Presseschau)…

2. Positionspapier „Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle“ – Konzept der Atommüll-Zwischenlagerung ist gescheitert

70 Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbände positionieren sich gemeinsam zur Zukunft der Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle

Die Einlagerung hoch radioaktiver Abfälle in tiefengeologische Lager oder andere mögliche Alternativen wird auch nach dem ambitioniertesten Zeitplan noch nicht beginnen können, geschweige denn abgeschlossen sein, wenn die Genehmigungen für die Zwischenlager auslaufen werden. Damit ist das bisher in Deutschland verfolgte Konzept der Zwischenlagerung hoch radioaktiven Mülls, das für 40 Jahre vorgesehen war, gescheitert. Neue Konzepte für eine längerfristige Zwischenlagerung sind dringend erforderlich. Angesichts der Dauer und Tragweite dieser Zwischenlagerung ist die Gesellschaft frühzeitig an der Diskussion und der Entwicklung dieser neuen Konzepte zu beteiligen. Dies ist eine der zentralen Aussagen eines gemeinsamen Positionspapiers zur Zwischenlagerung von hoch radioaktivem Atommüll, auf das sich nach einem etwa zweijährigen intensiven Diskussionsprozess 70 Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbände verständigt haben.

weiterlesen bei der Atommüllkonferenz…

3. Bundesumweltministerium erteilt Asse-Begleitprozess wiederholt Absage

Mehrfach hatte sich der Asse-Begleitprozess (A2B) in den letzten Monaten an das Bundesumweltministerium unter Svenja Schulze gewandt und dieses aufgefordert, sich endlich wieder aktiv am Rückholungsprozess des Atommülls aus der Asse zu beteiligen. Am 15.10.2018 hatte der A2B erneut die Staatssekretärin angeschrieben und deutlich gemacht, dass eine Präsenz des BMU sowohl von den Vertreter*innen der Zivilgesellschaft als auch von den Kommunen erwartet wird.

In dem Schreiben heißt es: „Der Bundesregierung obliegt die politische Verantwortung für die sichere Rückholung der Abfälle aus der Asse […] wir würden Sie in der nächsten Sitzung am 09. November 2018 gern begrüßen […] um die Sichtweisen und Positionen des BMU sowohl zu den konkreten Sachthemen als auch zur Rolle des BMU im Begleitprozess darstellen zu können.

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4. Neuer Verein sucht Räume für Archiv

Nun wird es konkreter: der Verein „Archiv Deutsches Atomerbe“ befindet sich in Gründung. Die elf Gründungsmitglieder diskutierten am 24. Oktober die Satzung und wählten sogleich auch ihren Vorstand. Zweck des Vereins ist die Förderung von Wissenschaft, Forschung, Bildung und Erziehung in Bezug auf die zivile und militärische Nutzung der Atomenergie.

Durch die Sammlung und Archivierung von Plakaten, Flyern, Fotos, Filmen und anderen Dokumenten von Bürgerinitiativen und anderen Akteuren, die sich seit Jahrzehnten mit der Thematik auseinander gesetzt haben, soll dieses Wissen der Öffentlichkeit und der Nachwelt zugänglich gemacht werden.

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5. Atomnarren versorgen Kindermärchen mit Kuchen und Leckereien zur Weihnachtszeit

Es ist wieder so weit. Die Braunschweiger Atomnarren eröffnen ihre Narrenzeit mit einer Aktion für den guten Zweck. Die Braunschweiger Atomnarren werden nun bereits zum dritten Mal die Kaffee-, Kuchen- und süße Leckereien-Versorgung der Kinder und Erwachsenen beim Weihnachtsmärchen der Studiobühne übernehmen (Freitag 7.12., Samstag 8.12., Sonntag 9.12.).

Der Spenden-Erlös fließt in die Teilnahme der Braunschweiger Atomnarren beim kommenden Karnevalsumzug in Braunschweig. Dem Braunschweiger „Schoduvel“. Genießt das Märchen und unterstützt die Braunschweiger Atomnarren. Wer keine Zeit hat vorbeizukommen, kann vielleicht einen Kuchen spenden.

Einfach unter info@braunschweiger-atomnarren.de melden.

6. Termine

  • 09. – 30.11.18 Wanderausstellung „30 Jahre AG Schacht KONRAD – 30 Jahre erfolgreicher Widerstand“ im Ausbildungszentrum VW-Werk Salzgitter
  • 15.-16.11.18 Lesen ohne Atomstrom. Das Festival steht in diesem Jahr erstmals unter einem übergreifenden Motto: „Protest & Widerstand“
  • Fr., 09.11.18, 13.00 Uhr, Sitzung der KV (Kommunale Vertretung) der ASSE II-Begleitgruppe, TWW, Am Exer, Wolfenbüttel
  • Fr., 09.11.18, 14.00 Uhr, ASSE II-Begleitgruppe (öffentliche Sitzung mit Behördenvertretern), TWW, Am Exer, Wolfenbüttel
  • Mo., 12.11.18, 18.00 Uhr, 400ste Fukushima Mahnwache im Wendland, Ort: Dannenberg, Marktplatz
  • Mo., 12.11.18, 19.30 Uhr, ASSE-2-Koordinationskreis (A2K), Ort: St. Thomas, Wolfenbüttel
  • Di., 13.11.18, 19.00 Uhr, Braunschweig: Öffentliches Treffen der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS), Gemeinschaftshaus Wenden, Veltenhöfer Str. 3 (über der Post) Interessierte sind herzlich willkommen!
  • Mi., 14.11.18, 19.00 Uhr, Umweltstammtisch, Veranstalter: Greenpeace Braunschweig, Ort: BellyButtonFood, Naturraum, Kleine Burg 15, 38100 Braunschweig, bei facebook, Interessierte sind herzlich eingeladen!
  • Di., 20.11.18, 19.00-21.30 Uhr, Geplant: Regionalkonferenz Braunschweiger Land, mehr Infos und Ort folgen auf termine.ag-schacht-konrad.de
  • Mi., 21.11.18, 16.30 Uhr, Geschäftsführender Vorstand AG Schacht Konrad, KONRAD-Haus
  • Fr., 23.11.18, 14.00 Uhr, Sitzung von ZGV (zivilgesellschaftliche Vertretung), KV (Kommunale Vertretung) und AGO (Arbeitsgruppe Optionenvergleich) der ASSE II-Begleitgruppe, TWW, Am Exer, Wolfenbüttel
  • Fr., 23.11.18, 20.00 Uhr, „Wackersdorf“ – der Film, im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur, Kulturverein Platenlaase, Filmsaal, Platenlaase Nr. 15, 29479 Jameln
  • Sa., 24.11.18, 11.00 Uhr, Fest der Demokratie in SZ- Lebenstedt, mehr Infos folgen auf termine.ag-schacht-konrad.de
  • Di., 27.11.18, 19.00 Uhr, Braunschweig: Öffentliches Treffen der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS), Gemeinschaftshaus Wenden, Veltenhöfer Str. 3 (über der Post) Interessierte sind herzlich willkommen!
  • Fr., 30.11.18, 18.00 Uhr, Treffen Braunschweiger Atomnarren, Vorbereitungen Schoduvel 2019 (u.a. für 7.-9.12. Kaffee&Kuchen-Stand beim Weihnachtsmärchen der Studio-Bühne), Ort:  Umweltzentrum, Hagenbrücke 1/2, 38100 Braunschweig, Eingang Reichsstraße, Interessierte sind herzlich willkommen!
  • Mo., 03.12.18, 10.00 Uhr, Beweismaufnahme zur Grohnde-Klage am OVG Lüneburg (nicht öffentlich)
  • Do., 06.12.18, 18.00 Uhr, Treffen Verein „Archiv Deutsches Atomerbe“, Umweltzentrum Braunschweig (Hagenbrücke 1-2/ Eingang Reichsstraße), Interessierte sind herzlich eingeladen!
  • Fr., 07.12.18, 17.00 Uhr, SAVE THE DATE: Mobile Atomaufsicht – Jahresabschluss der AG, mehr Infos folgen auf www.ag-schacht-konrad.de
  • 07.-09.12.18 Braunschweiger Atomnarren: Kaffee&Kuchen-Stand beim Weihnachtsmärchen der Studio-Bühne, Jugendzentrum Neustadtmühle, Braunschweig

mehr Termine

Schöne Grüße
Michaela Sohn und Thomas Erbe
für das newsletter-Team der AG Schacht KONRAD e.V.

 

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BBU: Nein zu EURATOM

BBU-Pressemitteilung, 12.09.2018

bbu

13.09.2018: Protest in Berlin gegen den EURATOM-Vertrag

(Bonn, Berlin, 12.09.2018)Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. solidarisiert sich mit einer Protestaktion, die am Donnerstag (13.09.2018) in Berlin von 17 bis 18 Uhr vor der Vertretung der EU-Kommission stattfinden wird. (Unter den Linden 78, 10117 Berlin). Mit der Aktion soll der Forderung nach Auflösung des sogenannten EURATOM-Vertrages Nachdruck verliehen werden.

BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz betont, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre EURATOPM-Mitgliedschaft unbedingt kündigen muss. „Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf nicht an dem EURATOM-Vertrag festhalten.“

In einem Aufruf zur Teilnahme an der Aktion heißt es dazu: „Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) zu den geplanten Subventionen für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C hat überdeutlich gezeigt, dass der EURATOM-Vertrag sofort gekündigt werden muss. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass „Förderung der Kernenergie auch mittels Anreizen sich mit dem Ziel der „EURATOM-Gemeinschaft, Investitionen im Bereich der Kernenergie zu erleichtern“ decke.

Der EURATOM-Vertrag ist ein Relikt aus den 1950er Jahren, als auch die deutsche Regierung den Besitz von Atomwaffen anstrebte und den Menschen vorgaukelte, mit der „friedlichen Nutzung“ der Atomenergie so etwas wie ein „Paradies auf Erden“ schaffen zu können. In der Präambel des Vertrags heißt es, dass „die Kernenergie eine unentbehrliche Hilfsquelle für die Entwicklung und Belebung der Wirtschaft und für den friedlichen Fortschritt darstellt“. Ziel sei „die Entwicklung einer mächtigen Kernindustrie […], welche die Energieerzeugung erweitert“. Da die Atomtechnologie höchst kostenintensiv ist, konnten Atomkraftwerke damals und können sie auch heute nur mit erheblichen staatlichen Subventionen gebaut und betrieben werden.“

Quelle und vollständiger Text des Aufrufes: https://www.antiatomberlin.de
Direktlink: https://www.antiatomberlin.de/termine-uebersicht/icalrepeat.detail/2018/09/13/661/88/protest-vor-der-vertretung-der-eu-kommission.html?filter_reset=1

Hintergrundinformationen:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=LEGISSUM%3Axy0024

http://www.klimaretter.info/politik/nachricht/15519-europas-liebe-zu-euratom-broeckelt

http://www.fr.de/wirtschaft/euratom-im-club-der-atomfreunde-a-316688

https://www.deutschlandfunk.de/europaeische-atomgemeinschaft-euratom-der-grosse-foerderer.724.de.html?dram:article_id=382156

http://www.raus-aus-euratom.at

atomstopp: Meldepflichtiger Störfall im AKW Temelin

Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 10.09.2018
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40 Jahre nach Zwentendorf immer noch von Atomkraft bedroht

„In Temelin wird wieder gepatzt – radioaktiv, versteht sich und das österreichische BMNT berichtet zwar darüber. Das ist wohl gut und würdig und recht, nach den Kriterien des Melker Abkommens, das im Jahr 2000 durch hartnäckige Proteste an der Grenze zwischen Österreich und Tschechien evoziert worden war. Aber uns ist das zu wenig!“, so Gabriele Schweiger und Roland Egger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich in Reaktion auf die heutige Meldung aus dem Umweltministerium, dass es im Kontrollbereichbe des AKW Temelin letzten Freitag zum Austritt mehrerer Kubikmeter kontaminierter Flüssigkeit gekommen war.

„Mit dem nuklearen Spuk muss endlich Schluss sein. Auch wenn Störfälle immer wieder glimpflich verlaufen: Dieser Technologie muss endlich die finanzielle und poli tische Grundlage entzogen werden. In Europa geht das nur über die Entmachtung von EURATOM! Dieser Vertrag muss aufgelöst werden, er stützt und ermöglicht einzig und allein die Weiterexistenz der Atomindustrie! Unsere Bundesregierung ist dringend aufgefordert, jetzt, 40 Jahre nach dem Aus für Zwentendorf, noch während der Ratspräsidentschaft 2018 entsprechende Schritte auf EU-Ebene in die Wege zu leiten!“, so Schweiger und Egger abschließend.

Protest vor der Vertretung der EU-Kommission: EURATOM-Vertrag auflösen!

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Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) zu den geplanten Subventionen für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C hat überdeutlich gezeigt, dass der EURATOM-Vertrag sofort gekündigt werden muss. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass „Förderung der Kernenergie auch mittels Anreizen sich mit dem Ziel der „EURATOM-Gemeinschaft, Investitionen im Bereich der Kernenergie zu erleichtern“ decke.

Der EURATOM-Vertrag ist ein Relikt aus den 1950er Jahren, als auch die deutsche Regierung den Besitz von Atomwaffen anstrebte und den Menschen vorgaukelte, mit der „friedlichen Nutzung“ der Atomenergie so etwas wie ein „Paradies auf Erden“ schaffen zu können. In der Präambel des Vertrags heißt es, dass „die Kernenergie eine unentbehrliche Hilfsquelle für die Entwicklung und Belebung der Wirtschaft und für den friedlichen Fortschritt darstellt“. Ziel sei „die Entwicklung einer mächtigen Kernindustrie […], welche die Energieerzeugung erweitert“. Da die Atomtechnologie höchst kostenintensiv ist, konnten Atomkraftwerke damals und können sie auch heute nur mit erheblichen staatlichen Subventionen gebaut und betrieben werden.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs erlaubt der Atomlobby, mit öffentlichen Mitteln eine völlig unwirtschaftliche und hochgefährliche Technologie weiterhin auszubauen und diese Hochrisikotechnologie auf Kosten der Steurzahler*innen weiterhin zu betreiben.

Spätestens diese Begründung des EUGH macht deutlich, dass der EURATOM-Vertrag endlich verschwinden muss. Wenn die Bundesregierung glaubwürdig an ihrem Atomausstieg festhalten will, muss sie wirksame Schritte unternehmen, den EURATOM-Vertrag zu kündigen.
Nur so können solche Urteile des EUGH in Zukunft verhindert werden.

Wir fordern:

  • Keine staatliche Subventionierung von Atomkraftwerken!
  • EURATOM-Vertrag auflösen!
  • Deutschland muss seine EURATOM-Mitgliedschaft kündigen, wenn eine Auflösung innerhalb der EURATOM-Mitgliedstaaten nicht durchsetzbar ist!

13.09. 2018  /  17:00 Uhr
Protest gegen EURATOM-Vertrag
Ort: Vor der EU-Vertretung, Unter den Linden 78, 10117 Berlin

Es laden ein: NaturFreunde Berlin, Anti Atom Berlin

 

NaturFreunde: EUGH-Urteil ist ein Schlag ins Gesicht der Energiewende

NaturFreunde fordern Bundesregierung auf EURATOM-Vertrag zu kündigen

 Atomlobby abschalten antiatom

Berlin, 12. Juli 2018 – Das heutige Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) zu den geplanten Subventionen für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C kritisiert Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Der EUGH hat entschieden, dass die Milliarden-Subventionen für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C mit dem EURATOM-Vertrag sowie mit dem EU-Wettbewerbsrecht vereinbar sind. Die Richter erklärten, die „Förderung der Kernenergie auch mittels Anreizen decke sich mit dem Ziel der Euratom-Gemeinschaft, Investitionen im Bereich der Kernenergie zu erleichtern“.

Die NaturFreunde Deutschlands werten dieses Urteil als Schlag ins Gesicht der Energiewende. Denn das Urteil erlaubt der Atomlobby, mit öffentlichen Mitteln eine völlig unwirtschaftliche und gefährliche Technologie weiterhin auszubauen. Atomkraftwerke sind aber mit einer umwelt- und sozialverträglichen Energieversorgung nicht vereinbar. Der Bau von neuen Atomreaktoren ist weder ökologisch noch betriebswirtschaftlich zu verantworten.

Ohne staatliche Subventionen ist der Neubau eines Atomkraftwerkes heute nicht mehr wirtschaftlich. Insofern ist das Urteil des EUGH eine Einladung an die Atomlobby, ihre Risikotechnologie auf Kosten der Steuerzahler weiterhin zu betreiben. Die Atomlobby ist in vielen EU-Staaten eng mit staatlichen Apparaten verbunden und nutzt ihren Einfluss, den Bau von neuen Atomkraftwerken voranzutreiben.

In Großbritannien will die Regierung dem Atomkonsortium für den Bau von Hinkley Point C eine auf 35 Jahre garantierte Stromabnahme für einen überhöhten Preis mit Inflationsausgleich gewähren. Schon heute liegt dieser garantierte Strompreis für das geplante Atomkraftwerk deutlich über dem Preis von Windstrom.

Spätestens die Begründung des EUGH macht deutlich, dass der EURATOM-Vertrag endlich verschwinden muss. Wenn die Bundesregierung glaubwürdig in ihrem Atomausstieg bleiben will, muss sie wirksame Schritte zu unternehmen, den EURATOM-Vertrag zu kündigen. Nur so können solche Urteile des EUGH in Zukunft verhindert werden.

In der Präambel des EURATOM-Vertrages steht, dass „die Kernenergie eine unentbehrliche Hilfsquelle für die Entwicklung und Belebung der Wirtschaft und für den friedlichen Fortschritt darstellt“. Weiter ist als Ziel des EURATOM-Vertrages „die Entwicklung einer mächtigen Kernindustrie […], welche die Energieerzeugung erweitert“ ausdrücklich festgeschrieben.

Die NaturFreunde Deutschlands werden gegen die unverantwortliche Atompolitik weiter Widerstand leisten und fordern,

> dass EURATOM schnellstmöglich aufgelöst wird;

> dass Deutschland seine EURATOM-Mitgliedschaft kündigt, wenn eine Auflösung innerhalb der EURATOM-Mitgliedsstaaten nicht durchsetzbar ist;

> dass ein neuer europäischer Vertrag geschlossen wird, auf dessen Grundlage erneuerbare Energien gefördert und erhebliche Energieeinsparungen in ganz Europa durchgesetzt werden.

Protest vor belgischer Botschaft: AKW Doel und Tihange sofort abschalten!

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Es vergeht nahezu kein Monat, in dem nicht von Störfällen oder
Unregelmäßigkeiten in den beiden Atomkraftwerken Doel und Tihange berichtet
wird. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die beiden
Atomreaktoren Doel 4 und Tihange 3 vorübergehend stillgelegt werden
mussten, da es poröse gibt. Die Antwort des belgischen
Atomkraftwerksbetreiber Electrabel S.A ist dabei immer die gleiche: Es geht
von den sieben Schrottreaktoren keine Gefahr aus.

Die belgische Regierung deckt den Weiterbetrieb dieser Uraltreaktoren und
übernimmt damit die Verantwortung für die ständig steigende Gefahr eines
Atomunfalls. In den Atomkraftwerken sind tausende von Rissen festgestellt
worden. Dabei sind die größten Risse im AKW Doel bis zu 18 Zentimeter lang,
im AKW Tihange bis zu 15,5 Zentimeter. Beide Atomkraftwerke sind völlig
veraltet und in einem maroden Zustand. Es ist deshalb ein Skandal, dass
weiterhin Atombrennstoff für diese Schrottreaktoren aus Deutschland aus der
Brennelementefabrik in Lingen geliefert wird.

Im Atomkraftwerk Doel sind mehr als 13 000 Risse dokumentiert, im AKW
Tihange mehr als 3000 Risse. Trotzdem plant der Atomkraftwerksbetreiber
diese maroden Uraltreaktoren mindestens bis 2025 am Netz zu lassen. Die
Atomreaktoren werden dann mehr als 50 Jahre alt sein.
Das AKW Doel liegt mitten in einer dichtbesiedelten Region. Das AKW Doel
liegt nur etwa 140 Kilometer von Aachen entfernt. Tihange 70 Kilometer.
Durch ihre Atompolitik gefährdet die belgische Regierung die Gesundheit und
das Leben von vielen Millionen Menschen. Im Radius von 75 Kilometer um das
AKW leben etwa 9 Millionen Menschen.

Die Regierungen in Belgien haben die Energiewende verschlafen. Noch immer
bezieht Belgien durch die AKW Doel und Tihange aus den sieben
Reaktorblöcken über 50 Prozent der Bruttostromerzeugung. Betreiber der
Atomkraftwerke ist Electrabel S.A., eine 100%ige-Tochtergesellschaft der
Engie SA (ehemals GDF Suez). Die ENGIE-Gruppe hatte im Jahr 2017 einen
Umsatz von mehr als 65 Mrd. Euro und ist hier vor allem in den Bereichen
Strom, Erdgas, Flüssigerdgas (LNG) sowie bei Energiedienstleistungen aktiv.
Mehr als 150.000 Arbeitnehmer*innen arbeiten in über 70 Ländern in der
Engie-Gruppe.

Engie SA ist auch in Deutschland aktiv und erwirtschaftet einen Umsatz von
mehr als zwei Mrd. Euro im Jahr. Der Hauptsitz von Engie Deutschland AG ist
in der Friedrichstraße 200 in Berlin. Über die Vertriebsgesellschaft
Energie SaarLorLux in Saarbrücken, an der Engie SA mehrheitlich beteiligt
ist, werden über 160 000 Privat- und Gewerbekunden mit Strom, Gas und Wärme
versorgt. Engie SA ist auch in Gera und Wuppertal an den Stadtwerken
beteiligt. In Berlin ist Engie SA an der Berliner GASAG mit 31,6%
beteiligt.
Wir sagen Nein zu dieser unverantwortlichen Energiepolitik und fordern:

* Brennstofflieferungen an Doel und Tihange sofort einstellen!
* Sofortige Abschaltung der Atomreaktoren in Doel und Tihange!
* Bundesregierung muss gegen den Betrieb der AKW klagen!
* Für einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie! EURATOM
auflösen!

Wir treffen uns:
Donnerstag, 14.06.2018
17.00 Uhr
Vor der Botschaft des Königreichs Belgien, Jägerstraße 52-53, 10117 Berlin
(Nähe U-Bhf. Französische Str. (U6) / U-Bhf. Hausvogteiplatz (U2))

Eine gemeinsame Aktion von NaturFreunde Berlin und Anti Atom Berlin

Infos: NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch, Tel.: (0176) 62 01 59 02,
hiksch@naturfreunde.de

Einladung zur Fukushima-Demonstration: „Die nukleare Kette brechen!“

Sayonara Nukes Berlin, NaturFreunde Berlin, Anti Atom Berlin, Greenpeace Energy, IPPNW, Strahlentelex, Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, ausgestrahlt, AK Rote Beete, DIE LINKE Berlin, BUND Berlin, COOP Berlin – Anti-War-Cafe, MC Kuhle Wampe Berlin, WOLF, ican, Deutsch-Japanische Gesellschaft Halle/Saalekreis,

 

Gemeinsame Pressemitteilung der teilnehmenden Organisationen für die Demonstration zum Fukushima-Jahrestag

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Einladung zur Fukushima-Demonstration: „Die nukleare Kette brechen!“

 

73 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki, 32 Jahre nach Tschernobyl und 7 Jahre nach

Fukushima: Wir müssen die nukleare Kette weltweit brechen, um das atomare Zeitalter Geschichte werden zu lassen! Deshalb ruft ein breites Bündnis zur Fukushima-Demonstration in Berlin auf.

 

Mit hunderten Windrädern (Kazaguruma) werden die Teilnehmenden für ein Ende der Atomenergie und für die Energiewende demonstrieren.

 

KAZAGURUMA-DEMO: Die nukleare Kette brechen!

Samstag, 10.03.2018,

13.00 Uhr Pariser Platz (Brandenburger Tor)

 

 

Dazu erklärt der Jochen Stay (Sprecher .ausgestrahlt): „Sieben Jahre nach Fukushima ist Deutschland noch immer zweitgrößter Atomstrom-Produzent in der EU. Der Atomausstieg ist eine Schnecke. Die alten Meiler werden nicht weniger gefährlich, wenn ein Abschaltdatum beschlossen ist. Wir fordern, die noch laufenden sieben Reaktoren sofort abzuschalten.“

 

Derzeit versucht die Atomindustrie, in einigen EU-Ländern mit neuen – unwirtschaftlichen und deshalb hoch subventionierten Reaktorprojekten – eine Wiederkehr dieser gefährlichen Technologie zu erreichen. „Dass ausgerechnet das Atomausstiegsland Deutschland wiederholt kneift und höchst umstrittene AKW-Bauten wie Hinkley Point C in England oder Paks II in Ungarn nicht EU-rechtlich untersuchen lassen will, ist dabei höchst bedauerlich“, kritisiert Christoph Rasch, Pressesprecher von Greenpeace Energy

 

Dazu Uwe Hiksch (NaturFreunde Deutschlands): „Die NaturFreunde fordern ein weltweites Verbot von Uranabbau. Die sogenannte zivile Nutzung der Atomenergie und die militärische Herstellung von Atombomben sind zwei Seiten einer Medaille. Deutschland muss den Atomverbotsvertrag beitreten und den EURATOM-Vertrag kündigen.“

 

Ablauf der Demonstration:

 

13.00 Uhr: Auftakt-Performance

  • Kazuma Glen Motomura – Mad World Dance

 

Redner*innen Auftaktkundgebung:

  • Dr. Hiroomi Fukuzawa (Sayonara Nukes Berlin)
  • Günther Hemeyer ( BI Lüchow-Dannenberg)
  • Michael Müller (Bundesvorsitzender NaturFreunde Deutschlands)
  • Jochen Stay (Sprecher von .ausgestrahlt)

 

14.00 Uhr Beginn Demo

  • Demo-Strecke: Auftakt-Kundgebung: Pariser Platz, Unter den Linden, Friedrichstraße, Französische Straße, Charlottenstraße, Unter den Linden, Abschluss-Kundgebung: Pariser Platz

 

14.45 Uhr Redner*innen Abschlusskundgebung:

  • Dr. Alex Rosen (Vorsitzender der deutschen Sektion von IPPNW)
  • Christoph Rasch (Pressesprecher Greenpeace Energy)
  • Sascha Hach (Vorstandsmitglied ICAN)

 

15.15 Uhr Abschluss-Performance

  • Kunst & Musik von Sympathetic Cardiogram (Daichi Matsusaki & Fumihiro Ono)

 

Rückfragen:

Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, Tel.: 0176-62015902