Schlagwort: Neckar castorfrei!

Schiffe mit hochradioaktivem Atommüll in Obrigheim gestartet

Bündnis Neckar castorfrei

www.Neckar-castorfrei.de

 

Pressemitteilung

 

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Bündnis ruft zum Protest in Heilbronn auf

Infopunkt: Parkplatz Otto-Konz-Brücke (Schleuse) in Heilbronn Details homepage: www.Neckar-castorfrei.de

 

 

Die Schiffe mit dem hochradioaktivem Atommüll sind heute Nacht um 02:05 Uhr in Obrigheim gestartet. Das Bündnis Neckar castorfrei ruft zum Protest in Heilbronn auf.

 

Protest-Mahnwache ab 8 Uhr in Heilbronn

 

Wir haben auf dem Parkplatz bei der Otto-Konz-Brücke (Schleuse) an der Theresienstrasse einen Infopunkt. Dort gibt es aktuelle Informationen zum Transport und Info-Materialien. Karte Heilbronn auf der Homepage.

 

– Der Transport wird bis Heilbronn sicherlich 6-7 Stunden unterwegs sein, also frühestens gegen 8 Uhr in Heilbronn ankommen. Aber auch danach dürfte es noch sinnvoll sein nach Heilbronn zu kommen, da die Atomschiffe auch länger brauchen können. Für aktuelle Infos bitte in den sms-Verteiler eintragen!

 

– Laut Polizei verlief die Leerfahrt am Dienstag „wunderbar und völlig reibungslos“. Wir bezweifeln das. Soll die gespielte Begeisterung von Problemen mit dem Schubschiff Edda ablenken? Tatsächlich wurde am Dienstag der Konvoi unterwegs getrennt und Edda blieb über 3 Stunden in Neckarzimmern und kam erst im Dunkeln in Obrigheim an, wo anscheinend später noch ein Werkstattwagen der Reederei eintraf. Dieser verließ das AKW am Mittwoch wieder, nachdem Edda eine Probefahrt gemacht hatte. Da also Edda am Dienstag nicht nachkam, musste Ronja den Leichter alleine wenden, um anlegen zu können. Fragen an die Polizei: Hat Edda ein technisches Problem? Was war am Dienstag wirklich los? Welche Auswirkungen hat das auf den heutigen Transport?

 

– Wir protestieren in Heilbronn gegen diese gefährliche und sinnlose Atommüllverschiebung nach Neckarwestheim. Denn Obrigheim wird nicht zur grünen Wiese, hat noch viele Jahre radioaktiven Abrissmüll auf dem Gelände. Und die Tunnelröhren im Steinbruch in Neckarwestheim sind alles andere als ein sicheres Zwischenlager. Dort gibt es seit Jahrzehnten Probleme mit Hohlräumen durch Auswaschungen.

 

„Sofort Abschalten!“ Demonstration am 03.12.2017 zum AKW Neckarwestheim!

 

Den versprochenen Atomausstieg gibt es immer noch nicht! 8 AKWs produzieren weiter Atommüll. CASTOREN werden jetzt und in den nächsten Jahren ohne sinnvollen Plan verschoben, aktuell die EnBW von Obrigheim nach Neckarwestheim.

Am KIT in Karlsruhe wird mit viel Geld an der nächsten AKW-Generation geforscht.

Wir protestieren und fordern den Atomausstieg jetzt!

Demo am Sonntag, den 03.12.17, Treff 13 Uhr, Bahnhof Kirchheim/N, zum AKW Neckarwestheim!

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Schwimmen gegen Neckar-CASTOR: EnBW lässt Bevölkerung Atommüll-Probleme ausbaden

Pressemitteilung Robin Wood

 

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Anti-Atom-AktivistInnen protestieren heute gegen den dritten CASTOR-Transport auf dem Neckar. In der Nähe der Schleuse Gundelsheim (Landkreis Heilbronn) haben sich am Morgen vier SchwimmerInnen ins Wasser begeben und dort ein „Stoppt CASTOR!“-Banner hochgehalten. ROBIN WOOD fordert den Energiekonzern EnBW sowie die Landesregierung auf, die unsinnige und gefährliche Atommüll-Verschieberei auf dem Neckar zu stoppen. Außerdem sollen sie die Produktion weiteren Atommülls unterlassen und ein schlüssiges Konzept für den Umgang mit den strahlenden Hinterlassenschaften der Atomindustrie vorlegen. Heute früh ist der dritte von insgesamt fünf geplanten Schiffstransporten mit hochradioaktivem Atommüll von Neckarwestheim nach Obrigheim gestartet. Mit der Aktion unterstützen die AktivistInnen Proteste des Bündnisses Neckar castorfrei.

 

„Manche meinen, der Müll sei nun mal da und deshalb habe es keinen Sinn mehr, dagegen zu protestieren. Das halten wir für falsch. Proteste sind dringend nötig, um darauf aufmerksam zu machen, wie konzept- und verantwortungslos Konzerne und Politik mit dem lebensgefährlichen Müll umgehen“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Julian Smaluhn. „Es kann nicht sein, dass weiterhin Atommüll produziert wird, während die Allgemeinheit die Fehler der Atomwirtschaft ausbaden muss!“

 

Der Transport des Atommülls von Neckarwestheim ins Zwischenlager nach Obrigheim löst keinerlei Probleme. Die Atommüll-Verschieberei zeigt vielmehr, dass es keinen planvollen, sicheren Umgang mit diesem ewig strahlenden Müll gibt.

 

Das Konzept für die sogenannte Zwischenlagerung ist nicht schlüssig. Das zeigt sich bereits am Zeitplan. Alle Genehmigungen für Zwischenlager sind auf 40 Jahre begrenzt – für Gorleben läuft die erste im Jahr 2034 aus, für Neckarwestheim liegt die Deadline bei 2046. Die dauerhafte Unterbringung des Atommülls in „tiefen geologischen Formationen“ eines sogenannten Endlagers stellt der Gesetzgeber für frühestens 2050 in Aussicht ­– angesichts der Erfahrungen mit dem jahrzehntelangen Verschleppen des Problems eine unrealistische Prognose.

 

Für die bestehende zeitliche Lücke gibt es von Seiten der zuständigen Behörden keine Lösungsansätze. Auch für Reparaturarbeiten an den Behältern haben sie keinen Plan.

 

Trotzdem sind – über die Transporte auf dem Neckar hinaus – weitere geplant, etwa von Jülich und Garching sowie aus La Hague und Sellafield zurück nach Deutschland.

 

Die Risiken werden der Bevölkerung aufgebürdet – ohne das klar ist, wie lange der Müll am Zielort verbleiben kann, wie er dort sicher gelagert werden kann und wo er auf Dauer hin soll.

 

Angesichts dieses Atommüll-Desasters fordert ROBIN WOOD:

 

– Atommüllverschieberei sofort stoppen!

– Abschaltung sämtlicher noch laufender Atomanlagen, die zur Vergrößerung des Müllproblems beitragen!

https://www.robinwood.de/pressemitteilungen/schwimmen-gegen-neckar-castor-enbw-l%C3%A4sst-bev%C3%B6lkerung-die-atomm%C3%BCll-probleme

 

 

Neckar: „Blindflug“ Castor-Transport

Pressemitteilung Bündnis Neckar castorfrei
https://neckar-castorfrei.de

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Polizei missachtete beim dritten Transport alle Sicherheitsregeln

Voraussichtlich Dienstag 17.10.17 leere Castoren nach Obrigheim und Donnerstag
19.10.17 Rückfahrt der leeren Schiffe nach Neckarwestheim

Castoren enthalten den gefährlichsten Müll, den die Menschheit kennt:
hochradioaktiven, langfristig heißen und Millionen Jahre lang strahlenden,
tödlichen Atommüll.
Dass die Polizei am 11.10.17 nach dem dritten Castor-Transport auf dem Neckar
banal nur von „ausgedienten Brennelementen“ schreibt, steht symptomatisch für
das Bündel haarsträubender Schlampereien bei diesem Transport.

In Fachkreisen gelten „EVA“ und „SEWD“ als die ganz großen, kaum beherrschbaren
Risiken von Castor-Transporten: das sind „Einwirkungen von außen“ und
„Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter“, also insbesondere die
Möglichkeit gezielter Anschläge auf die Transporte mit Zerstörung eines Castors.
Besonders verletzlich sind dabei die langsamen Schiffstransporte, und das in
extremer Form bei den Wendemanövern und beim Schleusen. Die „EVA“ und „SEWD“
betreffenden Teile der Genehmigung sind geheim und damit einer öffentlichen
Beurteilung entzogen. Das reale Handeln der Polizei beim Transport dagegen
spricht eine deutliche Sprache:
die Polizei ist entweder unfähig oder unwillig, auch nur elementare Maßnahmen
zur Sicherung der Castor-Transporte vor gefährlichen Einwirkungen zu erledigen.

Hierzu einige Beobachtungen:

– Die Polizeipräsenz wurde beim dritten Transport massiv verringert, war sogar
schwächer als bei der Leerfahrt vor dem zweiten Transport.

– Der dritte Transport startete im Dunkeln.

– Das waghalsige Wendemanöver vor der Schleuse Guttenbach fand ebenfalls im
Dunkeln statt, das Castor-Schiff hatte dabei nur wenig Abstand zum Ufer.

– Brücken wurden viel zu spät für den Autoverkehr gesperrt und viel zu früh
wieder freigegeben.
Z.B. durften bereits wieder Autos und LKWs über die Otto-Konz-Brücke in
Heilbronn fahren, als das Castor-Schiff noch in der direkt anschließenden
Schleusenkammer befand.

– Die Autobahnbrücke über den Neckar bei Heilbronn wurde überhaupt nicht gesperrt.

– Die Polizei hat die Flussufer entlang der Strecke nicht unter Kontrolle und
ließ den Transport durchgängig auch dort fahren, wo Menschen direkt am Ufer waren.

– Sowohl bei der Verkehrsregelung als auch im Umgang mit den Protestaktionen
zeigte sich bei allen drei Transporten ein Kompetenzwirrwarr und
Kommunikationschaos bei der Polizei. Schon allein die Tatsache, dass bei
Gundelsheim die südliche Hälfte von Neckar und Brücke zum badischen Landkreis
NOK und die nördliche Hälfte zum württembergischen Landkreis HN gehören, führte
zu Verzögerungen in den Polizeimaßnahmen.

– Die Polizei brauchte 25 Minuten, um die schwimmenden Robin
Wood-DemonstrantInnen aus dem Wasser zu holen. Was wäre gewesen, wenn das nicht
politischer Protest gewesen wäre, sondern wenn statt dessen kriminelle oder
terroristische Angreifer im Wasser gewesen wären?

– Die Polizei ließ den Transport unter der Brücke der Schleuse Gundelsheim
hindurch fahren und dann in die Schleusenkammer einsperren, obwohl noch
angekettete DemonstrantInnen direkt oberhalb davon auf der Brücke waren, die z.
B. jederzeit leicht ihre Rucksäcke auf das Schiff hätten werfen können. Was wäre
gewesen, wenn das nicht politischer Protest gewesen wäre, sondern wenn statt
dessen kriminelle oder terroristische Angreifer auf der Brücke gewesen wären?

– Beim Brücken-Protest hat die Polizei das Castor-Schiff sogar unter zwei ihr
unbekannten Autos hindurch fahren lassen. Die Autos wurden wie die Rucksäcke
erst durchsucht, als das Castor-Schiff längst weiter gefahren war, und die
Polizei hat die Autos sogar aktiv auf der Brücke festgehalten, statt sie aus dem
möglichen Einwirkungsbereich auf den Transport wegfahren zu lassen. Was wäre
gewesen, wenn die Autos nicht Teil des politischen Protests gewesen wären,
sondern Mittel eines kriminellen oder terroristischen Anschlags?

– Offensichtlich konzentriert sich die Polizei nur auf die Behinderung des
politischen Protests und vergisst komplett die Sicherung der Transporte vor den
tatsächlichen Gefahren.

– Die Zeitverzögerung des drittens Transports, der durch die Protestaktionen bei
Gundelsheim etwa 45 Minuten lang aufgehalten wurde, wurde durch Langsamfahrt
zwischen Neckarzimmern und Gundelsheim verschleiert. Dieses falsche Ziel, den
Transport unbedingt als unbeeinflusst erscheinen zu lassen, ist wohl die
Erklärung für die o. g. unverantwortliche Entscheidung der Polizei, den
Transport durch die Schleuse Gundelsheim zu schicken, obwohl die Brücke nicht
frei war.

– In Heilbronn und Lauffen setzte die Polizei Flugdrohnen in verbotenen
Bereichen am Fluss und über Menschenansammlungen ein und gefährdete damit selbst
den Transport und die Menschen.

Kritische Anmerkungen zur Strahlung der Transporte:

EnBW, Umweltbehörde LUBW und Umweltministerium Baden-Württemberg verschleiern
und verharmlosen die massive Gamma- und Neutronenstrahlung, die von den
Castor-Transporten ausgeht. Es mag sein, dass die Strahlung noch im gesetzlich
erlaubten und von den Verantwortlichen erwarteten Bereich liegt, aber trotzdem
ist sie auffällig und stark erhöht.

Die amtlichen Messungen der LUBW zeigten z.B. beim ersten Transport bei der
Schleuse Horkheim eine Erhöhung der Neutronenstrahlung während des Transports
auf das 18,8-fache! (Im Rahmen der von der LUBW angegebenen Messungenauigkeit
könnte es sogar ein Vervielfachungs-Faktor von bis zum 75-fachen sein).
Zu Erinnerung: es gibt für radioaktive Strahlung keine sicheren Grenzwerte. Und
selbst vermeintlich niedrige zusätzliche Strahlendosen kommen noch zur sonstigen
Strahlenbelastung als zusätzliche Gefährdung hinzu. Die Grundsätze des
Strahlenschutzes und das Recht auf körperliche Unversehrtheit verlangen, alle
zusätzlichen Gefährdungen so gering wie möglich zu halten. Das geschieht aber
bei diesen Castor-Transporten nicht. EnBW, Transportfirma DAHER,
Umweltministerium, Bundesamt BfE und Polizei versagen.

– Transportpersonal und Polizei lassen elementare Maßnahmen zum Selbstschutz
gegen Strahlung vermissen: unverantwortlich!

– Die Bevölkerung wird von den Behörden nicht vor der Strahlung gewarnt (ebenso
wenig wie vor den anderen Gefahren der Transporte): unverantwortlich!

– Die Polizei schickt noch nicht einmal Kinder von Ufer weg: unverantwortlich!

– Alle Mitteilungen der EnBW und der Behörden verharmlosen die zusätzliche
Strahlung („keine Auffälligkeiten“): unverantwortlich!

– Nach dem ersten Transport veröffentlichte das Umweltministerium zwar die
(erhebliche) Strahlendosis für den Schiffsführer, verharmloste diese aber
zugleich und verschwieg, dass andere Transportbegleiter viel näher an den
Strahlungsquellen waren: unverantwortlich!

– Die Gefahrgut-Kennzeichnung des Castor-Schubverbandes mit 2 blauen Kegeln bzw.
Lampen reicht zur Warnung der Bevölkerung nicht aus, es fehlen auch auf
Entfernung gut sichtbare Radioaktivitäts-Zeichen: unverantwortlich!

– Menschen in der Nähe des Transports werden nicht darüber informiert, was die
Alarmlampen der Autos auf dem Schubleichter und das Öffnen und Schließen der
Lüftungslamellen der Castoren-Garage auf dem Schubleichter zu bedeuten haben:
unverantwortlich!

– Wir konnten auch beim dritten Transport wieder beobachten, dass sich das
Mess-Personal der LUBW wenig Mühe macht, die Messung abschwächende Faktoren
gering zu halten (Mauern und Metallgegenstände im Messweg, unnötig lange
Messwege durch das Wasser usw.): unverantwortlich!

– Umweltminister Untersteller propagiert, Castor-Transporte künftig überwiegend
per Schiff durchzuführen: unverantwortlich!

– Auch andere Atom-Transporte sollen künftig auf dem Fluss erfolgen, z. B. im
Pendelverkehr zwischen AKW Philippsburg und AKW Neckarwestheim sowie Transporte
von strahlendem AKW-Abrissmüll zur Wiederverwendung im Tief- und Hochbau:
unverantwortlich!

Heute werden die noch leeren Castoren Nr. 11 und 12 (für den vierten Transport)
und Castor Nr. 13 (für den fünften Transport) in Neckarwestheim auf das
Transportschiff gerollt, und voraussichtlich morgen geht deren Fahrt nach
Obrigheim. Dort hat inzwischen die Beladung des Castors Nr. 10 mit den tödlichen
Brennelementen begonnen. Voraussichtlich am Donnerstag fahren die Schiffe leer
zurück auf ihre Parkposition in Neckarwestheim.
Wir lehnen alle diese Vorbereitungen für die weiteren Transporte ab!

Unsere Forderungen gehen noch entschieden weiter:

– sofortiger Stopp der weiteren Atommüllproduktion in Neckarwestheim und
Philippsburg!

– jeder AKW-Betrieb direkt neben einem Castoren-Lager muss sofort verboten werden!

– die seit dem 11.9.2001 und seit dem 11.3.2011 bekannten zusätzlichen
Sicherheitslücken an den Atomstandorten müssen endlich geschlossen werden!

– Stopp der AKW-Abbauarbeiten in Obrigheim, bis die dortigen Brennelemente
endlich in einer Hochsicherheitshalle dort untergebracht sind!

– 2046, also in 29 Jahren, werden das Castoren-Lager in Neckarwestheim und die
ältesten Castoren dort ihre berechnete Haltbarkeit überschreiten und ihre
Genehmigung verlieren. Wahrscheinlich werden die ersten Schäden schon vorher
auftreten. Kein Mensch weiß, wie es dann weitergehen soll. Die Politik entlässt
die EnBW in Kürze aus der Haftung, hat aber selbst keine Lösung. Dieses
brennende Problem muss heute angegangen werden, nicht erst 2046!

– keine Obrigheimer Castoren in ein Lager, dessen Genehmigung schon in 29 Jahren
ausläuft!

– Schutz der Matrosen, des Begleitpersonals und der Polizisten auf dem
„Lastdrager 40“ und den direkt begleitenden Booten vor der erheblichen Gamma-
und Neutronenstrahlung der Castoren!

– ehrliche Information der Bevölkerung über die von den Castoren beim Transport
ausgehende Strahlenbelastung, nachvollziehbare Messungen der LUBW ohne
Verfälschungen durch Schleusenkammern, schräge Messwinkel usw.!

– klare Information der Öffentlichkeit über Ort, Dauer und Gestaltung der
„Bereitstellungslagerung“ der Castoren in Obrigheim!

Neckar-Castoren: Risiko-Fahrt zum Zweiten?

Bündnis Neckar castorfrei

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Pressemitteilung 02.09.2017

 

Zeichen für bevorstehenden Neustart der Castortransporte von Obrigheim nach Neckarwestheim verdichten sich

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Sofortvollzug, der dann gar nicht in Anspruch genommen wird, war offenbar doch nicht so dringend.

Dass die EnBW erst auf eine verspätete Genehmigung warten musste und dann freiwillig zwei Mal die Castortransporte auf dem Neckar verschoben hat, hat dennoch für die von der Gemeinde Neckarwestheim angerufenen Richter nicht ausgereicht, den fadenscheinigen Sofortvollzug der Transportgenehmigung in Frage zu stellen. Dabei dürfte der Zeitplan der EnBW nun schon fast 6 Monate in Verzug sein: statt 5 Transporte von März bis September durchzuziehen (das dürfte der Plan von EnBW, Transportfirma Daher, Atomaufsicht und Polizei gewesen sein), steht jetzt erst der zweite Transport an und die heiklen Transporte könnten sich bis ins nächste Jahr hinziehen.

Nach unseren Beobachtungen in Neckarwestheim und Obrigheim könnte die zweite Transport-Runde kurzfristig starten, vielleicht schon morgen (Sonntag 3.9.) mit der Fahrt der Schiffe aus ihrer Parkposition am AKW Neckarwestheim hin zum AKW Obrigheim. Und dann könnte es bereits am Montag oder Dienstag mit der heißen Fracht zurück nach Neckarwestheim gehen, obwohl dort wegen der Jahresrevision des Block II gerade Hochbetrieb mit unzähligen Fremdfirmen herrscht.

Möglicherweise wartet man aber bei der Polizei auch noch das Ferienende ab, das würde eine weitere Verschiebung um eine Woche bedeuten.

Wir stimmen der Gemeinde Neckarwestheim zu, dass die Sicherheit der Transporte und der Castoren-Lagerung in Neckarwestheim mangelhaft ist. Deshalb fordern auch wir einen Abbruch der Transporte statt der derzeitigen Vogel-Strauß-Politik der Verantwortlichen bei EnBW und Behörden.

Unsere Forderungen gehen jedoch entschieden weiter:

  • sofortiger Stopp der weiteren Atommüllproduktion in Neckarwestheim und Philippsburg!
  • jeder AKW-Betrieb direkt neben einem Castoren-Lager muss sofort verboten werden!
  • die seit dem 11.9.2001 und seit dem 11.3.2011 bekannten zusätzlichen Sicherheitslücken an den Atomstandorten müssen endlich geschlossen werden!
  • Stopp der AKW-Abbauarbeiten in Obrigheim, bis die dortigen Brennelemente endlich in einer Hochsicherheitshalle dort untergebracht sind!
  • 2046, also in 29 Jahren, werden das Castoren-Lager in Neckarwestheim und die ältesten Castoren dort ihre berechnete Haltbarkeit überschreiten und ihre Genehmigung verlieren. Wahrscheinlich werden die ersten Schäden schon vorher auftreten. Kein Mensch weiß, wie es dann weitergehen soll. Die Politik entlässt die EnBW in Kürze aus der Haftung, hat aber selbst keine Lösung. Dieses brennende Problem muss heute angegangen werden, nicht erst 2046!
  • keine Obrigheimer Castoren in ein Lager, dessen Genehmigung schon in 29 Jahren ausläuft!
  • Schutz der Matrosen, des Begleitpersonals und der Polizisten auf dem „Lastdrager 40“ und den direkt begleitenden Booten vor der erheblichen Gamma- und Neutronenstrahlung der Castoren!
  • ehrliche Information der Bevölkerung über die von den Castoren beim Transport ausgehende Strahlenbelastung, nachvollziehbare Messungen der LUBW ohne Verfälschungen durch Schleusenkammern, schräge Messwinkel usw.!
  • klare Information der Öffentlichkeit über Ort, Dauer und Gestaltung der „Bereitstellungslagerung“ der Castoren in Obrigheim!

 

Sobald die Schiffe in Neckarwestheim starten oder andere wichtige Infos verfügbar sind, informieren wir darüber in erster Linie per Twitter und SMS.

Webseiten-Aktualisierungen, Newsletter und Pressemitteilungen werden weniger häufig folgen.

Am Tag des zweiten heißen Transportes von Obrigheim nach Neckarwestheim rufen wir zu Protest und Mahnwachen in Lauffen am Neckar auf. Eine Karte mit den Standorten der beiden Mahnwachen und Infopunkte gibt es hier als Download:

https://neckar-castorfrei.de/karte-lauffen

Wir rufen alle Bürger und Bürgerinnen auf: Kommt am Transporttag nach Lauffen und protestiert mit uns gegen die Atommüll-Verschiebung!

https://www.neckar-castorfrei.de

https://twitter.com/NeckarXCastor